Mittwoch, April 05, 2006

Fox Glacier nach Queenstown (26.-28.03.06)

In letzter Zeit habe ich so viele Seen gesehen, dass ich mir die Namen gar nicht mehr alle merken kann. Schoen waren sie aber alle. An einigen habe ich die Nacht verbracht und habe in diesen Naechten erhebliche Sandflies-Bisse und Mozzy-Stiche davongetragen. Ich habe aufgehoert, die Blessuren zu zaehlen.

Einige Kilometer vor Wanaka aendert sich die Landschaft schlagartig, die Berge sind nicht mehr mit Regenwald bedeckt, sondern mit Felsen und Gras. Es hat mehr Laubbaeume, die durch den kommenden Herbst bunt geschmueckt sind. Im Ganzen wirkt die Landschaft heller und dadurch einladender. Manchmal fuehlt man sich in die Welt von Herr der Ringe versetzt, glaubt sich in Rohan und moechte sich einfach nur auf einen Felsen setzen und hoffen, dass Aragorn, Legolas und Gimli auf ihrer Suche nach Merry und Pippin vorbei gerannt kommen.

In Wanaka checke ich seit Tagen mal wieder meine E-Mails und werde das 1. Mal beim campen am See freundlich aber bestimmt aufgefordert, woanders hinzufahren, weil campen nicht erwuenscht ist. Muede und etwas genervt fahre ich von dannen und versuche im Dunkeln eine Stelle zum Schlafen zu finden, werde aber mit einer Sandflies-freien Nacht fuer meine Muehen belohnt.

Bevor ich am naechten Tag weiter in die Stadt der Verrueckten Queenstown fahre (verrueckt deshalb, weil sich fast jeder bungee-jumpend von Bruecken stuerzt, aus Flugzeugen springt oder noch extremere Sachen macht) fahre ich noch ein wenig herum; besteige schwitzend, keuchend und fluchend einen Huegel nach dem anderen und werde mit einem Ausblick auf Lake Wanaka belohnt, den man mal wieder nicht auf Foto festhalten kann. Danach statte ich Puzzle World einen Besuch ab und muss kopfschuettelnd mit ansehen, wie Wasser nach oben fliesst und eine Billiardkugel an einem geneigten Billiardtisch nach oben rollt. Ausserdem kann ich die Techik bewundern, die auch in Herr der Ringe angewendet wurde und es ermoeglicht, zwei Menschen in einem Raum unterschiedlich gross wirken zu lassen.

An einem mal wieder wundernschoenen Tag fahre ich nach Queenstown, sehe kurz vor Cardrona den in jedem Reisebericht erwaehnten BH-Zaun (danke Tina fuer den Tip), was der Eigentuemer uebrigens gar nicht mehr witzig findet. In Queenstown geniesse ich endlich mal wieder die Vorzuege eines Bettes, wasche Waesche und checke am naechsten Morgen frueh aus. Ich fahre auch hier ein wenig in der Gegend rum, bestaune die Landschaft und mache mich auf den Weg nach Te-Anau, nicht ohne mal wieder einem idyllischem See einen Besuch abzustatten und die Abgeschiedenheit nutze, um meinen weissen Bauch gen Sonne zu strecken.

Fox Glacier (25.+26.03.06)

Wenn man wie ich bisher nicht viel mehr von Gletschern gesehen hat als die schokoladefutternden Murmeltiere in Oesterreich, ist man an Neuseelands Gletschern Franz Josef (nach Franz Josef von Oesterreich) und Fox (nach Sir William Fox) genau richtig. Das einzigartige an beiden Gletschern ist, dass sie im Regenwald auslaufen und so kann man spektakulaere Fotos von weidenden Schafen, Busch im Hintergrund und dazwischen einer Gletscherzunge machen.

Ich wollte unbedingt aufs Eis, hatte aber absolut keine Lust, atemraubende Kletterpartien an der Gletscherzunge vorzunehmen. Da ich die Landschaft geniessen wollte, entschied ich mich fuer einen Heli-Hike am Fox Glacier, was bedeuted, dass man mit Helikopter auf den Gletscher geflogen wird (dort wo das Eis noch schoen sauber ist), dort 2 Stunden herumlaeuft und anschliessend wieder zurueckfliegt. Guenstig wars nicht, aber ich wollte mich fuers viele Geschirrspuelen belohnen. Der Flug war spannend, wenn auch leider viel zu kurz. Ich haette nicht gedacht, dass 7 Personen in einen kleinen Hubschrauber passen, wurde aber eines besseren belehrt! Hinten sassen 4 Personen wie die Sardinen in der Dose (darunter leider auch ich), auf dem Beifahrersitz (oder heisst das jetzt Beifliegersitz???) 2 Personen und rechts der Pilot. Wenn wir abgestuerzt waeren, haette ich zusammen mit 2 aelteren Australiern ein Aussie-German-Aussie-Sandwich abgegeben (zur Erklaerung: Australien nennt man hier auch Aussie).

Die Wanderung an sich war sehr relaxt, die beiden guides erzaehlten viel und waren recht unterhaltsam. Zwischendurch schwingten sie ihre Aexte, um Stufen ins Eis zu hauen und sie taten es mit einer beneidenswerten Leichtigkeit. Wir kletterten ueber Eisspalten, stiefelten durch Eistaeler und passierten viele blauschimmernde Wasserloecher und Hoehlen. Durch einige gingen wir sogar hindurch. Je hoeher wir kamen, desto kaelter wurde es, aber unsere beiden guides waren trotzdem in shorts und T-Shirt unterwegs. Da kam ich mir mit Pullover und Fleecejacke schon fast overdressed vor - war aber wenigstens schoen warm! Am Ende erhielten wir ein Zertifikat, das wir nun jedem unter die Nase halten koennen, der gewagt hat, danach zu fragen.
Nach dem Trip gings weiter Richtung Wanaka.

Donnerstag, März 30, 2006

Von Westport nach Hokitika (24.+25.03.06)

Bevor ich Westport verliess, suchte ich erstmal eine Toilette und wurde von High-Tech ueberrascht. In dieser Toilette konnte man wirklich nichts selbermachen: die Tuer entriegelte sich automatisch nach 10 Minuten (Pech, wenn man laenger braucht), die Klospuelung funktioniert entweder nach dem Haendewaschen (im Idealfall) oder wenn der naechste auf dem Klo sitzt (im Ih-gitt-Fall) und beim Haendewaschen ein Sensor nach dem anderen(Seife, Wasser, Trockner). Haette das Klo mit mir gesprochen, waere ich nicht wirklich ueberrascht gewesen.

Danach gings zur Tauranga Bay und Cape Foulwind, wo ich mal wieder Seals beobachten wollte. Diese wollte ich unbedingt sehen, weil es eine Stelle fuer Pups (also Seal Babys) ist und ich bisher noch keine gesehen habe. Ich bin ueberwaeltigt von dem Anblick, die Kleinen sind einfach zu suess! Die Geraeuschkulisse und das Verhalten ist mit einem Kindergarten ganz gut zu vergleichen, gerade an den Wasserloechern wird geplantscht und gebadet, gestritten, miteinander gebalgt und um die Wette gequickst und gebruellt. Die Muetter laesst das kalt, sie liegen faul auf den Felsen. Ist auch kein Wunder, sie sind schliesslich fuer die Futtersuche verantwortlich und wenn die Kleinen groesser sind, kann die Futtersuche schon mal ein paar Tage in Anspruch nehmen. Die maennlichen Seals sind uebrigens schon wieder weitergezogen und suchen nach gebaehrfaehigen Weibchen und tragen somit vorbildlich zur Arterhaltung bei. Die Arbeit 'danach' liegt mal wieder bei den Frauen!

Auf dem Parkplatz zum Cape Foulwind Leuchtturm mache ich Bekanntschaft mit 2 ueberaus neugierigen und gar nicht menschenscheuen Zeitgenossen: 2 Wekas (das sind Voegel, die auch als Waldhennen bezeichnet werden) die Interesse an meinem Auto gefunden haben und an einer Spritztour interessiert sind. Haette ich sie nicht daran gehindert, waeren sie ins Auto gehuepft!

Bei schoenstem Wetter gings weiter Richtung Sueden und zur Abwechslung schaute ich mir eine alte Goldmine und einen verfallenen Friedhof an, bevor ich im Paparoa National Park aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Die wunderschoene Kueste ist fuer Autofahrer viel zu gefaehrlich, weil man bei der Schoenheit seinen Blick kaum auf der Strasse halten kann. Zum fototechnischen Showdown kam es dann an den Pancake Rocks und den Blowholes, denen kein Foto gerecht wird, das ich bisher gesehen habe. Ich war zu einer eher unguenstigen Zeit da, weil das Wasser nur bei Flut und den richtigen Windverhaeltnissen durch die Loecher in den Felsen nach oben gepeitscht wird, aber spektakulaer war es trotzdem.

In Greymouth entdecke ich seit langem mal wieder ein Warehouse und dort kaufe ich mir ein paar Kassetten, um der Langeweile ein Ende zu setzen, wenn der Akku meines i-pods seinen Geist aufgegeben hat und meine bisher einzige Kassette von Depeche Mode zum 10. Mal am Tag durchgelaufen ist.

Bis nach Hokitika war es nicht mehr weit und dort checke ich in die Blue Spur Lodge ein . Ich war die einzige in dieser abgelegenen Lodge mit Blick auf die Berge und so nutzte ich ein 8 Personen Zimmer, Bad und Kueche fuer mich allein. Und das fuer gerade mal 18 Dollar, wenn das kein Geschaeft ist! Nachdem es dunkel geworden ist, schaue ich mir Gluehwuermchen an, die von Baeumen herunterhaengen und die ihr Licht einfach ausknipsen, wenn die Menschen zu laut sind. Clevere Zeitgenossen!

Am naechsten Tag liess ich mir in der Nachbarschaft die Entstehung von Jade Schmuck erklaeren und danach war Hokitika-Landschafts-Sightseeing angesagt. Hokitikas Landschaft ist wunderschoen und es gibt, wie ueberall an der Westkueste, viele Seen. So schaute ich mir Lake Karniere und Lake Mahinapua an, fuhr zum Hokitika Gorge und war geblendet von dem tuerkisblauen Wasser (und schnell vertrieben von den Sandflies) und stattete mal wieder einem Wasserfall einen Besuch ab. In Neuseeland wimmelt es von Wasserfaellen und viele Reisende schlagen entnervt die Haende ueber dem Kopf zusammen :"Nicht schon wieder ein Wasserfall!" Ich hingegen freue mich ueber jeden Wasserfall und sehe es als Uebung fuer den Milford Sound an, wo hoffentlich zig Wasserfaelle an Felsen herunterschiessen.

In der Hokitika Tourist Information buche ich eine ganz besondere Tour fuer den folgenden Tag, von der hier noch nichts verraten wird...

Westcoast / Heaphy Track (22.-23.03.06)

Ich verlasse Kaikoura und fahre 6 Stunden nach Westport und passiere dabei wunderschoene Taeler, atemberaubende Berge und unzaehlige Fluesse. Der Heaphy Track startet in Karamea, was noch mal 1 1/2 Stunden von Westport entfernt ist.

Dummerweise haben wir vor ein paar Tagen die Uhren zurueckgestellt und es wird nun frueher dunkel, so dass man abends nicht mehr so lange im Tageslicht fahren kann (und somit auch ziemlich frueh nach einer Schlafgelegenheit suchen muss). Das letzte Stueck meiner Fahrt ist es stockdunkel und ich muss auf der kurvigen Strecke aufpassen, dass ich nichts ueberfahre, was da staendig im Affentempo ueber die Strasse huscht und im Busch verschwindet. Anhand der erblickten Hinterteile identifiziere ich Hasen, Wekas und Possums. Auf einem kleinen Wiesenstueck abseits der Strasse parke ich und lege mich schlagen.

Am naechsten Morgen stehe ich sehr zeitig auf, begebe mich zum Startpunkt des Heaphy Tracks und laufe los. Mein Weg fuehrt mich entlang traumhafter Straende und durch neuseelaendischen Busch. Ein Strand ist schoener als der andere und das herrliche Wetter traegt seinen Teil dazu bei. Einziger Wehrmutstropfen: die Sandflies, die sich sofort auf mich stuerzen, sobald ich am Strand stehenbleibe oder mich fuer ein kurzes Picknick setzen will. Nach Krisz' Auskunft laeuft man zur Heaphy Hut 4 Stunden und die Huette war eigentlich mein Ziel. Ausgeschrieben war sie aber mit 5 Stunden und bereits beim Tongariro Walk habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich die empfohlene Zeit auch brauche. Das haette also 10 Stunden Laufen bedeutet. Nach ca. 3 1/2 Stunden entschied ich mich, wieder umzukehren, weil ich mich nicht fit genug fuehlte und die Fuesse weh taten. Nach knapp 6 Stunden Walk war ich froh, wieder auf dem Parkplatz zu sein und der Muskelkater am naechsten Tag war enorm!

Eigentlich wollte ich die Nacht auf dem Parkplatz/Campingplatz verbringen, aber die Sandfliesuebermacht vertrieb mich. Ich fuhr wieder nach Westport, konnte nun die herrliche Landschaft geniessen, die ich am Vortag aufgrund der Dunkelheit nicht sehen konnte und schlief am Beach von Westport wieder im Auto.

Montag, März 27, 2006

Kaikoura V (...-22.03.06)

Vor einem Jahr war ich in Irland und habe Yvonne besucht (wie die Zeit vergeht). Das weiss ich deshalb so genau, weil ich ein paar Tage nach Irland's Nationalfeiertag, dem St. Patrick's Day, in Dublin ankam. Dieses Jahr habe ich den 17.03. mit vielen anderen an dem einzigen dafuer in Frage kommenden Ort in Kaikoura gefeiert - im Irish Pub "Strawberry Tree", der zu unserer Stammkneipe geworden ist. Es waren sogar einige Iren anwesend, denen man es an diesem Tag nachsah, dass sie nur mit fremder Hilfe ihren Weg nach Hause fanden (Iren sind ein trinkfestes Volk!).

Meine Tage vor der Abreise verbrachte ich mal wieder mit Karten- und Broschuerenstudium, um mir eine Route fuer die Weiterreise festzulegen. Ausserdem musste Wolfgang mal wieder auf Vordermann gebracht werden: putzen, saugen, volltanken, Wasser und Oel checken usw.

Es gab einige Wiedersehen mit ehemaligen Cleanern, die nach erfolgter Abreise alle wieder in Kaikoura landeten (wird mir auch so gehen, dazu spaeter mehr). Die Freude war gross und es gab viel zu erzaehlen. Die letzten Arbeitstage im Craypot zogen sich in die Laenge. Der grosse Besucheransturm in Kaikoura ist vorueber, was weniger Gaeste fuer die Gastronomie bedeutet. Fuer die Leute in den Kuechen heisst das putzen putzen und nochmal putzen und so schrubbten wir Stellen, fuer die im Sommer keine Zeit war.

Die letzten Abende arbeitete ich nicht mehr im Craypot und half im Thai-Restaurant aus, das am Dusky Lodge Swimmingpool gelegen ist. Monti und Mae sind witzig drauf und ich bekomme neben meiner Bezahlung ein super leckeres Thai Essen umsonst (ich kann das Essen dort nur empfehlen, aber Vorsicht, Mae liebt Curry ueber alles!).

An meinem letzten Abend machten wir zusammen Pizza im Steinofen, sie super lecker war und bei allen gut angekommen ist. Jack, der Hostelbesitzer, nutzt den Steinofen gewoehnlich nur fuer tiefgefrorene Pizzen - was fuer eine Verschwendung!

Mein Abreisetag fing recht chaotisch an, was alle mit meiner Abreise begruendeten (allerdings nur, um mich noch laenger in Kaikoura zu halten). Ich stand komplett eingeseift unter der Dusche und ploetzlich fiel die Wasserversorgung aus. Die Waescherei, Kueche und Bad in einem Teil des Gebaeudes mussten gesperrt werden, was zur Folge hatte, dass jeder in den anderen Gebaeudeteil marschierte, um zu duschen, zu fruehstuecken oder Geschirr zu spuelen. Das Putzen war an diesem Morgen sicherlich nicht einfach und ich war froh, meinen letzten Arbeitstag bereits absolviert zu haben.

Eigentlich wollte ich Kaikoura am Montag den 20.03. verlassen, aber sie haben mich staendig ueberzeugt/ueberredet/gelockt und so bin ich am Mittwoch mit Verspaetung und gemischten Gefuehlen von dannen gefahren. Auf der einen Seite bin ich froh, dass es weitergeht, denn ich moechte endlich wieder reisen und Neuseeland sehen. Andererseits habe ich sehr viele nette Leute hier kennengelernt und fing langsam an, mich heimisch zu fuehlen. Man erkennt Leute auf der Strasse und wird gegruesst, man hat einen festen Tagesablauf und man fuehlt sich wohl. Aber wie gesagt, ich komme wieder. Krisz, die aus Ungarn kommt, seit einigen Jahren in Neuseeland lebt und in der Dusky Lodge an der Rezeption arbeitet, wird am 06. April ihre langerwartete Zeremonie haben, in der sie die neuseelaendische Staatsbuergerschaft erhaelt. Sie hat mich gebeten, sie zu begleiten und deswegen werde ich zu diesem fuer sie wichtigen Ereignis zurueck kommen.

Freitag, März 17, 2006

Fotos

Ich habe es, dank grosszuegiger Rezeptionistinnen in der Dusky Lodge, endlich mal geschafft, ein paar Fotos in mein Fotoalbum zu laden. Schaut mal dort vorbei und geniesst das wunderschoene Neuseeland! Zu finden sind meine Fotos von meinem blog aus, dort geht Ihr auf "meine Fotos" und dort entweder auf "Alle Bilder" oder auf "Sets". Es sind noch nicht alle Bilder beschriftet und in Sets geordnet, aber anschauen koennt Ihr sie trotzdem schon.

Viel Spass!

Samstag, März 11, 2006

Kaikoura IV (08.03.06)

Mein Wecker reist mich 5 Uhr in der Frueh aus meinen Traeumen. Ich stehe auf, mache mich fertig und schnappe meine am Vortag gepackte Tasche und treffe in der Kueche auf einen Hollaender. Dass er bereits so frueh auf ist, kann nur eins bedeuten - er geht auch zum Dolphin Swim. Ich esse einen Apfel, was sich spaeter als ein Fehler herausstellen wird...

Wir fahren zusammen zum Dolphin Encounter und dort bekommen wir Anzug, Taucherbrille, Schnorkel und Gummifuesse. Komplett angezogen und schwitzend sitzen wir alle in einem Vorfuehrungsraum und schauen uns ein Einfuehrungsvideo an. Danach gehts mit dem Bus nach South Bay wo wir auf die Boote aufgeteilt werden. Nach ca. 45 Minuten sehen wir die ersten Delfine neben unserem Boot umherschwimmen und nach weiteren 5 Minuten bekommen wir die Anweisung, uns fertig zu machen. Alle gleiten vom Boot ins Wasser und paddeln drauf los. Ich bekomme Angstzustaende, denn ich habe Probleme, mich an die Atmung mit dem Schnorkel zu gewoehnen. Ausserdem ist das Schwimmen mit den Gummifuessen total ungewohnt. Nach kurzer Zeit muessen wir wieder aufs Boot, denn die Delfine schwimmen davon. Das ganze wiederholen wir 3 Mal, weil die Delfine immer wieder davon schwimmen.

Es handelt sich um wilde Tiere, die weder trainiert sind noch gefuettert werden, so dass niemand Einfluss auf ihr Verhalten hat. In der Einfuehrung wurde uns erzaehlt, dass man durch Geraeusche die Aufmerksamkeit der Tiere gewinnen kann, die Menschen also mehr zur Unterhaltung der Delfine beitragen als andersrum. Wir scheinen heute jedenfalls nicht sehr unterhaltsam zu sein.

Nach dem 4. Mal im Wasser bleibe ich auf dem Boot, weil ich mich noch immer nicht sehr wohl im Wasser fuehle. Ich fuehle mich (auch durch den engen Schwimmanzug) sehr eingeengt und kann das ganze Ereignis nicht so richtig geniessen, weil ich mit der Atmung beschaeftigt bin. Zumindest habe ich aber einige Delfine vor mir schwimmen sehen koennen und als ich einen Blick durch die Taucherbrille nach unten werfe, sehe ich ganz nahe unter mir einen Delfin schwimmen.

Ich entscheide mich also auf dem Boot zu bleiben und beobachte die Delfine von dort aus. Es sind so viele, dass ich sie gar nicht zaehlen kann. Es ist ein heilloses Durcheinander, ueberall Delfine und dazwischen Menschen, die eigenartige Geraeusche machen, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Die Delfine sind zu schnell um Fotos von ihnen zu machen, deswegen nehme ich viele kleine Videofilme auf. Nach einiger Zeit auf dem schaukelnden Boot muss ich leider feststellen, dass ich von den bereitgestellten Eimern Gebrauch machen muss und dass der am Morgen zu mir genommene Apfel nicht im Magen bleiben will. Wollte er vielleicht lieber Delfine beobachten?

Als alle wieder zurueck an Bord sind, gibt es eine kleine Erfrischung. Waehrend ich mal wieder eine Diskussion mit dem Eimer fuehre, stopfen die anderen Cookies in sich hinein und schluerfen heisse Schokolade - wie gemein! Danach gehts mir besser (der Magen ist ja auch komplett leer!) und ich kann noch ein paar Delfine beim Springen beobachten. Wir fahren zurueck an Land und dort ist dieses tolle Abenteuer beendet.

Ich muss mich beeilen und wieder zurueck zum hostel, denn ich muss gleich danach mit putzen anfangen. Und dann wartet auch die Craypot Belegschaft ab 15 Uhr auf mich, wo ich erst gegen 22 Uhr wieder rauskomme. Zum Glueck kann ich dort erstmal richtig essen, denn inzwischen sterbe ich vor Hunger!

Eigentlich fix und fertig und reif fuers Bett setze ich mich noch in die Kueche, um die noch frischen Ereignisse des Tages in mein Tagebuch zu schreiben. Eine Truppe Hollaender/Englaender/Amerikaner gesellt sich zu mir und sie nageln mir ein Gespraech ans Knie. Als sie sich dann nur noch ueber das Fuer und Wider von gezapftem Bier gegenueber Flaschenbier und den Vor- und Nachteilen des Angebots von ueber 100 Zapfbieren in Kneipen unterhalten, verabschiede ich mich und gehe ins Bett.

Sonntag, März 05, 2006

Kaikoura III

Eigentlich wollte ich mich heute mit einem tollen Bericht vom Dolphin Swim zurueck melden, aber meine gestrige Tour wurde wegen schlechten Wetters abgesagt. Das ist hier angeblich noch nie (oder schon seit langem nicht mehr) vorgekommen, dass man bereits einen Tag vorher wusste, dass das Wetter total beschissen wird. Aber naja, bei meterhohen Wellen macht das Schwimmen eben keinen Spass, nicht mal mit so bezaubernden Tieren wie Delfinen.

Habe heute eine neue Tour gebucht und versuche am Mittwoch (08.03.) erneut mein Glueck. Das Schwimmen findet uebrigens 5:30 Uhr in der Frueh statt, also nichts fuer Morgenmuffel. Man bestaetigte uns aber, dass die Wetter- und vorallem die Wasserverhaeltnisse um diese Zeit am besten sind. Leider kann Tina dem Delfinschwimmen nicht mehr beiwohnen, denn sie hat Kaikoura gestern verlassen. Das Reisefieber ist wieder ausgebrochen. Tina, ich wuensch Dir ganz viel Spass, pass auf Dich auf und vielleicht laufen wir uns ja wieder mal total unverhofft ueber den Weg. Ich liebe Ueberraschungen!

Ansonsten gibts nicht viel neues zu berichten. Karina und ich sind nun die letzten Ueberbleibsel der German Putzkolonne. Wir sind auch die einzigen, die bereits so lange in der Dusky Lodge wohnen, wir sind nun schon ueber einen Monat hier, waehrend die uebliche Verweildauer des Cleaning-Personals bei 1 Woche liegt.

Letzte Woche haben wir beim Paintball unseren Aggressionen freien Lauf gelassen, Adam (ein Cleaner aus England) hatte Geburtstag und aus diesem Grund war die halbe Putzmannschaft im "Kriegszustand". Wollte schon immer mal Paintball ausprobieren und es war total lustig. Und die gute Nachricht: Ich wurde nicht einmal abgeschossen! Bin wohl zu klein oder zu flink fuer die anderen gewesen :-). Wer sich unter Paintball nichts vorstellen kann: Man beschiest sich mit Farbkugeln und da es nie besonders toll ist, abgeschossen zu werden, sollte man dies eben unter allen Umstaenden vermeiden.

Montag, Februar 13, 2006

Kaikoura II

Seit 8. Februar arbeite ich nun im Craypot (Bar+Cafe) als 'kitchenhand' (Kuechenhilfe). Zu meinen Aufgaben gehoert das Vorspuelen des Geschirrs (bevor es im Geschirrspueler landet), Weggraeumen des sauberen Geschirrs, Zubereiten der Desserts (sieht immer sehr lecker aus!), Vorbereiten der Salate, Herstellen von Vinegretts, backen von Muffins, kurzum: ich muss dem Koch bei allem zur Hand gehen. Es gibt Zeiten, da wuenscht man sich ein zusaetzliches Paar Arme, weil man nicht alles gleichzeitig bewaeltigen kann. Das dreckige Geschirr stapelt sich, dem Koch gehen die sauberen Pfannen aus und dann muessen auch noch schnellstmoeglich 5 Desserts zubereitet werden. Hut ab an alle Leute, die in Restaurants arbeiten!

Zum Glueck schliesst das Craypot 10 Uhr, so dass ich es mir kurz nach 10 mit ziemlich mueden Beinen erstmal mit einer Tasse Tee im hostel auf dem Sofa bequem mache. Nach ein bisschen lesen gehts dann meist ins Bett.

Zu folgendem Kommentar von Tina ("Mensch Katja, Du hast ja gar nicht die 5pm-creamcakes erwaehnt, das sind die Ueberbleibsel der Baeckerei, die neben dem Hostel liegt. Ok, ich muss es einfach verraten: Katja hat sich gestern davon ZWEI genommen!!! ;-) Tschuldigung Katja, das musste einfach raus lol ") moechte ich kurz verteidigenderweise Stellung nehmen und auf das nebenstehende Foto verweisen. Diese Notiz fand ich in meinen Vorraeten und die "gierige Tina" teilt mir darauf mit, dass sie sich 2 Cookies genommen hat (spaeter muendlich zugefuegt:"oder waren es 5?"). Und was ist eigentlich aus dem Kuchen geworden, den Du eigentlich fuer Karina bei Seite gelegt hast? Ich glaube, den hat sie nie zu Gesicht bekommen...
Ihr seht, wir schlemmen was das Zeug haelt, lassen es uns also gut gehen.

Damit dies nicht allzu ernste Folgen hat, haben Tina und ich nun schon 2x unseren inneren Schweinehund ueberwunden und sind sehr frueh aufgestanden, um noch vor dem Putzen eine Stunde Fahrrad zu fahren. Die Folgen sind erstaunlich: man fuehlt sich fit, hat ein gutes Gefuehl dabei und kann deswegen auch mal 1 Cookie mehr essen. Tina greif zu!

Am Valentinstag hatte ich einen day-off, musste nicht putzen und auch nicht in der Bar arbeiten und beschloss deshalb, einen Tagestrip zu machen, um mal aus Kaikoura rauszukommen. Das einzig naheliegende ist Hanmer Springs, deswegen fuhr ich dorthin. Der Ort an sich ist unspektakulaer und ziemlich langweilig, aber die Fahrt dorthin ziemlich aufregend. Man faehrt duch die neuseelaendischen Alpen und kann einen tollen Ausblick auf die Berge geniessen. Leider wirkt das ganze auf Fotos nicht besonders, deswegen habe ich schweren Herzens nicht sehr viele Foto-Stops gemacht.

Dienstag, Februar 07, 2006

Kaikoura (01.02.-...)

Mit dem Wassertaxi gings zurueck nach Picton, wo ich erstmal eine kleine Ewigkeit beschaeftigt war, die zahlreichen SMS der letzten Woche zu beantworten, die mir nicht zugestellt werden konnten, weil ich auf Tawa Cove keinen Empfang hatte.

Danach entschied ich mich, nach Kaikoura zu fahren. Aus mir selbst nicht erklaerlichen Gruenden fuhr ich an jeder Tankstelle vorbei, die ich waehrend der Fahrt erblickte, obwohl ich genau wusste, dass ich unbedingt mal tanken muss. Mit abnehmendem Tankinhalt wurden die Ortschaften immer kleiner, beherbergten also auch keine Tankstellen, so dass ich irgendwann ratlos auf meine blinkende Tankanzeige schaute. Ich verfluchte mal wieder mich selbst und danach den AA, bei dem ich anrief, um zu erfahren, wo die naechste Tankstelle ist und ob sie mir sagen koennen, wie lange man mit einer blinkenden Tankleuchte fahren kann. Beides wurde mir nicht beantwortet, ich erhielt nur den gutgemeinten (?) Rat, so lange zu fahren, bis ich stehen bleibe, dann koennten sie mir Hilfe schicken. Naja, jedenfalls haben sie mir Glueck gewuenscht (und wahrscheinlich insgeheim ueber mich gelacht).

Mit mehr Glueck als Verstand habe ich es tatsaechlich bis nach Kaikoura geschafft, wo ich mit breitem Grinsen zur naechsten Tankstelle fuhr. Ich bat den Tankwart vollzutanken und war selbst ganz erstaunt, wieviel Liter in meinen Tank passen. Der Tankwart hat sich gleich entschuldigt, weil er dachte, zuviel reingelassen zu haben. Zum Abschied wuenschte er mir viel Glueck und "take care, darling". Der war wirklich goldig!

Ich entschied mich, die folgenden Naechte im Auto zu schlafen, weil mir die Stadt, die an fuer sich gar nicht so gross ist, nach der paradisischen Abgeschiedenheit trotzdem zu hektisch war. Fuer die 3. Nacht checkte ich mal wieder in ein hostel ein, um zu duschen, meine Akkus aufzuladen (ohne Musik bin ich schliesslich aufgeschmissen) und Klamotten zu waschen. In dem hostel stieg dummerweise am selben Tag eine ganze Busladung Jugendlicher ab, so dass an Nachtruhe nicht zu denken war.

In der Stadt traf ich zufaelligerweise auf meine alte Reisegefaehrtin Tina, die hier fuer einige Wochen bleiben moechte, um Geld zu verdienen und sie verhalf mir zu einer work-for-accomodation-Stelle in der Dusky Lodge (arbeiten fuer Unterkunft). Dort bleibe ich nun erstmal fuer eine Weile und reihe mich allmorgendlich in das Putzgeschwader ein, um Zimmer, Kuechen und unzaehlige Baeder zu reinigen. Die Arbeit ist nicht allzuschwer und macht mit all den Leuten sogar Spass. Wir sind ne lustige Truppe aus aller Herren Laender und lassen uns die Laune nicht vermiesen. Im Gegenteil!

Das Gute ist, dass viele cleaner noch Jobs in Restaurants und Cafes haben und was dort uebrig bleibt, bringen sie dann mit ins hostel, wo es von allen verzehrt wird. Das spart Geld aber leider muss ich feststellen, dass es auch sehr zum Essen aus Langeweile verleitet. Ich muss mich also zusammenreisen.

...wird fortgesetzt... denn ich bin noch immer in town

Donnerstag, Februar 02, 2006

Queen Charlotte Track / Tawa Cove (25.01.-01.02.2006)

Noch waehrend meines Aufenhalts in Richmond machte ich meinen naechsten Aufenthalt dingfest, der diesmal auf dem vielgepriesenen Queen Charlotte Track stattfinden sollte, der jaehrlich von vielen tausenden Wanderlustigen besucht wird. Ich arbeitete fuer Unterkunft und Verpflegung in der Tawa Cove, einer luxurioesen Bleibe, die 2 Paaren Unterkunft bietet. Nigel, der Eigentuemer lebt auch dort und zwar mit seinem lebhaften Hund Bert (ein Welpe mit viel ueberschuessiger Energie und so suess, dass ich ihn am liebsten mitgenommen haette! - mein liebster Seppl moege es mir bitte verzeihen!!!).

Es fuehren keine Strassen zur Unterkunft, man gelangt nur mit dem Wassertaxi dorthin. Auf der Hinfahrt war die See so stuermig, dass ich es bereute, vorher Fish&Chips gegessen zu haben, das Boot flog regelrecht ueber die hohen Wellen und schlug unsanft wieder auf. War ich froh, als ich endlich da war!!!

In Tawa Cove war alles sehr relaxt, arbeiten musste ich nur fuer ein paar Stunden am Tag und ich habe ein wenig im Haus geholfen, sauber gemacht, mich um die Waesche gekuemmert und mal wieder Unkraut bekaempft. Die Nachmitte hatte ich zu meiner freien Verfuegung und so bin ich entweder ein Stueck des Queen Charlotte Tracks gelaufen, war kajaken, habe gefaulenzt oder war mit Nigel auf dem Boot unterwegs, um Seeloewen und Wasservoegel zu beobachten.

Tawa Cove ist das Paradies pur und falls mal jemand nicht weiss, wo er Urlaub machen soll (und zufaellig gerade in der Gegend ist), kann ich diesen Platz nur empfehlen. Nigel vermietet auch eine Honeymoon-Suite (Flitterwochen), die traumhaft schoen ist.

Es fiel mir wirklich unheimlich schwer, diesen abgeschiedenen und ruhigen Ort nach einer Woche zu verlassen.

Mittwoch, Februar 01, 2006

Picton, Nelson, Richmond (17.01.-25.01.2006)

12 Uhr stand ich mit meinem "Wolfgang" am Bluebridge Terminal und wartete darauf, an Bord gehen zu koennen. Nachdem das Auto im Bauch der Faehre geparkt war, ging ich in den Passagierbereich und suchte mir draussen einen sonnigen Platz und cremte mich vorsorglich schon mal ein. Das haette ich mir auch sparken koennen, denn der Wind blies waehrend der Fahrt so stark, dass ich mich nach drinnen verzogen habe. Die Fahrt dauerte 3 Stunden und 20 Minuten, blieb also genug Zeit, etwas zu essen und endlich mal wieder ein paar Postkarten zu schreiben.

1 1/2 Stunden vor planmaessiger Ankunft ging ich wieder nach draussen, denn wir fuhren in die atemberaubenden Sounds ein. Je weiter wir kamen, umso mehr waren wir links und rechts von Gebirge umgeben und fuhren an traumhaften Buchten vorbei. Da der Wellengang an der Landmasse enormen Schaden anrichtet, herrscht in den Sounds eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 18 Knoten (habe mir sagen lassen das sind ca. 30 km/h) fuer die kommerzielle Schifffahrt (baeh 3 x f!), weshalb es gluecklicherweise nicht mehr so windig war. Das Deck fuellte sich und als wir in Picton einfuhren, standen fast alle Passagiere staunend und fotografierend auf dem Vorderdeck.

Ich verliess die Faehre und stattete dem Touristinfocenter von Picton einen Besuch ab, sammelte Broschueren ein, erfuhr dass die Apfelernte in Nelson erst Mitte Februar beginnt und machte daher nach einigen erfolglosen Telefonaten einen wwoof-Aufenthalt in Richmond, nahe Nelson, sicher. Da ich am naechsten Tag kommen sollte, suchte ich mir einen Campground und schlief die Nacht im Auto.

Der naechste Tag begann mit Regen und endete leider auch so. Ich liess mir fuer die Zeit von Picton nach Richmond viel Zeit, kam bei meinen hosts Pip und Janie am Nachmittag an und den Abend verbrachten wir damit, uns kennenzulernen. Die naechsten Tage ging ich Pip bei den verschiedensten Aufgaben zur Hand: beim Isolieren eines von ihnen vermieteten Ferienhauses mit Styrophor, beim Unkraut zupfen, Kartoffeln ernten (2 Eimer voll mit Minikartoffeln!), Tueren streichen, Tomaten pflanzen, Feuerholz fuer den Winter saegen und stapeln und beim Vorbereiten fuers Scheren der Schafe.

Die Feuerholz Geschichte glich einer Neverending Story, denn damit war ich fast jeden Tag beschaeftigt. Pip erklaerte mir, dass sie ca. 10-15 Baeume brauchen, um ueber den Winter zu kommen. Da gibt es einiges an Holz zu stapeln und ich kann mich inzwischen ohne Uebertreibung als Profi- Holzstapler bezeichnen (allerdings nicht als Hochstapler!).

Viele Touristen zahlen viel Geld fuer eine Sheep-Shearing-Auffuehrung, ich bekam das ganze gratis und in voller Action mit, denn ich durfte mithelfen. Pip schert die Schafe nicht mehr selbst, dafuer kommt ein professioneller Shearer, der pro Schaf 1.60 Dollar verlangt. Die Arbeit ging zuegig voran und nach knapp 2 Stunden waren 61 Schafe nackig. Geschoren wurde in der Shearing Shed wo die Schafe schon alle im Gatter mehr oder weniger erfreut darauf warteten, geschoren zu werden. Der Shearer ging ins Gehege, schnappte sich ein Schaf, griff unter dessen Vorderbeine und schleifte es auf den Hinterbeinen heraus, wo es auch schon mit dem Scheren losging. Je nach Widerstand des Schafes glich das Ganze einer Wrestling Auffuehrung und die Schafe waren mehr als froh, als sie endlich gehen durften. Pip griff sich die in einem Stueck abgeschorene Wolle, die ordentlich verpackt wurde und ich war fuers Aufsammeln der kleinen Wollstuecke zustaendig, die aufgrund schlechterer Qualitaet weniger wert sind. Die Laemmer, deren Wolle noch keine hohe Qualitaet hat, wurden getrennt von den erwachsenen Schafen geschoren und waren zum Schluss dran. Ich durfte auch mal ran und habe mir das kleinste Laemmchen geschnappt und auf den Hinterbeinen rausgezogen. Mit einem erwachsenen Schaf haette ich das nicht machen koennen!
Das ist es, was das Arbeiten auf einer Farm oder bei einer Familie ausmacht, man nimmt am taeglichen Leben teil und sieht/tut Dinge, die einem vorher unbekannt waren.

Wellington (12.01.-17.01.2006)

Am Donnerstag machte ich mich nach einer sehr stuermigen und daher fast schlaflosen Nacht im Auto auf den Weg nach Wellington. Zu allem Ueberdruss begann es zu regnen und sollte erst am spaeten Nachmittag wieder aufhoeren.

Kurz vor Wellington ist in einem grossen Park die Stelle zu bewundern, wo vor einigen Jahren Peter Jackson und Crew Szenen fuer Lord of the Rings' Rivendell (Bruchtal) gedreht haben. Zugegeben, haette dort nicht eine Schautafel gestanden, ich waere dran vorbeigelaufen.

In Wellington angekommen, kaempfte ich mich erstmal ohne kartenlesenden Beifahrer durch den Grosstadtdschungel und brauchte eine halbe Ewigkeit, bis ich mein Hostel fand. Dort las ich in einer Backpackerzeitschrift, dass ein kleines Hostel einen Manager sucht. Bin sofort hingefahren, aber leider war die Stelle schon vergeben.

Da Wellington fuer Autofahrer aufgrund der hohen Parkgebuehren ein recht teures Pflaster ist, fuhr ich bis 18 Uhr in der Gegend rum, denn von 18-8 Uhr ist Parken umsonst. Das bedeutete allerdings, dass ich am naechsten Tag 8 Uhr in der Frueh am Automaten stand, um ein Ticket zu kaufen.

Die folgenden Tage habe ich alle Sehenswuerdigkeiten abgeklappert, die mir wichtig erschienen: Mt. Victoria (tolle Aussicht ueber die ganze Stadt), die historischen Gebaeude Old St. Paul's Cathedral, Government Buildings und Premier House, Beehive, Cable Car, Botanical Gardens... Im Te Papa, Neuseelands Nationalmuseum, habe ich knapp 6 Stunden zugebracht, ohne alles gesehen zu haben. Der Hunger trieb mich nach Hause. Nach 3 Naechten habe ich das Hostel gewechselt, weil es dort (hart umkaempft!) Parkplaetze fuer die Gaeste gab. Nachteil des Hostels war die starkePraesenz von deutschen Gaesten, das ist manchmal wirklich nicht auszuhalten.

An einem Abend bin ich mit einem Englaender ein Bier trinken gegangen. Er kommt aus Bristol und als ich ihm erzaehlte, dass ich schon mal dort war und es ganz nett fand, war er ganz happy. Wer mich naeher kennt, weiss dass ich normalerweise kein Bier trinke. Das neuseelaendische Bier schmeckt aber fast wie Wasser, sogar ich habe mich daran gewoehnt!

Fuer alle, die auch was lernen wollen, der Sitz der Regierung wurde 1865 von Auckland nach Wellington verlegt, weil Wellington zentraler ist und fuer die Bewohner der Suedinsel besser zu erreichen ist. Auch das ist ein Grund fuer die anhaltenden Antisympathien der Aucklander gegen die Wellingtoner und umgekehrt. Als mich jemand fragte, wie mir Wellington gefaellt und ich wahrheitsgemaess antwortete, dass ich es schoener als Auckland finde, bekam ich die Antwort :"Everyone in Wellington will love you for that!" (Jeder in Wellington wird dich dafuer lieben!)

Da es mit einem Job leider nicht geklappt hat, buchte ich die Faehre auf die Suedinsel fuer den 17. Januar 2006 13 Uhr.

Donnerstag, Januar 12, 2006

Cape Palliser (10.01.-11.01.06)

Das 1. Mal alleine bin ich nun unterwegs in Richtung Wellington mit einem Abstecher an die suedliche Kueste Neuseelands. Anfaenglich ist es noch etwas ungewohnt, niemand der sich um die Musik kuemmert oder die Karte studiert und mir den Weg weist. Ich komme trotzdem am Cape Palliser, dem suedlichsten Punkt der Nordinsel, an und besteige die 258 Stufen zum Leuchtturm. Im Uebrigen muss ich gestehen, dass der Buchhalter in mir zum Vorschein kam - ich habe die Stufen nachgezaehlt - es stimmt! Danach habe ich einen Abstecher an den Strand gemacht und bin foermlich ueber die gutgetarnten, faul herumliegenden Seeloewen gestolpert. Wir waren wohl alle etwas ueberrascht, aber ich habe meine Verwunderung nicht durch lautes Bruellen kundgetan und war deshalb weniger furchteinfloessend.

Dem Tip eines Tankwarts folgend habe ich einen sehr ruhig gelegenen Campingplatz aufgesucht, um dort mein Nachtlager aufzuschlagen. Ueberrascht stellte ich fest, dass es die Putangirua Pinnacles waren, an denen einige Szenen fuer Herr der Ringe gedreht wurden. Zum Abendbrot wurde ich von einem aelteren Herren angesprochen, ob ich nicht mit ihm und seinem Sohn essen moechte. Ich sagte zu und wir verbrachten einen schoenen Abend mit typisch neuseelaendischem Essen dessen Name ich mir nicht merken kann (kleine Fische in einem Teig zu Pancakes gebacken), ein bisschen Alkohol und netten Gespraechen. Der Sohn ist Kiwi, der Vater Argentinier und sprach nur Spanisch, aber die Kommunikation klappte aufgrund guten Dolmetschens recht gut. Gegen Mitternacht beobachtete ich mit dem Sohnemann den Sternenhimmel, weil er mir garantierte, dass man Sternschnuppen sehen kann. Und was soll ich Euch sagen: Innerhalb von 30 Minuten sah ich 3 von ihnen!!!

Am naechsten Morgen stand ich zeitig auf, da eine Grossfamilie, die ihr Lager neben meinem aufgeschlagen hatte, es trotz aller Versuche leise zu sein, schaffte mich gegen 7 Uhr zu wecken. An Schlafen war nicht mehr zu denken, also stand ich auf und wanderte nach dem Fruehstueck in den Pinnacles herum und entdeckte auch recht bald die genaue Stelle, wo vor ein paar Jahren die "Pfade der Toten" fuer Herr der Ringe entstanden sind. Eine beeindruckende Landschaft aus ausgewaschenem Gestein, das bizarre Formen angenommen hat.

Ich entschloss mich, es heute ganz ruhig angehen zu lassen, fuhr ein wenig in der Gegend herum und schaute mich um. Am Nachmittag sorgte ich fuer einen gewissen Farbausgleich an meinem Koerper und legte mich an den Strand, damit die weissen Beine und der Bauch ein bisschen an Farbe zulegen und mit Armen, Fuessen und Gesicht mithalten koennen. Da mir der Campingplatz und die vorherrschende Stille so gut gefallen haben, verbrachte ich noch eine Nacht dort und genoss die Ruhe vor dem Sturm, schliesslich ging es am naechsten Morgen weiter nach Wellington.

Im Uebrigen muss ich noch erwaehnen, dass ich auf der Fahrt zum Cape Palliser beim Mt. Bruce Wildlife Center Stop gemacht habe und dort zum ersten Mal einen lebenden Kiwi live und wahrhaftig vor mir gesehen habe!!! Da Kiwis vor dem Aussterben bedroht sind (da Possums und andere Raeuber die Eier fressen oder die Jungtiere toeten), werden die Eier eingesammelt und in einer Art Brutkasten untergebracht. Die geschluepften Kiwis leben in einer kuenstlich geschaffenen Welt, bis sie irgendwann wieder in die Freiheit entlassen werden. In einer Art Terrarium, in dem das Leben des Waldes nachgestellt wird, leben im Mt. Bruce Center zwei Kiwis und einen davon habe ich gesehen. Es sah zum Schiessen niedlich aus, wie er -entenaehnlich-watschelte und mit seinem langen Schnaebeln frass. Ab sofort sind Kiwis meine absoluten Lieblinge, sie haben dem Minah, dem Frechdachs, den man so oft an Strassenraendern beobachten kann, den Rang abgelaufen.

Mt. Egmont, Napier, Hastings (04.01.-08.01.06)

Wolfgang hat uns also am Mittwoch verlassen und Katja und ich reisten nun alleine weiter. Zuerst gings in Richtung Westen zum Mt. Egmont (oder Mt. Taranaki in Maori), der aber leider viel zu schuechtern war und sich hinter dicken Wolken versteckte. Das Wetter zeigte sich allgemein nicht von seiner besten Seite, die meiste Zeit regnete es, so dass wir oft einfach weiterfuhren, weil wir bei Besichtigungstouren zu Fuss nass geworden waeren. Das Cape Egmont haben wir verpasst (durch den Regen wahrscheinlich das Schild uebersehen), in New Plymouth nur mal kurz einen Kaffe getrunken und dann gings von Stratford aus auf den Forgotten World Highway Nr. 43. Aufgrund der sinnflutartigen Regenfaelle und der geringen Bevoelkerungsdichte auf diesem Fleckchen Erde kamen wir uns wirklich vergessen vor und befuerchteten den nahenden Weltuntergang. Geschlafen haben wir in dieser regenreichen Nacht im Auto und am naechsten Morgen gings zeitig weiter.

Zu zeitig, denn in Whangamomona war noch kein Mensch auf Touristen vorbereitet. Whangamomona nennt sich seit 1988 Republik, denn sie erklaerten aufgrund von Unstimmigkeiten mit der lokalen Regierung ihre Unabhaengigkeit. Man kann sich im oertlichen Hotel, wo die Unabhaengigkeitserklaerung stattfand, seinen Reisepass abstempeln lassen, was nicht wirklich von Bedeutung ist, aber fuer Touristen, die diesen Weg auf sich nehmen, einen erinnerungswuerdigen Nebeneffekt darstellt. Wir zogen wie gesagt ohne Stempel von dannen, denn das Hotel oeffnet erst 11 Uhr.

Danach gings weiter Richtung Ohakune und von dort sollte man laut 'Herr der Ringe' location guide in eine Gegend kommen, die Filmfans leicht als 'Ithilien' identifizieren koennen. Leider hat es so stark geregnet, dass ich froh war, die Strasse zu erkennen, an Sightseeing war nicht zu denken. Da man durch den Tongariro National Park nicht durchfahren kann, fuhren wir drumherum und landeten wieder in Taupo, wo wir an der selben Stelle am See im Auto uebernachteten, wie ein paar Tage zuvor mit Wolfgang.

Nach dem Aufstehen gings schnurstracks und bei schoenstem Wetter an die Ostkueste nach Napier, der Art Deco Stadt. Napier wurde 1931 nach einem Erdbeben komplett zerstoert und die Bevoelkerung baute die Stadt innerhalb von 2 Jahren im Art Deco Stil neu auf. Darauf sind sie zurecht sehr stolz und feiern jedes Jahr ein Art Deco Festival zur Erinnerung. Wir checkten dort fuer 2 Naechte in der Stables Lodge, wo man Internet frei nutzten konnte (habe ich bisher in noch keinem hostel erlebt). Die Warteliste war lang doch bei geschicktem Timing fand sich immer eine Gelegenheit.

In der Naehe befindet sich das Cape Kidnappers, wo sich die groesste und spektakulaerste Festland-Brutstaette von Toelpeln befindet. Wir wollten uns die Voegel eigentlich ansehen, haetten aber entweder 5 Stunden in bruetender Hitze hin und zurueck laufen muessen (und dabei noch auf Ebbe warten muessen) oder eine Tour mit einem Traktor buchen muessen, die 30 Dollar gekostet haette. Das waren uns die Voegel dann doch nicht wert und wir fuhren weiter nach Hastings. Die Stadt ereilte 1931 das selbe Schicksal wie Napier, so dass man auch hier viele Art Deco Gebaeude bewundern kann.

Am naechsten Morgen sollte es wieder nach Wanganui gehen und auf dem Weg dorthin machen wir einen Abstecher auf den Te Mata Peak, wo man einen spektakulaeren Rundumblick auf das Umland hat. Dem 'longest place name in the world' haben wir einen Besuch abgestattet und uns gewundert, wie man den Titel "place" fuehren kann, wenn gerade mal 1 Haus vorhanden ist. Der Name des Ortes heisst uebrigens: Taumata whakatangi hangakoauau o tamatea turi pukakapiki maunga horo nuku pokai whenua kitanatahu ("The hilltop, where Tamatea with big knees, conqueror of mountains, eater of land, traveller over land and sea, played his koauau to his beloved").

Zurueck in Wanganui bereiteten wir unsere bevorstehende Trennung vor, entruempelten meinen fahrbaren Untersatz Wolfgang, wuschen Waesche und ich plante meine naechsten Tage in Wellington. Da ich fuer die Ueberfahrt auf die Suedinsel noch keine Faehre gebucht habe, man aber auf guenstige Tickets ca. 1 Monat warten muss, werde ich versuchen, in Wellington Arbeit zu finden, um meinen Geldbeutel etwas zu entlasten.

Samstag, Januar 07, 2006

Wanganui (01.01.-04.01.06)

In Wanganui haben wir nichts Aufregendes erlebt, was dem Umstand zuzuschreiben ist, dass wir uns hier vom Tongariro Walk erholen wollten. Waehrend unseres Aufenthalts erfuhren wir, dass die Wanderwege im Tongariro National Park wegen schlechten Wetters geschlossen wurden, bei Windgeschwindigkeiten von ca. 100 km/h waere das Bergebesteigen reiner Wahnsinn! Wir hatten mit dem Wetter richtig viel Glueck, wahrscheinlich mehr Glueck als Verstand.

Fuer unsere Reisegruppe haben sich ausserdem einige Veraenderungen ergeben, Wolfgang ist mit einigen Reisenden nach Wellington aufgebrochen und Katja wird im Hostel Tamaras Backpacker an der Rezeption arbeiten, so dass wir uns ebenfalls trennen werden. Ca. 1 Woche reisen wir nun noch zusammen, dann kommt nach ca. 2 1/2 Monaten die Trennung. Was wir in dieser Woche on the road noch erlebt haben, erfahrt Ihr beim naechsten Mal...

Freitag, Januar 06, 2006

Tongariro National Park (30.12.-01.01.2006)

Waehrend meiner Neuseeland - Vorbereitungen habe ich schon unendlich viele Bilder vom Tongariro National Park gesehen und wollte die atemberaubenden Landschaften nun selbst einmal hautnah erleben. Die meisten Touristen laufen aus Zeitgruenden den Tongariro Crossing, ein one-day-walk von 17 km und ca. 7-8 Stunden. Wir haben uns fuer den Tongariro Northern Circuit entschieden, der 50 km lang ist und in 3-4 Tagen gelaufen werden kann.

Wir starteten leider erst sehr spaet vom Whakapapa Visitor Centre und liefen 3 Stunden zu unserem 1. Etappenziel, der Mangatepopo Hut. Der Weg dorthin war gesaeumt von vielen Treppenstufen, so dass nach einer Weile die Knie schmerzten. Das 2. Etappenziel, die Emerald Lakes, waren am schwierigsten zu erreichen und kosteten mich viel Kraft und Anstrengung. Wir erklommen hohe Berge, kletterten ueber Stock und Stein beziehungsweise riesige Felsbrocken und hatten auf dem hoechsten Punkt von 1886 Meter ueber dem Meeresspiegel so hohe Windgeschwindigkeiten (ca. 60-70 km/h), dass wir uns kaum noch auf den Beinen halten konnten. Waehrend des Anstiegs verfluchte ich den Wind, meine asthmageplagte Lunge, mich selbst fuer diese bloede Idee herzukommen und die Zeit, da ich das Gefuehl hatte, sie arbeite staendig gegen uns. An den Emerald Lakes angekommen, stellten wir alle erleichtert fest, dass wir die vorgeschriebene Zeit von 3:30 Stunden eingehalten hatten, genossen die Vulkanlandschaft, die farbenfrohen Kraterseen und das herrliche Wetter (mal abgesehen vom Wind war das Wetter fantastisch, die Sonne schien) und gingen schon ziemlich muede, aber motiviert weiter. Das 3. und letzte Ziel des Tages war die Oturere Hut, die wir nach 1 1/2 Stunden erreichten. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir Lavataeler, genossen die Aussicht auf den Mt. Ngauruhoe und Mt. Ruapehu und man hatte das Gefuehl, man laufe durch Tolkien's Mordor. Kurz nach 21 Uhr erreichten wir bei Daemmerung die Huette, assen eine Kleinigkeit und fielen nach 8 Stunden Wanderung hundemuede ins Bett.

Tag 2 fing nicht sehr vielversprechend an, es stuermte und regnete die ganze Nacht und wir waren so demotiviert, dass wir gar nicht aus unseren Schlafsaecken heraus wollten. Das Wetter besserte sich allerdings, so dass wir frohen Mutes weiterzogen. Allerdings trennten sich unsere Wege vorerst, Wolfgang ging noch mal ein Stueck des Vortages zurueck, um in den Kraterlandschaften des Mt. Tongariro herumzuwandern; Katja und ich nahmen uns die 4. Etappe vor, die Waihohonu Hut. Der Weg war fuer 3 Stunden ausgeschrieben, auf der Huette sagte man uns, man schaffe den Walk in weniger als 2 Stunden und wir brauchten letzten Endes 4 Stunden. Der Wind blies so heftig, dass wir Probleme hatten, uns aufrecht zu halten und geradeaus zu gehen und der Sand blies in unsere Gesichter. Wir liefen vermummt und sahen kaum die spektakulaere wechselhafte Landschaft. Hinter jedem erklommenen Berg bot sich uns eine vollkommen andere Kulisse.

Erleichtert erreichten wir die Huette, wie auch Wolfgang einige Stunden spaeter und dort feierten wir mit ca. 25 anderen Wanderern Silvester. Jeder hatte zumindest einen kleinen Tropfen Alkohol zum mitternaechtlichen Anstossen dabei. Das war ein Silvester der ganz besonderen Art, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Das 5. und letzte Ziel des Walks war am naechsten Tag das Whakapapa Visitor Centre, das wir erleichtert (dass wir es geschafft hatten) und muede erreichten. Nach einem kurzen Studium des neuseelaendischen Kartenwerks entschieden wir uns, in Whanganui zu uebernachten, was 1 1/2 Stunden entfernt liegt. Ich war ziemlich muede und geschafft, aber Wolfgang hielt mich waehrend der Fahrt wach, so dass wir sicher an unserem Ziel ankamen. Nach Abendessen und Dusche fielen wir ins Bett und schliefen wie die Koenige!

Donnerstag, Dezember 29, 2005

Tauranga, Rotorua, Taupo (21.12.-30.12.05)

Schneller als erwartet holte uns Weihnachten ein, wir wachten morgens auf und konnten es gar nicht glauben. Da es verschiedene Vorstellungen darueber gab, wie und vorallem wo wir Heiligabend verbringen und es bekanntermassen sehr schwierig ist, unterschiedliche Meinungen unter einen Hut zu bringen, haben wir uns entschlossen, im hostel zu bleiben. Dort haben alle Bewohner zusammen gekocht und gegessen (und natuerlich auch getrunken), so dass es am Ende ein schoener Abend wurde.

Der 1. Weihnachtsfeiertag wurde zum Entspannen genutzt und zum spaeten Nachmittag sind wir zum nahe gelegenen Mt. Maunganui gefahren, um ihn aechzend und kraechzend (wir haetten vielleicht doch weniger essen sollen...) zu besteigen und die Aussicht zu geniessen. Am Strand sind wir auch noch mal entlang geschlendert, um die Kiwis bei ihrem Weihnachtstreiben zu beobachten. Die meisten hatten aber ihr BBQ bereits beendet, so dass der Strand gluecklicherweise nicht mehr so voll war.

Am 2. Weihnachtsfeiertag machten wir uns auf den Weg nach Rotorua, wo wir im Cactus Jack's Backpacker abgestiegen sind. Am gleichen Tag streiften wir noch durch den Kuirau Park, der einen kleinen (und kostenlosen) Ausblick auf das bot, was uns am naechsten Tag erwarten sollte: stinkende, dampfende Matschloecher! Die bestaunten wir am Dienstag fuer schlappe 23 Dollar im Wai-O-Tapu. Zu sehen gabs ausserdem den zu unrecht als Sensation angepriesenen Lady Knox Geyser (da wird mit Waschpulver nachgeholfen!), die Champagner Pools und verschiedene Farbablagerungen an Gesteinen und in Seen aufgrund verschiedener chemischer Elemente und Reaktionen. Ich verzichte hiermit auf laengere Ausfuehrungen ueber das Wie und Warum der unterschiedlichen Verfaerbungen, das uebersteigt mein einfaches chemisches Wissen und interessiert vielleicht auch nicht jeden. Die Fotos sind viel spannender und ich habe ausfuehrlich fotografiert!
Nach einem kurzen Abstecher zu den Mud Pools, die unsere Geduld auf die Probe stellten (versucht mal das Blubbern eines Matschlochs im richtigen Augenblick zu fotografieren!) fuhren wir weiter nach Taupo.

Dort verabschiedeten wir uns von Tina, da sie bereits hier gewesen ist und wie gewoehnlich einem straffen Zeitplan folgt. Nach einem kleinen Stadtbummel suchten wir uns am Lake Taupo eine schoene Stelle zum Uebernachten. Waehrend der Nacht arbeiteten die Sandflies fleissig und hinterliesen ihre Spuren.

Am Mittwoch besuchten wir die Huka Falls an Neuseeland groesstem Fluss, dem Waikato River, wurden dort aber von schlechtem Wetter ueberrascht und mussten das Laufen pitschnass aufgeben. Eine weitere Nacht im Auto fiel damit ebenfalls ins Wasser, weil Wolfgang kein Zelt hat. Wir checkten also in der Rainbow Lodge in Taupo ein und genossen erstmal eine Dusche!

Donnerstag morgen war das Wetter wieder schoen und wir nahmen spontan in Angriff, was Katja von vorneherein machen wollte und wofuer ich mich ein paar Tage zuvor entschlossen hatte: Tandem Skydiving. Wir riefen dort an und 20 Minuten spaeter wurden wir bereits mit der Limo abgeholt (von Peter, den wir in Kerikeri beim Zucchini picken kennengelernt haben!). Dann ging alles gluecklicherweise ganz schnell. Dort angekommen wurde man bereits in den Anzug und das Equipment gesteckt, schnell noch ein paar Fotos am Flieger gemacht und waehrend des Flugs bekommt man noch ein paar Instruktionen und wird am Tandemmaster befestigt (meiner hiess Steve). Die erfahrenen Tandemmaster tun alles, um die Nervoesitaet ihrer Schuetzlinge durch Herumalbern noch zu steigern und so erfaehrt man von angeblichen Unfaellen und muss miterleben, wie der eigene Tandemmaster als unwissend und unerfahren hingestellt wird. Man weiss natuerlich, dass dies alles nicht der Wahrheit entspricht, aber es faellt schwer, die Freude der Anderen ueber die Spaesse zu teilen. Dann geht ploetzlich die Tuer auf und die ersten zwei Springer (unter anderem auch Katja) sind verschwunden. Die anderen zwei (darunter auch ich) sind auf 15.000 Fuss hoch geflogen (Katja ist 12.000 Fuss gesprungen). Am Tandemmaster festgeschuerrt wird man in Richtung Tuer geschoben und moechte am liebsten zurueck. Und dann kippt man schon aus dem Flieger und rast ueber eine Minute bei 250 km/h im freien Fall nach unten! Den freefall konnte ich allerdings nicht so richtig geniessen, die Sinne versagen und man hoert sich nicht mal schreien. Als Steve den Fallschirm zog und wir ruckartig verlangsamen, dachte ich, dass es endlich vorbei ist! Nun konnte ich waehrend des Gleitens den genialen Ausblick geniessen und war nach ca. 4 Minuten traurig, dass wir schon wieder gelandet sind. Sicher am Boden angekomen, hatte ich noch wackelige Knie, war aber happy, dass ich es gewagt habe. Nochmal muss ich es aber nicht machen, einmal Adrenalinschub pur reicht vollkommen aus!

Nach dieser morgendlichen Aufregung fruehstueckten wir erstmal ausgiebig (dafuer war vorher zum Glueck keine Zeit...!) und begaben uns anschliessend zu den Craters-of-the-moon, wo wir mal wieder dampfende Loecher bestaunen konnten. Wenn wir morgen diese Gegend verlassen, habe ich genug davon gesehen. Ist mal interessant zu sehen, aber auf Dauer auch recht eintoenig.

Vor Silvester schaffe ich es nicht noch mal ins Internet, weil wir eine laengere Wanderung planen. Ich wuensche Euch also ein gesundes neues Jahr, bleibt gesund und macht nicht zu viele Vorsaetze, die man sowieso nicht einhaelt!

Freitag, Dezember 23, 2005

Coromandel (20.-21.12.)

Am Montag den 19. Dezember sollte es endlich weitergehen, die Sachen waren gepackt und im Auto verstaut und auch Wolfgang haben wir davon ueberzeugen koennen, dass das Reisen mit uns viele Vorteile bietet. Leider endete unsere Fahrt in der Hobbson Street in Auckland, weil es aus unserer Kuehlerhaube qualmte. Der Motor war heiss gelaufen, weil wir Kuehlerfluessigkeit verloren. Also rief ich mal wieder beim AA an, um abgeschleppt zu werden. In der Werkstatt beruhigte man uns, dass der Motor nicht hinueber sei, sondern nur irgendwo ein lack vorhanden ist. Die Reparatur (nur ein kaputtes Stueck Schlauch) wurde noch am selben Tag durchgefuehrt, ich erleichterte mich um 157 Dollar und wir schliefen noch eine Nacht in Auckland, weil es sich nicht gelohnt haette, weiterzufahren.

Dienstag sollte es dann aber wirklich endlich losgehen und wir fuhren Richtung Coromandel. Die Landschaft war traumhaft, ich konnte sie aber aufgrund der kurvenreichen Strecke und der erforderlichen Konzentration nicht so richtig geniessen. Die letzten Kilometer ging es nur noch ueber Schotterstrassen, der Auskblick wurde dafuer aber immer schoener. Wir kamen aus dem Staunen und den Ah's und Oh's nicht mehr heraus. Uebernachtet haben wir ganz oben im Norden an der Fletcher's Bay, wo sich Katja und ich das Auto zum Schlafplatz herrichteten und Wolfgang draussen schlief. Die Nacht war, im Vergleich zur letzten Nacht im Auto am Cape Reinga, sehr erholsam, weil uns keine Mozzys aergerten.

Mittwoch gings dann leider schon wieder weiter in Richtung Tauranga mit Abstechern zum Hot Water Beach (leider war Flut, deswegen konnten wir keine heissen Quellen ausbuddeln) und Cathedral Cove. In Tauranga haben wir in der Bell Lodge eingecheckt, wo wir gemeinsam mit Tina Weihnachten feiern.

Ich wuensche Euch allen frohe und besinnliche Weihnachten und ein gesundes neues Jahr. Startet gut ins Jahr 2006 und drinkt ein Glas Sekt fuer mich mit. Wo wir New Year feiern, steht noch in den Sternen, das wird sich spontan ergeben.

Donnerstag, Dezember 15, 2005

Auckland (05.12.-19.12.05)

Es ist mal wieder an der Zeit fuer ein paar Zeilen. Seit letzter Woche sind wir wieder in Auckland, was verschiedene Gruende hat.
1. Katja wollte mal in den Alltag einer neuseelaendischen Schule reinschnuppern und deswegen nahm sie 2 Vormittage am Unterricht einer Grundschule teil.
2. Ich wollte meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt fuer die Zeit nach meinem Reisen in meiner Branche in Auckland beziehungsweise Neuseeland allgemein abchecken. Bin jetzt gerade dabei, meine Bewerbungsunterlagen herzurichten, Adressen von Firmen und Personaldienstleistern rauszusuchen und mir einen Ueberblick ueber den Immobilienmarkt in Neuseeland zu verschaffen. Alles gar nicht so einfach.

Von Montag bis Mittwoch waren wir in Raglan und haben Peter & Rossi besucht, die ich aus dem Neuseelandforum kenne. Wir hatten eine sehr schoene Zeit dort, haben viel geredet und gelacht, haben uns Raglan und Umgebung angeschaut und die Kochkuenste der beiden genossen. Ich habe mich sehr darueber gefreut, die beiden mal kennenzulernen und wer weiss, vielleicht war es ja nicht das letzte Mal... Auf jeden Fall noch mal vielen Dank an Euch beide!

Am kommenden Montag verlassen wir Auckland, um uns ueber einige Umwege in Tauranga einzufinden, wo wir zusammen mit Tina Weihnachten feiern werden. Die Unterkunft ist bereits gebucht und momentan arbeiten wir noch daran, auch Wolfgang zum Mitkommen nach Tauranga zu ueberreden. Wolfgang ist gerade wieder in Auckland und wollte eigentlich schnellstmoeglich nach Wellington. Ob wir mit unseren Ueberredungskuensten Erfolg hatten, werde ich beim naechsten Mal berichten...

Samstag, Dezember 03, 2005

Northland (01.12.-03.12.05)

Am Dienstag bekamen wir die Nachricht, dass dies unser letzter Arbeitstag sei. Da eigentlich nur 4 Maedels eingestellt werden sollten, wir aber immer 5 oder 6 waren, war die Arbeit an den Kiwis schnell erledigt. Deshalb brachen Katja und ich schon am Donnerstag aus Kerikeri auf.

Wir folgten einem Tip und fuhren an die Doubtless Bay nach Mangonui = ein vertraeumter kleiner Ort, wo wir leckere Fish&Chips gegessen haben. Die Fahrt zum Cape Reinga fuehrte uns nach einem Abstecher im Gumdiggers Park durch abwechslungsreiche Landschaften und die letzten 20km ueber eine steile kurvige Schotterstrasse. Das Auto tat mir richtig leid, als wir endlich auf dem Parkplatz vom Cape Reinga anhielten. Da waren wir also - am noerdlichsten Punkt Neuseelands! Hier treffen die Tasmanische See und der Pazifische Ozean aufeinander und angeblich sieht man das auch. Nun gut, wir sahen es nicht.

Uns blieb auch nicht viel Zeit, denn es war schon frueher Abend und da uns eine Nacht im Auto bevorstand, machten wir uns nach den obligatorischen Fotos auf die Suche nach einem Campingplatz. Dieser befand sich an der traumhaft schoenen Taputaputa Bay und fuer nur 7 Dollar pro Person haben wir dort genaechtigt. Von Nachtruhe moechte ich lieber nicht sprechen, denn alles was summen konnte, befand sich bei uns im Auto. Die Jagd auf uns war eroeffnet. Davon mal abgesehen, habe ich ganz gut geschlafen. Katja ging es aufgrund ihrer Groesse nicht ganz so blendend, sie konnte sich leider nicht ausstrecken. Am naechsten Morgen genossen wir bei fantastischem Wetter und einer Bilderbuchkulisse unser Fruehstueck und sind schweren Herzens weitergefahren.

Da wir fuer den Freitag keinen Schlachtplan ausgearbeitet hatten, fuhren wir einfach drauf los. Mal kurz zum legendaeren Ninety Mile Beach gefahren und enttaeuscht festgestellt, dass es auch nur ein Strand ist, der aber meisterhaft vermarktet wird. Stecken gebliebene Fahrzeuge haben wir leider nicht gesichtet, dafuer allerdings einige Meeresbewohner, die bei der letzten Flut angeschwemmt wurden und es nicht mehr ins Wasser zurueck geschafft haben.

Nach einer abenteuerlichen Autofahrt sind wir schliesslich in Kohukohu gelandet, wo wir eigentlich mit der Faehre nach Rawene uebersetzen wollten. Zum Glueck haben wir es uns anders ueberlegt und haben im The Tree House eingecheckt, wo wir es uns im Schulbus Lizzy gemuetlich gemacht haben. Vor dem eigenwilligen Schaf wurden wir sofort gewarnt und seinem Ruf wurde es alsbald gerecht, als es auf unserer bescheidenen Veranda erschien, an unserer aufgehaengten Waesche schnupperte, auf die Veranda pinkelte, in unseren Bus kletterte und die Gartenmoebel in einem Akt wilder Zerstoerung umschmiss. So wird nichts aus einer guten Nachbarschaft und das habe ich dem Schaf auch gesagt!

Um die Stille und Abgeschiedenheit und vorallem die Ausgefallenheit des hostels geniessen zu koennen, haben wir fuer 2 Naechte gebucht. Der Abstecher nach Rawene am naechsten Morgen erwies sich als unspektakulaer, deswegen haben wir nach ein paar Fotos wieder die Faehre zurueck genommen, lecker Mittag gekocht und nun lassen wir den Tag ruhig ausklingen.

Montag, November 28, 2005

Kerikeri II (14.11.-01.12.05)

Katja und ich sind noch immer in Kerikeri - wer haette das gedacht. Nach einer harten Woche Zucchinis pfluecken haben wir mal nett angefragt, ob auch andere Jobs da waeren und schwups - hatten wir einen neuen Job! So schnell geht das! Jetzt machen wir kiwi thining, schnippeln also die kiwis vom Baum, die zu klein sind oder nicht dem "Schoenheitsideal" entsprechen (ja, bei den kiwis ist das auch schon ein Thema, nicht nur bei uns verrueckten Menschen!), so dass also die anderen kiwis genug Platz zum Wachsen haben. Ist auch nicht gerade spannend und geht auf den Nacken, aber nach der Zucchini Plagerei bin ich ueber alles andere dankbar!

Nach dem wir 12 Tage durchgearbeitet haben (sogar Samstag und Sonntag) hatten wir dieses Wochenende endlich mal frei, was wir auch ausgiebig genutzt haben. Haben ein wenig sightseeing betrieben, sind an die wunderschoene Matauri Bay gefahren und hatten in Pahia ein ganz besonderes Erlebnis - ich hatte vergessen, das Licht am Auto auszuschalten und als wir wiederkamen, war die Batterie leer. Zum Glueck hatte ich 2 Tage zuvor die Mitgliedsbestaetigung vom AA (neuseelaendisches Gegenstueck zum ADAC) bekommen, so dass gleich Hilfe kam. Ich bin mir sicher, dass ich das Licht nicht noch einmal vergessen werde...

Wir bleiben noch bis Samstag, dann machen wir weiter in Richtung Norden zum Cape Reinga (noerdlichster Punkt Neuseelands), klappern da oben noch ein paar schoene Straende ab (dabei fotografiere ich mich immer dumm und daemlich), machen auf dem Rueckweg noch mal einen kurzen Abstecher nach Auckland und halten uns dann in Richtung Sueden. Dann steht auch schon Weihnachten vor der Tuer, das wir mit Tina in der Bay of Plenty irgendwo am Strand verbringen wollen. Wird sicherlich ganz komisch, aber ich freu mich schon drauf.

Vielen Dank uebrigens fuer Eure zahlreichen Kommentare, freue mich immer riesig, etwas aus der Heimat zu lesen.

liebe Gruesse

Samstag, November 19, 2005

Kerikeri (14.11.-...)

Nun sind Katja und ich in Kerikeri und pfluecken den lieben langen Tag Zucchinis, um ein wenig Geld zu verdienen. Die Arbeit ist recht stupide und man hat viel Zeit zum Nachdenken. Wahrscheinlich zu viel Zeit. Zum Glueck habe ich meinen ipod dabei, so dass ich meine Musik hoeren kann, sonst wuerde ich die Tage nicht ueberstehen.

Nach einigen Tagen picken verfolgen mich bereits die Zucchinis. Nachts traeume ich von ihnen, schliesse ich tagsueber die Augen, habe ich sie vor mir und wenn ich die Augen oeffne, stehe ich sowieso gerade in einem Zucchini Beet. In unserer Unterkunft liegen Zucchinis herum, weil man sich welche fuer den persoenlichen Bedarf mitnehmen kann. Und die Klamotten stinken nach Arbeit und Zucchinis. Und dass, wo ich Zucchinis gar nicht mag! Wenn wir noch eine Weile hier bleiben, kann ich vielleicht ein Zucchini Kochbuch veroeffentlichen, denn wir essen sie jeden Abend in verschiedenen Variationen zum Abendbrot.

Wir picken meist bis 17 Uhr, danach gehen wir duschen, erledigen noch ein bisschen Schreibkram, dann wird noch schnell gegessen und dann gehts ins Bett, schliesslich klingelt um 6 Uhr in der Frueh schon wieder der Wecker. Nicht sehr aufregend. Aber so kommt man wenigstens nicht auf die Idee, das hart erarbeitete Geld wieder auszugeben. Wir wollen insgesamt 2 Wochen bleiben, mal sehen, ob wir so lange durchhalten. Ich werde berichten...

Russell (12.11.-13.11.05)

In Gedenken an unsere tolle Zeit auf Waiheke Island haben Katja, Tina und ich "unser" Auto spontan "Wolfgang" getauft, so dass "Wolfi" nun immer bei uns ist. Wir sind also nach Russell aufgebrochen und nach einem Stop im Warkworth & District Museum (mehr oder weniger ein Ramsch Museum, aber sehr liebevoll hergerichtet; der Besitzer fuehrte uns herum und hatte viel zu erzaehlen) und dem Besichtigen einiger Kauri Baeume sind wir abends in Russell angekommen. Wir waren sofort begeistert. Russell ist eine kleine romantische Stadt, die ein wenig an die amerikanischen Suedstaaten erinnert, zumindest was die Bauweise der Haeuser betrifft. Das hostel war ein Minihostel, in dem gerade mal 6 Personen unterkommen koennen. Dafuer hat man die Gelegenheit, abends bei einem Glas Wein oder einer Tasse Tee mit dem kuenstlerisch veranlagten Besitzer lange Gespraeche zu fuehren. Wir haben uns auf jeden Fall sehr wohl bei Barrie gefuehlt!

Am naechsten Tag wollten wir eigentlich mit dem kayak fahren, aber das ging nur von Pahia aus und dafuer haetten wir mit der Faehre hinfahren muessen. Das wollten wir nicht und so sind wir in Russell spazieren gegangen und haben uns an den wunderschoenen Long Beach gelegt.

Montag den 14.11. gings dann schon weiter nach Kerikeri, wo sich unsere Wege erstmal trennten, denn Tina geht von nun an ihre eigenen Wege, weil sie weniger Zeit zur Verfuegung hat, als Katja und ich.

Freitag, November 11, 2005

Waiheke Island (07.11.-11.11.05)

Nach einer Woche fernab von jeglicher Zivilisation sind wir zurueck in Auckland. Zurueck im Smog, im Grosstadtlaerm und den Menschenmassen. Was fuer eine Umstellung!

Aber noch mal ganz von vorn: Wir (das sind Katja, Tina, Wolfgang und ich) haben am Montag mit der Faehre nach Waiheke Island uebergesetzt, eine kleine Insel vor Auckland. Dort haben wir uns zum wwoofen gemeldet, also zur Farmarbeit. Eigentlich waren 3 schon ein bisschen viel fuer den Farmer und als Wolfgang dann auch noch vor ihm stand, war er anfaenglich nicht gerade begeistert, aber er hat ihn trotzdem mitgenommen. Die Fahrt zur Farm war sehr lustig, Wolfgang versuchte in seinem gebrochenen Englisch einige Dinge zu erlaeutern (wenn Darren- der Farmer sie nicht verstanden hat, kann ich das nachvollziehen, ich wusste auch nicht immer, was Wolfgang da eigentlich erzaehlt), zwischendurch waren wir am Strand Muscheln sammeln, weil Darren noch mal in die Werkstatt musste, kurz eingekauft haben wir noch schnell und den Rest der Fahrt haben wir die atemberaubende Landschaft genossen. Kurze Zeit nach der Ankunft sind wir den Mt. Manganui hochgeklettert, was zwar eine Schunderei ist, aber die Aussicht war es definitiv wert! Dort oben haben wir den Sonnenuntergang bestaunt und uns geaergert, weil wir unsere Kameras nicht dabei hatten. Das fotografieren haben wir dann an unserem letzten Abend nachgeholt.

Bei der Farm handelt es sich um eine 100% organic farm, es wird auf Chemie, Pestizide usw. verzichtet, was bedeutet, dass wir unendlich viel Unkraut zu zupfen hatten. Ansonsten haben wir alle anfallenden Arbeiten erledigt und versucht, nicht im Weg zu stehen. Laura, Freundin von Darren, war mit den Vorbereitungen fuer ein grosses Festival beschaeftigt, welches sie durch Catering unterstuetzt. Ihre gemeinsame Tochter Jala ist ein echter Juwel, gerade mal 2 Jahre alt aber quicklebendig und sehr fordernd. Sie schafft es problemlos, die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich zu lenken.

Waeren die beiden ein bisschen besser organisiert gewesen, haetten wir sicherlich waehrend unserer Anwesenheit noch sehr viel mehr erreichen und helfen koennen, denn sie haben die Farm erst seit 6 Monaten, so dass es noch sehr viel zu tun gibt. So fuehlten wir uns manchmal schon ein wenig nutzlos oder als Zeltbauer-Azubis (ihre Firma- ein Zelteverleih- heisst Best in Tents). Aber auf der Farm gibt es auch noch 2 Esel und ein paar Huehner, denen wir unsere Aufmerksamkeit geschenkt haben. Die bloeden Huehner wussten das allerdings nicht zu schaetzen und wollten sich nicht von uns einfangen lassen.

Da im Haus nicht genuegend Platz fuer alle war, haben wir draussen im Zelt geschlafen. Das war eine recht lustige Angelegenheit, wenn man mal von den Mosquitostichen und Sandfliesbissen absieht. Jeden Morgen entbrannte ein Wettstreit, wer wohl in der Nacht am meisten in Mitleidenschaft geraten war. Obwohl ich am rechten Ellenbogen so ca. 8 Stiche habe, bin ich nicht als Sieger aus diesem Wettstreit gegangen! Tina hat es am schlimmsten erwischt, sie muss wohl was besonderes an sich haben...!

Nun sind wir also wieder in Auckland im Bamber House und unsere erste Amtshandlung war das Duschen! Darren und Laura leben sehr sparsam, der komplette Strombedarf des Hauses wird aus Solarzellen gewonnen. Die Klospuelung soll man nur bei groesseren Geschaeften betaetigen und wenns geht auch nicht so oft und so lange duschen. Das haben wir dann im hosten nachgeholt und auch erstmal unsere Klamotten gewaschen. Morgen gehts dann allerdings schon weiter in Richtung Russel (also in den Norden). Ich habe mir letzten Sonntag ein Auto gekauft (einen weissen Subaru, schnuckeliger kleiner Kombi), so dass wir nun unser Gepaeck einfach nur noch ins Auto schmeissen muessen und dann geht es los. Keine Schlepperei mehr!

Das wars fuer heute, mal sehen, was es das naechste Mal zu berichten gibt.
Katja

Freitag, November 04, 2005

erste Eindruecke aus Auckland

Danke fuer all Eure zahlreichen comments, ueber die ich mich sehr gefreut habe. Leider kann ich nicht jedem einzeln antworten, das uebersteigt meine freie Zeit und das Internet im hostel kostet auch 2 Dollar pro 30 Minute. Zur Zeit sitze ich in einem Internetcafe in der Stadt, wo es ein wenig guenstiger ist.

Was habe ich in den letzten Tagen getan? Erstmal habe ich mir eine Adresse, ein Bankkonto und eine Steuernummer besorgt, um legal hier arbeiten zu koennen. Dann habe ich mir ein wenig Auckland angeschaut. Die Aussicht vom Sky Tower ist einfach fantastisch, auch wenn mich die Glasscheiben im Boden einige Ueberwindung gekostet haben. Auch wenn man ganz genau weiss, dass beim Drueberlaufen nichts passieren kann, klammert man sich automatisch am Gelaender fest - ist alles nur eine bloede Kopfsache!

Dem Auckland Museum habe ich einen Besuch abgestattet und habe mich dort sehr lange aufgehalten. Das Museum kann ich wirklich empfehlen, man lernt viel ueber die Flora und Fauna Neuseelands und vorallem ueber die Geschichte und die Kultur der Maoris.

Ansonsten sass ich in den letzten Tagen sehr oft und lange im Albert Park, habe die Menschen beobachtet, das schoene Wetter genossen und die Eindruecke auf mich einwirken lassen. Die Baeume dort (und generell in Auckland) sind einfach faszinierend, ich glaube nicht, dass ich solche Baeume schon mal in Deutschland gesehen habe. Habe viele Fotos gemacht, vielleicht kann ich sie hier irgendwan mal praesentieren.

Eine kleine Wandertour durch Auckland habe ich auch schon gemacht, aber nachdem es erstens sehr heiss war und ich zweitens einige Punkte des eigentlich ausgeschilderten Walks nicht gefunden habe, habe ich mich an einen wunderschoenen kleinen Strand namens Lady's Bay gesetzt und ein paar Stunden dort zugebracht (und mir trotz Sonnencreme einen Sonnenbrand geholt). Habe dort sehr lange mit zwei Einheimischen gequatscht, bis ich irgendwann nach Hause bin. Im hostel wartete dann Katja aus Thueringen auf mich, die gerade aus Australien angekommen war. Wir schreiben uns schon seit ein paar Monaten E-Mails. Am Donnerstag habe ich noch Tina vom Flughafen abgeholt und zusammen machen wir nun die Stadt unsicher.

Im hostel sind sehr viele Deutsche (ich schaetze so ungefaehr 60% der Gaeste), so dass man sehr schnell ins Gespraech kommt. Katja, Tina und ich haben nun als naechsten Punkt eventuell Waiheke Island (eine keine Insel bei Auckland) ins Auge gefasst, wo wir gern ein paar Tage bleiben und wwoofen (auf einer Farm arbeiten) wollen. Wir werden heute noch dort anrufen und fragen, ob sie auf der Farm noch 3 Leute brauchen. Ansonsten spiele ich nun immer oefter mit dem Gedanken, ein Auto zu kaufen, weil ich einfach keine Lust habe, beim Rumreisen das ganze Gepaeck zu schleppen. Ausserdem ist man viel unabhaengiger und spart sich eventuell auch das Geld fuer die Unterkuenfte. Mal sehen, am Sonntag ist ein Besuch des Automarktes geplant, wo ich mit jemandem hingehen moechte, der mehr Ahnung von Autos hat als ich.

Viel mehr gibt es eigentlich noch gar nicht zu erzaehlen, mir geht es sehr gut und nachdem ich nun auch mit einigen Leuten im hostel ins Gespraech gekommen bin, fuehle ich mich dort auch nicht mehr so allein. Ich schlafe im Zimmer mit zwei Jungen aus Deutschland (den einen kenne ich uebrigens auch vom Neuseelandforum) und gegessen wird immer in einer grossen Runde, zu der jeder etwas beisteuert. Die Stimmung ist gut und wir sind alle sehr gespannt auf Neuseeland. Ausser Katja, die das ganze schon in Australien gemacht hat, weiss noch keiner so richtig, was auf ihn zukommt, aber wir sind alle zuversichtlich!

Womit ich mich allerdings nicht anfreunden kann, ist diese bloede Tastatur, einige Buchstaben sind verstauscht und auch die Striche, Punkte, Anfuehrungszeichen usw. sind woanders. Und ich vermisse meine Umlaute...!!!

Schoene Gruesse nach Hause!
Katja

Sonntag, Oktober 30, 2005

erste Gruesse aus Auckland

So, nun bin ich endlich in Auckland angekommen, was ich Euch natuerlich nicht vorenthalten wollte. Nach gefuehlten 125 Stunden insgesamt im Flieger bin ich jetzt erstmal froh, eine ganze Weile nicht fliegen zu muessen. Obwohl ich ja zugeben muss, dass das Essen wirklich lecker ist, aber deswegen setzt sich wohl niemand freiwillig 25 Stunden in einen Flieger. Das Unterhaltungsprogramm war allerdings erstklassig, gerade bei Qantas. Bei all den Kinofilmen, Radiosendern und verfuegbaren CD's konnte man sich gar nicht entscheiden.

Das hostel habe ich recht schnell gefunden und anschliessend kurz mein Fruehstueck fuer morgen eingekauft (Gott sei dank haben hier die Laeden auch am Sonntag abend um 18.00 Uhr noch auf...). Werde heute wohl nicht so spaet ins Bett gehen, um meinen nicht genehmigten Schlaf nachzuholen.

Im Flieger von Melbourne nach Auckland sass uebrigens eine nette aeltere Dame neben mir, mit der ich mich super unterhalten habe. Sie ist vor ca. 40 Jahren von Yorkshire (England) nach Neuseeland ausgewandert und hat mir viele Tips und Ratschlaege gegeben. Als der Flieger auf neuseelaendischem Boden aufsetzte, meinte sie zu mir "Welcome to New Zealand". Sie hat mir sogar ihre Telefonnummer gegeben und ich soll mich bei ihr melden, wenn ich mal Hilfe brauche. Ich war ehrlich gesagt ganz schoen baff. Sowas passiert einem eben nur mit Neuseelaendern!

Sonst gibt es noch nichts Aufregendes zu berichten, weil ich noch nichts unternommen habe. Morgen werde ich sicherlich nach Auckland reinlaufen, um den organisatorischen Kram zu erledigen (Steuernummer, Postfach, Telefonkarte). Zu gucken gibts ehe nicht viel, wie mir meine Flugbegleitung mitteilte, denn Auckland besteht eigentlich nur aus der Queens Street und den angrenzenden Strassen. Nichts im Vergleich zu London, Berlin oder Hong Kong. Aber ich lass mich ueberraschen...

Bis bald, Katja

Samstag, Oktober 29, 2005

Hong Kong ist verrueckt!

Befinde mich momentan am Hong Kong Airport und schlage meine Zeit tot. In einigen Stunden gehts fuer mich weiter nach Melbourne und da ich heute keine Lust auf Erkundigungstouren habe (es ist einfach viel zu heiss!) schlendere ich hier umher. Zeit fuer einen kleinen Bericht:

Was gibt es ueber Hong Kong zu sagen? Nun es ist laut, hektisch und alle haben es hier furchtbar eilig. Am Abend, wenn die Leute aus dem Financial District von der Arbeit nach Hause gehen, sollte man lieber nicht einfach mal ruhig durch die Stadt schlendern wollen, denn dann wird man ueberrannt. Auf H.K. Island (in Central) und auf der anderen Insel Kowloon ist es mir viel zu laut, es wird ueberall gebaut, Presslufthammer ueberall. Das Geraeusch uebertoent sogar den Verkehrslaerm (und das soll schon was heissen!)
Dafuer ist der Blick auf die skyline einfach traumhaft und zwar von beiden Inseln! Man kann sich gar nicht entscheiden, was man fotografieren soll. Steht man abends an einem Ufer, sieht man das Blitzlichtgewitter auf der anderen Seite.

Mein Hotel liegt auf Lantau Island (bei den links ist eine Karte von H.K. dabei) und dort ist es viel angenehmer. Lantau ist ein kleines Fischerdoerfchen und obwohl dort auch ueberall gebaut wird, ist es wesentlich ruhiger. Dort kann man es aushalten. Auf der Insel befindet sich der groesste Buddah der Welt, deswegen hat auch dort der Tourismus Einzug gehalten und wird in den naechsten Jahren sicherlich noch zunehmen. Ich war natuerlich dort (zum Glueck noch vor den Touristenmassen) und konnte die Ruhe und die grandiose Aussicht geniessen. Wenn ich die Moeglichkeit habe, werde ich ein paar Bilder praesentieren. Hier am Flughafen geht das nicht, da gibt es nicht mal ein gescheites Internet Cafe. Muss hier an einem bloeden Terminal stehen, waehrend ich schreibe, was nicht sehr angenehm ist. Und staendig stehen Chinesen hinter mir und schauen mir belustigt zu.

So, ich koennte noch viel mehr schreiben, aber die Uhr an diesem Internet Terminal laeuft irgendwie schneller als andere Uhren :-) deswegen mach ich jetzt Schluss. Gruesse an alle!

Mittwoch, Oktober 12, 2005

Crashkurs: wie funktioniert das mit dem Kommentar?

Da ich schon einige Anfragen bekommen habe, wie das denn mit dem Kommentar funktioniert, möchte ich das hiermit mal kurz erläutern, denn ich bin der Meinung, daß Ihr momentan noch viel zu faul seid! Ich möchte mehr Kommentare sehen!!!

Und das ist ganz einfach:
1. Unter jedem Eintrag steht 0 comment (oder 1 oder 2 oder 3- je nach Anzahl der Kommentare)
2. Man klicke auf "comment" und es öffnet sich ein neues Fenster
3. In diesem Fenster erscheint ein Feld, über dem steht: "Hinterlassen Sie Ihren Kommentar"; dort darf man sich verbal austoben
4. "Wählen Sie eine Identität aus": Wer nicht zufällig bei blogger Mitglied ist, muß sich für Sonstiges oder Anonym entscheiden. Ich bevorzuge das "Sonstige", sonst weiß ich nicht, wer mir schreibt. Einfach noch Namen eingeben und vielleicht noch einen Mailadresse, was aber nicht zwingend ist.
5. "Wortbestätigung": Die Buchstabenkombination, die über diesem Feld abgebildet ist, bitte einfach in dieses Feld eingeben und dann entweder über die Vorschau noch mal alles anschauen oder Veröffentlichen.

Das wars. Kurz und schmerzlos. Und es trägt zu meiner Überraschung und guten Laune bei, denn ich freue mich über alle Nachrichten aus der Heimat! Um mir zu zeigen, daß Ihr alles verstanden habt, wäre es eine gute Idee, probeweise einen Kommentar zu hinterlassen.

Katja
P.S.: Ab heute noch genau 2 Wochen!

Dienstag, Oktober 04, 2005

noch 21 Tage...

Es ist geschafft! Die Wohnung in Wendlingen ist übergeben, der Umzug nach Suhl beendet und das Chaos, verursacht durch mein im Keller abgestelltes Hab und Gut, halbwegs beseitigt. Nun bin ich wieder Bürger von Suhl und habe noch 21 Tage Zeit, alle nötigen Vorbereitungen zu treffen und nervös zu werden.

Am 1. Oktober fand das lang erwartete Treffen vom Neuseelandforum statt. Bei bescheidenem Wetter machte ich mich auf den Weg nach Förste in den Harz, wo ich endlich ein paar der Neuseelandfans kennenlernen durfte, mit denen ich regelmäßig im Forum kommuniziere. Der Abend war ein voller Erfolg und hätte nicht die Belegschaft vom Schwarzen Bären irgendwann mal das Gasthaus schließen müssen, wir hätten wahrscheinlich bis in die Morgenstunden gequatscht und Fotos angeschaut. Die Stunden vergingen wie im Flug. Auch am nächsten Tag gingen die "Fachgespräche" am Frühstückstisch weiter und schweren Herzens trennten wir uns am Vormittag, um den Heimweg anzutreten. Wie bereits im Forum geschrieben, möchte ich mich bei allen für den schönen Abend bedanken, es war sehr schön mit Euch und ich hoffe, daß dies nicht das letzte Treffen gewesen ist!

Der nächste Eintrag wird entweder kurz vor meinem Abflug erfolgen oder bereits von unterwegs geschrieben werden. Laßt Euch überraschen!

Katja

Dienstag, September 20, 2005

letzter Arbeitstag

Bin soeben von meinem letzten Arbeitstag nach Hause gekommen. Als ich vorhin aus der Bürotür gegangen bin, mußte ich doch noch mal einen kurzen Blick zurück werfen. So sahen also die meisten Tage der letzten 4 Jahre aus, hier habe ich sie verbracht. Und dies ist nun vorbei. Obwohl die Freude groß ist, bleibt trotzdem ein komisches Gefühl zurück. Schließlich habe ich in diesem Büro auch schöne Gespräche mit meinen Kolleginnen und Kollegen geführt. Danke Sibylle, Michaela, Karin, Ira, Manuela, Jochen und Herr Boley für diese schöne Zeit, auch wenn sie nicht immer einfach war. Aber wir haben sie gemeinsam geschafft! Auch wenn ich oft über die Schwaben geschimpft habe, so habe ich mich bei Euch immer sehr wohl gefühlt. Ihr habt mich super aufgenommen und dafür danke ich Euch!!!

So, jetzt gehe ich erstmal walken. Das super schöne Wetter muß schließlich sinnvoll genutzt werden. Das Hoch, das uns gerade beglückt, heißt übrigens KATJA. Tja, was soll ich dazu sagen....?!?!?!

Katja

Dienstag, September 06, 2005

Post aus Neuseeland

Es ist mal wieder Zeit für einen Zwischenstandsbericht. Ich stelle fest, daß ich mit abnehmender Wartezeit (noch 49 Tage bis Abflug) einen "Ich-muß-noch-dies-und-das-und-jenes-Erledigen-Wahn" bekomme. Und zwar ertappe ich mich mehr und mehr dabei, daß ich Dinge tue, die ich eigentlich erst in Neuseeland machen wollte. Soll heißen: Ich schließe schon zu Hause Mitgliedschaften für BBH (günstige Unterkünfte), wwoof (Farmarbeit auf organischen Farmen) und fhinz (Farmarbeit auf nicht-wwoof-Farmen) ab. Das ist nicht weiter schlimm, schließlich muß es ja irgendwann gemacht werden. Vorteil: Ich bekomme Post aus Neuseeland und da kleben immer so schöne Briefmarken drauf!!! Nachteil: Die Unterlagen (accomodation guide, farm guides) müssen noch in meinen Rucksack und dem prophezeie ich schon jetzt, daß er aus allen Nähten platzen wird! Na ja, hätte er eben kein Rucksack werden dürfen :-)

Ansonsten friste ich hier im Büro ein frustriertes Dasein mit wahrscheinlich noch mehr gefrusteten Anrufern aber für deren Gemütszustand fühle ich mich nicht verantwortlich. Wenn man mal ganz großzügig den heutigen Arbeitstag nicht mitzählt, der ja leider erst zur Hälfte rum ist (optimistisch denken Katja, er ist zum Glück schon zur Hälfte rum!), habe ich noch 9 Arbeitstage zu meistern. Dann kann ich meinen blöden Spruch, den ich immer am Telefon aufsagen muß, endlich aus meinem Hinterstübchen kehren.

Am Samstag steht ein Abschiedsgrillen mit meinen lieben Arbeitskollegen/-innen an, auf das ich mich schon freue. Und sie hoffentlich auch, schließlich habe ich original Thüringer Rostbratwürste aus dem Osten geschmuggelt, damit sie auch mal in diesen Hochgenuß kommen! Bitte ein Laola-Welle für die leckere Bratwurst, die ich in Neuseeland arg vermissen werde (neben den leckeren Thüringer Klösen von meinem Dad)!

Katja

Freitag, September 02, 2005

das Ende einer langen (Lese-)Reise

Ich verkünde hiermit stolz und mit Erleichterung, daß ich es gestern geschafft habe, das Buch Lord of the Rings von J.R.R. Tolkien im Original fertig zu lesen. Vor knapp 2 Jahren bekam ich es von meinem Bruder geschenkt (noch mal vielen Dank Sylvio, obwohl ich damals wirklich dachte, Du musst mich für vollkommen verrückt halten!) und seit dem lese ich in unregelmäßigen Abständen darin. So kam es, daß ich das Buch für viele Monate beiseite legte, weil mir andere Bücher in die Quere kamen, mir die Kapitel im LOTR immer zu lang waren, um mal schnell darin zu lesen oder weil ich einfach keine Lust zum englisch lesen hatte. Vor ein paar Wochen habe ich das Buch wieder hervorgeholt und mir geschworen, es noch vor meinem Neuseeland – Abenteuer zu beenden. Und was soll ich Euch sagen? Wo ich im Vorfeld knapp 2 Jahre für 350 Seiten brauchte, habe ich nun die restlichen knapp 700 Seiten in nicht mal 2 Monaten gelesen. Stolze Leistung, wie ich finde! Man muß sich eben nur ein festes Ziel setzen und darauf hinarbeiten und dann kann man es auch erreichen!

Hier mal aus Spaß der erste und letzte Satz des Meisterwerkes:

When Mr. Bilbo Baggins of Bag End announced that he would shortly be celebrating his eleventy-first birthday with a party of special magnificence, there was much talk and excitement in Hobbiton.

He drew a deep breath. ´Well, I´m back´, he said.


Lust bekommen? Dann einfach lesen. Gibt’s ja auch in Deutsch. Ich werde mir dann demnächst mal das Silmarillion vornehmen.... noch so ein dicker Schinken!

Katja

Dienstag, August 30, 2005

Free

Hallöle, da bin ich mal wieder. Seit Tagen geht mir dieser Song nicht mehr aus dem Kopf, Free von der Lighthouse Family. Der Text ist so einfach, aber einfach schön.


I wish i knew how it would feel to be free
I wish i could break all the chains holding me
I wish i could say all the things that i should say
say 'em loud say 'em clear
for the whole wide world to hear

I wish i could share
all the love thats in my heart
Remove all the bars that keep us apart
And i wish you could know how it feels to be me
Then you'd see and agree that every man should be free

I wish i could be like a bird in the sky
How sweet it would be if i found i could fly
Well i'd soar to the sun and look down at the sea
and i sing cos i know how it feels to be free

I wish i knew how it would feel to be free
I wish i could break all the chains holding me
And i wish i could say all the things that i wanna say

Say 'em loud say 'em clear
For the whole wide world to hear
Say 'em loud say 'em clear
For the whole wide world to hear
Say 'em loud say 'em clear
For the whole wide world to hear

One love one blood
One life you've got to do what you should
One life with each other
Sister,brother

One life but we're not the same
We got to carry each other
carry each other
whoah whoah whoah whoah whoah ...........

I wish i knew how it would feel to be free
I wish i knew how it would feel to be free


Ach, ich muß hier endlich raus! Jetzt werd ich langsam sentimental.
Ich wünsch Euch einen schönen Tag!
Katja

Dienstag, August 23, 2005

HELP!?!

Hat irgendjemand einen Tip für einen guten Zugriffszähler für mich? Der Counter, der sich momentan auf meiner Seite befindet, ist irgendwie merkwürdig. Die Anzahl der Zugriffe schmeichelt mir zwar, spiegelt aber nicht im Entferntesten die wahren Verhältnisse wieder. Wenn ich mich im Admin-Bereich für den Zähler einlogge, zeigt er mir zwar die richtige Anzahl an (das waren gestern ca. 104 Zugriffe), aber das zeigt er hier nicht an. Bin ich mal wieder zu blond für diese Dinge?

Übrigens danke Jana, den Counter hast Du mir eingebrockt, den habe ich von einen Deiner links :-). Man sollte wohl doch nicht jeden Blödsinn mitmachen.... Bei Dir scheint er aber zu funktionieren. Was mache ich falsch?

Katja

Montag, August 22, 2005

Benachrichtigung

Jetzt mal eine ganz praktische Frage an Euch (falls da jemand in den unendlichen Weiten des Internets mitliest) : Wer möchte denn über neue Einträge in meinem Reisetagebuch per Mail informiert werden? Also eigentlich gehe ich davon aus, daß Ihr regelmäßig hier vorbeischaut, eine Benachrichtigung somit gar nicht braucht, aber man weiß ja nie. Die Tücken des Alltags, viel zu viele Dinge um die Ohren und noch viel mehr Dinge zu erledigen und schnell vergißt man mal, bei Katja vorbeizuschauen. Damit mir hinterher keine Klagen kommen, frage ich lieber schon mal im Vorfeld. Einfach eine Mail an mich oder einen Kommentar hinterlassen und ich nehme Euch in den Verteiler auf.

Meine Links habe ich heute mal etwas erweitert und besser strukturiert. Wenn mir im Laufe der Zeit noch interessante pages unterkommen, werden die hier selbstverständlich erweitert.

So, dann muß ich auch schon wieder weiterarbeiten. Schöne Woche Euch allen!

Katja

Donnerstag, August 18, 2005

das Ende eines Mietverhältnisses

Ich habe gerade eben erfahren, daß meine noch nicht geräumte Wohnung schon wieder so gut wie vermietet ist, am Freitag wird der Mietvertrag mit dem zukünftigen Mieter abgeschlossen. Ist schon ein komisches Gefühl. Sollte mir zwar eigentlich egal sein, ist es aber irgendwie nicht. Wahrscheinlich liegt es an der Tatsache, daß ich in den nächsten Monaten selbst keine feste Bleibe haben werde. Da werde ich sicher meine Wohnung ab und an vermissen, zumal ich sie sehr schön fand. Nun, ich sehe das ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ende September gebe ich die Schlüssel für die Wohnung ab und beende somit symbolisch einen Lebensabschnitt, um einen neuen zu beginnen. Wenn doch die Wohnung bloß schon leergeräumt, sauber und weiß gestrichen wäre....

Ein gutes hat die Sache aber doch; ich muß jetzt nicht mehr jeden Tag schauen, daß die Wohnung halbwegs aufgeräumt ist, weil ich ganz plötzlich einen Anruf von der Maklerin bekommen könnte, die noch am selben Tag eine Besichtigung machen will. Jetzt kann wieder das Chaos Einzug halten!

Hier übrigens ein kleiner Zwischenstand für die Zahlenliebhaber unter Euch: noch 23 Arbeitstage und 69 Tage gesamt bis zum Abschied in Frankfurt.

Katja

Montag, August 15, 2005

bitte einen Fensterplatz

Wow, so einfach geht das! Ich habe gerade mal bei Qantas angerufen und meine Sitzplatzwünsche durchgegeben, die jetzt bei denen im Computer als Registrierung schlummern. Die nette Dame war auch gerade in Aktion und wollte schon mit den Rückflügen weitermachen, als ich sie bremsen und erklären mußte, daß der Flug sowieso noch umgebucht wird, da dies nicht das endgültige Rückflugdatum ist.

Habe mir Fensterplätze in 2er Reihen ausgesucht, so daß ich immer einen schönen Blick nach unten habe (ja Christine, Du hast mich gestern überzeugt, die Vorstellung von Sonnenaufgängen ist einfach zu verlockend!) und nicht zu viele Nachbarn aufwecken oder überklettern muß, wenn ich mal für kleine Mädchen verschwinden muß.

Stuttgart am Samstag war anstrengend, meine Füße wollten am Abend nicht mehr. Aber kein Wunder, die Staatsgalerie ist groß und es gibt viel zu sehen. Am schönsten waren allerdings nicht die Gemälde, sondern die Verschnaufpause im Innenhof. Man fletzt in Liegestühlen in einem kreisrunden Hof (ausgestattet mit Palmen und antiken Staturen) und eine gut ausgestattete Bar gibt es auch. Einfach traumhaft!

Katja

Freitag, August 12, 2005

Langeweile

Es ist Freitag, kurz vor 13.00 Uhr und ich langweile mich. Das Wochenende steht vor der Tür, ich will nach Hause, darf aber noch nicht und sitze nun meine Mittagspause ab. Morgen bekomme ich Besuch von Yvonne (ja die Yvonne, mit der ich Irlands Straßen unsicher gemacht habe) und bei der Gelegenheit (wir wollen noch mal durch Stuttgart ziehen) werde ich mich gleich von der Schwabenmetropole verabschieden. Denn es wird mein letzter Besuch dort sein. Traurig bin ich ehrlich gesagt nicht, dafür war ich zu selten in der "Hauptstadt", um sie oder bestimmte Dinge vermissen zu können.

Wenn ich in ein paar Stunden nach Hause gehe, habe ich meinen 26. noch zu überstehenden Arbeitstag gemeistert. Das klingt vielversprechend! Am Montag wird auch Micha Deutschland Richtung Neuseeland verlassen, ich wünsche ihm alles Gute dort und hoffe, daß wir uns mal treffen werden.

Ansonsten im Westen nichts Neues und deswegen sag ich Ciao!

Katja

Freitag, August 05, 2005

Unterkunft Auckland

Ach ist das schön, wenn man wieder eine Position von seiner "Noch-zu-erledigen-Liste" streichen kann. Kann hiermit die Buchung einer Unterkunft in Auckland bestätigen. Vom 30.10. - 03.11. werde ich im Bamber House im Stadtteil Mt. Eden nächtigen. Laut Lonely Planet one of Auckland´s best backpackers. Na das klingt doch vielversprechend. Tina, now it´s your turn!

Donnerstag, August 04, 2005

wer tut sich das bloß an?

Ich habe heute meinen ´virtuellen Reiseplan´ erhalten und bei dessen Anblick große Augen gemacht. Dies möchte ich zum Anlaß nehmen, Euch in diesen Wahnsinn einzuweihen. Es geht um das Thema Flugzeiten.

1. Flugzeit Frankfurt – London: 1 Stunde und 35 Minuten
(okay, kein Problem, ein Profi steckt das weg!)
2. Flugzeit London – Hongkong: 11 Stunden und 40 Minuten
(tief durchatmen, Augen zu und durch!)
3. Flugzeit Hongkong – Melbourne: 9 Stunden
(das wievielte Buch habe ich dann wohl schon gelesen???)
4. Flugzeit Melbourne - Auckland: 3 Stunden und 25 Minuten
(von wegen Australien und Neuseeland liegen nur ein Katzensprung voneinander entfernt!)

Hier kommt die Preisfrage? Wie schlage ich die Zeit während all dieser Flüge tot? Sachdienliche Hinweise bitte zahlreich per Kommentar an mich, damit ich vor Langeweile nicht umkomme. Lesestoff und genügend Musik nehme ich mit, das fällt schon mal weg, die Gymnastik zwischendurch ist auch schon fest eingeplant, damit sich meine Blutkörperchen über genügend Bewegung in den Blutbahnen freuen und das Vieltrinken (und die dazugehörigen Besuche des Stillen Örtchens) ist ebenfalls klar.

Kathrin ist heute schon in Auckland angekommen (NEID!) und meint, dass der Flug nicht so schlimm war. Ja toll, Du hattest auch Deinen Freund dabei!

Nebenbei möchte ich meiner Chaotenjana noch ganz viel gute Besserung wünschen, die Gute ärgert sich momentan im Krankenhaus mit den Krankenschwestern rum, allerdings nicht als deren Kollegin, sondern als Patientin! Jana halte durch, Du schaffst das! Sie freut sich über ganz viel Beistand, wer möchte, kann ihr also einen Kommentar auf ihrem blog hinterlassen. Nur Mut, sie beißt nicht (jedenfalls nicht im Moment) :-)

Katja

Dienstag, August 02, 2005

und wieder ein Jahr älter...

Vielen lieben Dank für die zahlreichen Gratulationen zu meinem gestrigen Geburtstag, über die ich mich sehr gefreut habe. Soviel Ansturm herrschte in den letzten Jahren nicht. Ich habe das Gefühl, daß Ihr alle befürchtet, dies könnte mein letzter Geburtstag in Deutschland gewesen sein. Nun ja, ausschließen kann und will ich das natürlich nicht. Ich gehe zwar nicht mit dem festen Vorsatz nach Neuseeland, nach Ablauf der 12 Monate den Heimflug nicht anzutreten, aber wenn sich die Möglichkeit für einen längeren Aufenthalt für mich ergeben sollte, möchte ich sie gern wahrnehmen. Die ungewisse berufliche Situation nach meiner Rückkehr nach Deutschland lässt mich manchmal zweifeln, ob ich alles richtig mache und ob ich mir meine Zukunft nicht verbaue. Aber wer weiß, ob mein Neuseelandabenteuer nicht der Auslöser für eine ganz andere vielleicht sogar bessere Zukunft ist? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Und wie sagte gestern ein lieber Mensch zu mir? Katja, das ist Dein Leben. Du lebst es nicht für Deine Eltern oder für Deine Freunde, sondern nur für Dich! Und wenn Du irgendwo anders glücklich bist, werden die anderen ihren Frieden damit schließen, auch wenn sie Dich vermissen.

Danke für die lieben Worte, Euren Zuspruch und die Wünsche für ein erlebnisreiches nächstes Jahr. Es tut gut Euch alle hinter mir zu wissen.

Katja