Montag, Oktober 30, 2006

Jubilaeum!

Heute (29.10.) vor genau 1 Jahr bin ich in Neuseeland angekommen. Ich stand ganz allein auf dem Aucklander Flughafen und freute mich auf 12 Monate Abenteuer in diesem mir damals unbekannten Land. Die 12 Monate sind nun rum und ich kann abschliessend nur sagen, dass ich diesen Schritt nicht bereut habe. Ich habe soviele nette Menschen kennengelernt und sovieles gesehen, dass ich gar nicht wuesste wo ich anfangen soll, wenn mich jemand danach fragte. Vielen Dank an alle, die mit ihren Gedanken immer bei mir waren, mich unterstuetzten, mir schrieben und mit ihren Ratschlaegen zur Seite standen.

Vielen Dank besonders an meine Familie, ich kann mir vorstellen, dass es nicht immer einfach war, einen freien Platz am Tisch zu haben (obwohl, wie ich Euch kenne, hat da bestimmt jemand anders gesessen, wir haben ja schliesslich immer irgendjemanden zum Besuch :-) ). Es hat mir sehr geholfen, Euch immer hinter mir zu wissen und dass ich immer auf Eure Unterstuetztung zaehlen kann. DANKE!!!

Eure Katja

Donnerstag, Oktober 19, 2006

Was fuer ein Tag!!!











Letzte Nacht hat es mal wieder ununterbrochen geregnet. Eigentlich nichts besonderes, das tut es hier staendig. Viele Leute lassen sich vom Wetter abschrecken und chanceln ihre gebuchten Touren, da sie den Milford Sound nur bei schoenem Wetter sehen wollen. Was fuer ein Fehler!!! Auf unserer 1. Cruise hatten wir nur 2 Passagiere und eigentlich waere es meine Aufgabe gewesen, mich intensiv um sie zu kuemmern, Hintergrundinfos zu liefern usw. Da aber meine Arbeitskollegin Jill non-stop redet und gleich beide in Beschlag genommen hat, hatte ich Zeit, mich meiner Kamera zu widmen und Fotos zu schiessen. Das klingt jetzt einfacher als es tatsaechlich war, denn bei teilweise Windgeschwindigkeiten von 160 km/h hoppelt das Boot uebers Wasser und man hat Probleme, sich aufrecht zu halten. Man kaempft gegen Wind und Regen und gleichzeitig hatte ich staendig eine Hand auf dem Kopf, um zu verhindern, dass meine Kappe wegfliegt. Da stand ich also wie ein Betrunkener, irgendwo ans Gelaender geklammert, eine Hand an der Kappe, in der anderen die Kamera und versuchte, scharfe Bilder zu knipsen. Der Ausschuss an diesem Tag war besonders hoch und so loeschte ich spaeter mehr als die Haelfte meiner verwackelten Bilder – leider. Die Szenerie war spektakulaer, Tausende von Wasserfaellen allein an den Cascade Mountains (das ist nur ein einziger Berg!), enorme Wassermassen an den groesseren Wasserfaellen und bei diesem Wind allerhand Spruehnebel. Besonders faszinierend dabei waren die ‚water ups’- das sind Wasserfaelle, die aufgrund des starken Winds nach oben oder zur Seite geblasen werden und deswegen den Boden gar nicht erreichen.

Auf der 2. Cruise hatten wir dann auch noch das Glueck, zwei recht lebhafte Delfine aufzuspuehren. Meistens schlafen die Delfine, wenn wir sie sehen, sind also nicht sehr aktiv, diese aber waren es und genossen es, vor unserem Bug mit dem Boot um die Wette zu schwimmen und zu springen. Manchmal habe ich das Gefuehl, dass sie die óhs’und áhs’der Leute hoeren koennen und davon noch angespornt werden.

Alles in allem war dies ein sehr schoener, wenn auch sehr nasser Tag. Milford Sound kann man in zwei Extremen kennenlernen. Beim allerschoensten Sonnenschein, freier Himmel und nur zwei Wasserfaellen (die einzigen permanenten Wasserfaelle) oder eben bei Regen, Nebel und manchmal extremen Wind. Dann sieht man zwar die Berge nur unvollstaendig, dafuer aber so viele Wasserfaelle, wie man es nirgends auf der Welt vorfinden kann. Ich habe beides gesehen und finde beides traumhaft schoen und atemberaubend!

Dienstag, Oktober 10, 2006

Was tun im Milford Sound, wenn man nicht arbeitet?

Viele, die den Milford Sound kennen, denken wahrscheinlich, dass ich mich hier zu Tode langweile, wenn ich gerade nicht arbeite und fuerchten um mein Seelenheil. Dem muss ich ganz entschieden widersprechen und Ihr muesst nicht denken, dass ich nach 7 Monaten nur noch mit mir selbst spreche. Hier eine unvollstaendige Aufzaehlung all der Dinge, die man hier unternehmen kann, um der Langweile entgegenzutreten.
  1. Fernsehen, DVD Verleih unserer Firma und Internet: ist vielleicht nicht gerade der beste Zeitvertreib, aber recht bequem. Dazu muss man sagen, dass bei der Internetbenutzung die Geduld eines jeden auf eine harte Probe gestellt wird, denn wenn man von langsamer Verbindung spricht, ist das noch untertrieben. Deswegen befindet sich der Computer wahrscheinlich auch im Fernsehraum, damit man beim Warten nicht wahnsinnig wird und sich ablenken kann. Die DVD Sammlung von Red Boats kann zwar nicht mit der Sammlung vom Frauenreisehaus in Christchurch mithalten, aber im Niemandsland schraubt man seine Ansprueche an qualitative Unterhaltung drastisch nach unten.
  2. lokaler Pub: Also die Leute dort brauchen nicht zu hoffen, dass sie mich sehr oft zu Gesicht bekommen, schliesslich bin ich nur ein Gelegenheitstrinker, aber an und an finde auch ich mich zu speziellen Ereignissen des oeffentlichen Lebens im Pub ein. Diese sind zum Beispiel Quiz-Night und Bingo, die abwechselnd woechentlich stattfinden. Nachdem unser Team bei der letzten Quiz-Night klaeglich versagte, konnte ich zumindest beim Bingo eine Flasche Sekt abstauben. Obwohl ich hier im Milford Sound ausser meiner 70 Dollar woechentlich fuer Unterkunft, Essen und alles andere keine weiteren Ausgaben habe, bin ich trotzdem sehr empfaenglich fuer das free-food im Pub gewesen, denn selber kochen ist schliesslich anstrengend und ab und zu moechte man sein Essen auch mal fertig vorfinden. Das fand bisher aber leider nur einmal statt.
  3. Ausser an meinen freien Tagen, an denen ich mich als faul erklaert habe, versuche ich jeden Tag nach der Arbeit fuer ca. 1 Stunde ins Fitnessstudio zu gehen, obwohl ich zugeben muss, dass es manchmal auch kuerzer ist. Aber auch hier sage ich mir, der gute Wille zaehlt und manch anderer weiss wahrscheinlich noch nicht mal, wo sich das Fitnessstudio eigentlich befindet.
  4. gemeinsames Kochen und Essen am Abend: eine ausgezeichnete Sache, um zusammen zu quatschen, Spass zu haben und sich besser kennen zu lernen. Habe bisher ein paar Mal mit zwei anderen Maedels gekocht, obwohl man eigentlich eher von 2 Koechen sprechen kann, denn Tania, 19 Jahre, kann nicht kochen, bietet sich aber wenigstens immer zum Gemueseschneiden usw. an. Habe erschreckenderweise festgestellt, dass ihr Allgemeinwissen nicht allzu gut ausgepraegt ist (sie als Kiwi weiss nicht mal, dass Auckland NICHT die Hauptstadt Neuseelands ist) und deswegen haben wir uns ihrer ein Wenig angenommen. Waere doch gelacht, wenn wir (eine Tschechin und ich) ihr nicht noch ein bisschen was beibringen koennen. Begonnen haben wir ganz einfach und so prosten wir uns jetzt immer in vielen verschiedenen Sprachen zu. Das nennt man Voelkerverstaendigung!
  5. kuerzere oder laengere Walks: zu laengeren Walks habe ich es bisher leider noch nicht geschafft, weil mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Fuer viele Tage hatten wir allerschoenstes Wetter und als dann endlich meine 4 freien Tage vor der Tuer standen, fing es an zu regnen und hoerte fuer 3 Tage nicht mehr auf. Auf einen Walk bin ich trotzdem gegangen, was ich aber recht schnell bereute. Meine Hose war total durchnaesst aber so schnell wollte ich nicht aufgeben. Ist ja bloed, wenn man nach 30 Minuten laufen schon wieder aufgibt. So ganz wohl war mir aber nicht. Als dann der Weg auch noch ueberflutet war und kein Weiterkommen moeglich war (es sei denn, man watet knietief durchs Wasser), hatte ich endlich einen Grund zum Umkehren gefunden und schwor mir, erstens bei schoenem Wetter wiederzukommen und zweitens einen wasserfesten Ueberzug fuer meine Hose zu kaufen, denn leider kann man sich im Fiordland nicht auf schoenes Wetter verlassen. Mit einigen meiner Arbeitskollegen bin ich nach der Arbeit hoch zu den Bowen Falls geklettert. Wenn ich vorher gewusst haette, was mich erwartet, haette ich ne Ausrede gefunden, nicht mitzukommen. Ich war sowieso schon kaputt, der Tag war anstrengend gewesen, danach war ich noch im Fitnessstudio und dann kletterten wir an Seilen steile Urwaldpfade, glitschige Felsen und Baumstaemme empor und ich fragte mich staendig, wie wir hier eigentlich heil wieder runterkommen. Ich musste Schritte machen, doppelt so gross wie die Spannweite meiner kurzen Beine, die Seile waren nass und dann balancierten wir noch kilometerweit auf einer Pipeline entlang. Habe ich schon erwaehnt, dass wir einen Australier dabei hatten, der das ganze barfuss gemacht hat? Belohnt wurden wir mit einem phenomaenalen Ausblick ueber den Fjord und wir sahen einen der Bowen Falls, den man von unten nicht sehen kann, weil das Wasser ueber einen Felsvorsprung nach unten donnert. Nach kurzer Verschnaufpause machten wir uns auf den Rueckweg und da fing das Unheil an. Es war leider schon recht spaet und es wurde recht schnell dunkel, so dass wir nicht mehr allzu viel sehen konnten. Meine Fuesse verkeilten sich ab und an in Wurzeln oder rutschten aus und so machte mein Hintern oefter mal Bekanntschaft mit Steinen, Urwaldboden oder anderem Untergrund. Schlimmeres passierte aber nicht und so trug ich eher zur Belustigung der anderen bei. Der Mond entschied sich spaeter noch, uns den Weg zu leuchten und so kamen wir doch noch sicher am Ausgangspunkt der Wanderung an. Die anderen, die schon vorausgelaufen waren, kamen mit Taschenlampen zurueck, um uns den Weg zu leuchten (der Mond muss ja nicht alles allein machen) und ich nahm dankbar eine Dusche. Am naechsten Tag hatte ich wahnsinnigen Muskelkater in den Armen (durch die Seilgeschichte…) und die taeglichen Arbeiten liesen sich nicht so leicht ausfuehren, wie normalerweise.
  6. Lagerfeuer: Ob das immer mit rechten Dingen zugeht, weiss ich nicht, schliesslich sind wir im Nationalpark und da sollte man mit Feuern vorsichtig sein, aber egal. Was das DOC nicht weiss, macht sie nicht heiss. Jedenfalls finden hier oefter mal Lagerfeuer statt und wenn man es clever anstellt, bringt man sich sein Essen in Silberfolie verpackt mit und bereitet es in der Glut zu. Schmeckt absolut lecker! Das letzte Lagerfeuer war besonders lustig und artete im Witzeabend aus. Meine Lachmuskeln machten an diesem Abend Ueberstunden!
  7. Wie das Leben so spielt, kommen und gehen die Leute an jedem Arbeitsplatz und so haben auch wir hier schon einige Leute verabschiedet. Red Boats feiert das Ausscheiden jahrelanger Mitarbeiter auf ganz besondere Weise und so finden zu diesen Anlaessen die Parties auf unseren Booten statt. Getraenke und Fresserei zahlt die Firma, was wohl ein Grund dafuer ist, dass diese Parties immer sehr spaet zu Ende gehen. Unsere Koeche kann ich dabei nur loben, denn das Essen ist immer spitzenklasse!
  8. cruises auf dem Milford Sound: Waehrend der Arbeit kann man die Landschaft nicht geniessen und an besonders stressigen Tagen kriegt man von der Umgebung gar nichts mit, besonders wenn man auf der ‚Pride of Milford’ arbeitet, unserem groessten Boot. Deswegen habe ich mir an meinem freien Tag mal ein Cruise auf unserem kleinsten Boot gegoennt, denn erstens muss ich nichts dafuer zahlen und zweitens wollte ich mal sehen, wie es ist, wenn nur 10 Passagiere anwesend sind. Alles sehr relaxt und die Crew ist zu beneiden!
  9. An meinem letzten freien Tag (und dem ersten Tag mit schoenem Wetter) entschied ich mich, ein Stueck die Milford Road hoch zu fahren und einen Spaziergang in der Naehe des Homer Tunnels zu unternehmen. Was ich dabei nicht wusste: der Regen der letzten Tage kam in hoeheren Regionen als Schnee vom Himmel und so waren die Berge und teilweise auch Taeler mit einer Schneeschicht bedeckt. Die Aussicht war atemberaubend! Der Homer Tunnel war wie immer ein Abenteuer, denn so ohne Beleuchtung, mit all seinen Schlagloechern und Ausweichbuchten, die viel zu klein sind, um zwei Busse im Tunnel einander passieren zu lassen, muss man immer auf alles gefasst sein. Auf der anderen Seite des Tunnels hielt ich an, um ein Foto zu machen und hatte sofort einen Kea auf meinen Seitenspiegeln sitzen. Er schaute interessiert ins Auto und ueberlegte wahrscheinlich schon, was er davon anknabbern kann, wenn ich das Fenster oeffne. Diesen Fehler machte ich nicht und so bot ich ihm den Job als meine Kuehlerhaubenfigur an. Er ging nicht weiter auf das Angebot ein und suchte sich unwissende Touristen, die er leichter hinters Licht fuehren kann. Auf dem Rueckweg setzte er sich noch mal auf meine Spiegel und probierte auch die angebotene Position aus aber als sich ein ganzer Bus mit Touristen naeherte, kuendigte er mir die Freundschaft und freundete sich mit den Touristen an. Irgendwas zu fressen gibt es da schliesslich immer!
  10. cleaning: Au ja! Nicht gerade meine Lieblingsbeschaeftigung, aber manchmal muss es eben sein. Habe nur ein sehr kleines Zimmer und da bricht schnell mal das Chaos aus. Auch die Gemeinschaftsraeume muessen von uns gepflegt und gesputzt werden, was wohl aber nicht zu den meisten der Bewohnern vorgedrungen ist. Nachdem ich an einen der verregneten freien Tage mal wieder das Bad geputzt hatte, brachte ich einen Zettel mit der Notiz an, dass sie sich mich als Putzfrau nicht leisten koennen und dass auch mal andere an der Reihe seien. Mal schauen, ob’s hilft.

Samstag, Oktober 07, 2006

Fiordland (Te Moana O Atawhenua) und Milford Sound (Piopiotahi)

Im Suedwesten Neuseelands treffen vier grosse Nationalparks aufeinander (1. Aoraki / Mt. Cook National Park 2. Westland National Park / Tai Poutini 3. Fiordland National Park 4. Mount Aspiring National Park). Zusammen bilden sie die New Zealand World Heritage Area (Te Wahipounamu) mit einer Gesamtgroesse von 2,6 Millionen Hektar. Diese Region, die zum Weltkulturerbe ernannt wurde, ist weltweit bekannt fuer seine kulturelle Wichtigkeit (Maori suchten hier nach dem bekannten Greenstone) und noch mehr fuer seine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt sowie seine spektakulaere und atemberaubende Landschaft. Der Fiordland Nationalpark ist der groesste Neuseelands und ungefaehr zweimal so gross wie die anderen zusammen.

Die Einzigartigkeit des Fiordlands resultiert aus der Kombination aus hohen Gebirgen, heftigen Regenfaellen und dem Vorhandensein von Regenwald. Das viele Regenwasser (7-9 Meter pro Jahr) wird in die Fiorde gespuelt und bildet dort eine Suesswasserschicht, die auf dem schwereren Salzwasser schwimmt. Die Tannin befleckte Schicht verursacht einen Lichtfilterungseffekt, der ein spezielles Lebensumfeld fuer Organismen schafft, die normalerweise in der Tiefsee leben und hier nur wenige Meter unterhalb der Wasseroberflaeche gedeihen. Fiordland ist aus diesem Grund auch ein geschuetztes Meeresreservat mit Einschraenkungen fuer Fischerei und Tourismus. Kommerzieller Fischfang ist verboten und alle Boote, die auf den Fiorden des Fiordlands verkehren, benoetigen eine Genehmigung von der Umweltbehoerde. Dies geschieht zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt. So gibt es zum Beispiel Vorschriften dafuer, bis auf welche Entfernung man sich Delfinen und Walen naehern darf, wie man sich in ihrer Gegenwart zu verhalten hat oder auch dass die Entfernung jeglicher natuerlicher Dinge im Reservat verboten ist.

Das Fiordland ist ein recht unerschlossenes Gebiet mit einem duennen Strassennetz, denn gerade mal 2 der insgesamt 15 Fiorde sind ueber eine Strasse zu erreichen. Die restlichen Fiorde erreicht man nur ueber den Wasserweg oder mit dem Flieger/Hubschrauber. Das hat zur Folge, dass viele Tierarten ungestoert leben koennen und so war man im Jahre 1949 mehr als erstaunt, als man den laengst ausgestorben geglaubten New Zealand Takahe (Porphyrio mantelli) im Fiordland entdeckte. Der Takahe lebt in den Murchison Bergen und das DOC (Department for Conservation) hat sich der Erhaltung dieser farbenpraechtigen Voegel angenommen. Die Weibchen legen 1-3 Eier, brueten aber nur ein Ei aus, so dass die anderen verloren sind. Freiwillige vom DOC sammeln die Eier ein, brueten sie in bestimmten Brutstationen kuenstlich aus und nach erfolgreicher Aufzucht werden die Voegel in die Wildnis entlassen. Damit sie ungestoert leben koennen, sind die Murchison Berge fuer die Oeffentlichkeit unzugaenglich.

Unter dem Fiordland taucht die Australische Platte unter die Pazifische Platte, die dadurch emporgehoben wird. Die Suedlichen Alpen Neuseelands und das Fiordland sind Resultat dieser Plattenbewegungen und pro Jahr werden die Alpen 10-20 mm angehoben, das Fiordland um einige Millimeter weniger. Diese Kollisionen verursachen zahlreiche Erdbeben und statistisch gesehen gibt es pro Tag ein Erdbeben im Fiordland. Die meisten davon sind aber so schwach, dass man sie nicht spuert. In den letzten beiden Jahren gab es aber auch staerkere Beben, das staerkste war mit 7,2 auf der Richterskala zu verzeichnen.

Milford Sound ist der letzte der 15 Fiorde, die an der Westkueste Neuseelands entdeckt wurden. Grund dafuer ist seine Unscheinbarkeit vom Meer aus, denn der Eingang zum Fiord ist nur einige hundert Meter breit, so dass er vom damaligen Entdecker James Cook uebersehen wurde. Die Namensgebung ist irrefuehrend, denn Milford Sound ist ein Fiord, entstanden durch Gletscheraktivitaeten vor langer Zeit. Fiordland war fuer mehrere Millionen Jahre mit Eis bedeckt, das sich vor ca. 14.000 Jahren zurueck zu ziehen begann. Dieser Prozess war vor ca. 4000 Jahren abgeschlossen (man sieht also, dass Neuseeland geologisch gesehen ein sehr junges Land ist und eigentlich noch in den Kinderschuhen steckt). Das Eis formte die Taeler und man sieht deutlich Schleifspuren an den Felswaenden, die zwischen dem Eis und den Felswaenden eingeklemmte Felsbrocken verursacht haben. Das Wirken der Gletscher ist ueberall praesent und so sieht man die U-Taeler, haengende Taeler und Moraenen (vom sich zurueckziehenden Eis zurueckgelassene Felshaufen). Als das Eis schmolz, fuehlte Meerwasser den Fiord, der sehr tief ist und am Eingang mit ungefaehr 90 Metern am flachsten ist, weil dort der Gletscher zum Stillstand gekommen ist und alles vor sich hergeschobene Material liegen blieb.

Ein Sound hingegen ist ein durch Flussaktivitaeten geformtes Tal, bei dessen Entstehung Gletscher keinen Einfluss hatten. Da die damaligen Entdecker und Namensgeber noch nicht wussten, wie der Kuesteneinschnitt entstanden ist, gaben sie ihm faelschlicherweise die Bezeichnung Sound, was bis heute beibehalten wurde.

Freitag, Oktober 06, 2006

Die ersten Tage im neuen Job

Nach einer knappen Woche Herumreisen durch die Suedinsel bin ich im Milford Sound angekommen und am Montag den 18.9. hatte ich mit 9 anderen Anfaengern (genannt die „Newbies“) meinen ersten Arbeitstag. Dieser bestand nur aus buerokratischem und organisatorischem Kram und so besprachen wir unseren Arbeitsvertrag und gingen andere wichtige Angelegenheiten durch. Milford Sound ist eine sehr kleine Gemeinde, in der fuer die kleine Gegend recht viele Menschen auf engem Raum zusammenleben und da gibt es einige Regeln zu beachten, damit dieses Zusammenleben funktioniert. Wir bekamen auch eine Exklusivfuehrung durch Milford Sound mit Vorstellung jedes einzelnen Hauses und ich war erstaunt, wie gross die Gegend ist und wie viele Dinge ich bei meinen vorherigen Besuchen gar nicht wahrgenommen hatte.

Die ersten Tage zog das Wetter gleich alle Register und es regnete aus Gieskannen. Man haette zur Arbeit schwimmen koennen! Am Dienstag war uns das noch ziemlich egal, da waren wir sowieso „indoors“ bei einem Kundenservice-Seminar, damit wir lernten, worauf es bei unserem Job wirklich ankommt. Am naechsten Tag erfuhren wir, dass die Milford Road wegen akuter Lawinengefahr gesperrt sei und unser Lehrer aus diesem Grund nicht anwesend sei und das aus diesem Grund das Training auf dem Boot beginne. Der viele Regen hatte den Schnee auf den Gipfeln der Berge zu nass und schwer gemacht und deswegen waren die Schneemassen in Bewegung. Um der Lawinengefahr aktiv zu begegnen, wird die Gegend mit dem Hubschrauber abgeflogen, akute Lawinenzentren ausfindig gemacht, Sprengladungen angebracht und die Lawinen kuenstlich in Bewegung gesetzt. Nach Aufraeumen und Saeuberung der Strasse wird diese wieder geoeffnet. Dies dauerte aber aufgrund der stark anhaltenden Regenfaelle noch 2 weitere Tage. Abends hoerte ich einige Lawinen die Berge runterdonnern, was schon ein beaengstigendes Gefuehl sein kann! Nebenbei bemerkt, wenn die Strasse gesperrt ist, kommt auch keine Post und keine Lebensmittel nach Milford, sodass wir immer hoffen, dass die Sperrung nicht von langer Dauer ist.

Das gute daran war, dass das Training auf dem Boot zeitiger begann als geplant, denn das Seminar war schon recht langatmig. Aufgeteilt in zwei Gruppen und eingesetzt auf zwei verschiedenen Booten bekamen wir erstmal einen intensiven Einblick in das Innere und Aeussere eines Bootes und stiegen in jede Luke und durch jede Schleusentuere. Wohlgemerkt, die Strasse war gesperrt, so dass auch keine Touristen da waren. Somit hatten die Skipper jede Menge Zeit fuer uns und die vielen Sicherheitsdrills. Wir lernten wie man das Boot sicher und fest am Steg vertaeut, wie man das Boot bei Ausfall der Steuerung manuell steuert (aus dem Maschinenraum heraus – man ich sage Euch, ist das laut da unten!), wie man das Boot bei Bewustlosigkeit des Kapitaens sichert, was man bei Feuer/Kollision mit anderen Booten oder Aufgrundlaufen tut, wie man sich verhaelt wenn Passagiere ins Wasser fallen und wie man das Boot schnell und geregelt im Notfall verlaesst (was hoffentlich nie passieren wird- denn ich will keine zoegernden Leute ins Wasser schubsen!). Nebenher mussten wir immer wieder die Fragen der Skipper nach der Anzahl und Standorte der Feuerloescher und Rettungsringe und anderen Equipments beantworten. Nach 3 Tagen war die Strasse wieder geoeffnet, sodass auch wieder Cruises stattfanden. Unsere erste Bewaehrungsprobe am ‚lebenden’ Objekt und eine willkommene Abwechslung. Teilweise hatten wir mehr Crew auf den Booten als Passagiere und somit waren die Cruises recht relaxt.

Was kann ich zu meinen Arbeitskollegen sagen? Wir sind eine recht internationale Truppe, wobei die meisten aber trotzdem von Hause aus englischsprachig sind. Einige Koeche und Kuechenhilfen kommen von den Philippinen, der neue Kuechenchef kommt aus Frankreich (er loest einen Deutschen ab, der nach knapp 4 Jahren einen neuen Job antritt), eine der Newbies kommt aus der Tschechei und dann haben wir noch Seiko, die Japanerin, die uns leider bald verlaesst. Ansonsten haben wir Kiwis, Iren, Schotten, Suedafrikaner, Amis und auch Australier. Ich gehoere mit meinen 27 Jahren schon zur aelteren Generation hier, denn die meisten sind gerade mal knapp ueber 20. Die meisten trinken wie die Schluckspechte, weil sie sonst mit ihrer Zeit nichts anzufangen wissen. Witzig dabei finde ich immer, wie die meisten Maedels zum Fruehstueck gerade mal eine Kiwi oder einen Apfel verdruecken, weil sie ja auf ihre schlanke Linie achten muessen, abends schuetten sie aber mit dem Alkohol Unmengen von Zucker in sich hinein. Naja, ich hingegen spare mein Geld lieber und gehe ins Fitnesstudio, das wir kostenlos nutzen koennen, da hab ich mehr davon!

Mittwoch, September 27, 2006

Christchurch Ade!

Nach Beendigung des 'Statistic'Jobs am 31.8. gab es am selbigen Abend einen kleinen Abschiedstrunk in einer naheliegenden Bar, ein Fressgelage am 2.9. fuer unser Team in Form eines Hangi und anschliessendem BBQ (auch hier floss reichlich Alkohol und einige Teammitglieder konnten sich nicht mehr auf den Stuehlen halten) und am 9.9. fand die grosse Statistics Abschiedsfeier fuer alle statt. Hier konnte ich wieder nur kopfschuettelnd beobachten, wie Alkohol nicht als Genussmittel sondern als waere es Wasser getrunken wird.

Nach so viel Feierei war es an der Zeit, Christchurch zu verlassen. Am Sonntag arbeitete ich noch bus 17 Uhr an der Rezeption, packte nebenher meine Sachen (wunderte mich mal wieder darueber, wie ich in den letzten Monaten so viele Sachen ansammeln konnte und ob mein Wolfgang den Transport bewerkstelligen kann) und nach langem und auch ein wenig traurigem Abschied von einigen Leuten gings dann 18 Uhr endlich los. Ist schon ein komisches, aber auf der anderen Seite auch schoenes Gefuehl, das Frauenreisehaus zu verlassen, wo ich seit Anfang April gewohnt und gearbeitet habe.

Die 1. Etappe meiner Fahrt zum Milford Sound im Fiordland fuehrte mich nicht in den Sueden, sondern erstmal noerdlich nach Kaikoura (mal wieder), wo ich eine gute Freundin besuchte und es viel zu erzaehlen gab.

Am naechsten Morgen (Montag 11.9.) gings weiter nach Picton, wo bereits 1:15 Uhr das Wassertaxi bereit stand und mich nach Tawa Cove brachte, wo ich Ende Januar gearbeitet habe. Auch hier gabs viel zu erzaehlen und Bert, der freche und suesse Haushund, nahm mich wieder voll in Beschlag. Das Wassertaxi am Dienstag ging erst 3 Uhr nachmittags, so dass ich noch genuegend Zeit hatte, faul in der Sonne zu liegen.

Zurueck in Picton machte ich mich auf den Weg nach Richmond, wo ich wiederrum Leute besuchte, fuer die ich im Januar gearbeitet habe. Sie halfen mir bei der Planung fuer meinen Trip am naechsten Tag und boten mir an, dass ich die kommende Nacht wieder bei ihnen schlafen kann. Sie seien zwar unterwegs und wuerden erst spaet zurueck kommen, aber die Tuer staende offen. Dieses nette Angebot musste ich leider aus Zeitgruenden ausschlagen.

Am Mittwoch stand ich sehr frueh auf und fuhr nach Marahau, wo ich mal wieder ein Wassertaxi bestieg (ich muss ja langsam aber sicher seetauglich werden!), nach 'Anchorage' gebracht wurde und einen Teilabschnitt des wunderschoenen Abel Tasman Nationalparks durchlief. Ich benutzte das erste Mal seit vielen Monaten wieder Sonnencreme und war mehr mit meinem Fotoapparat beschaeftigt als mit mir.
Ich traf auf ein Ehepaar aus Auckland, mit dem ich einige Fotos schoss. Ron erzaehlte mir, dass sie gestern schon mal da waren, er mir also alle guten Stellen fuer wunderschoene Fotos nennen koennte. Leider hat er durch einen dummen Zufall all die Bilder auf ihrer Kamera geloescht, so dass sie nun eben schon wieder da sind, um die Fotos nochmal zu schiessen. Ich hoffe, das gab keinen Ehekrach!

Der Grossteil des Tracks verlief im Inland, aber wenn ich meinen Weg an einen Strand fand, begegnete mir immer wieder die selbe kajaking Gruppe, die ebenfalls auf dem Weg zurueck nach Marahau waren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie auf Delfine gestossen sind, denn die waren an diesem Tag in mehreren Buchten gesehen worden.

Zurueck am Ausgangsort bestieg ich mein Auto und fuhr zum Nelson Lakes Nationalpark, genauer gesagt zum Lake Rotoroa, wo ich die Nacht im Auto schlief. Auf dem Campingplatz stand ein Wohnmobil, das von den ungewoehnlichen Kiwis Barbara und Dennis bewohnt wird und die mich zum Tee einluden. Dennis hat Neuseeland schon 10 Mal von Cape Reinga (Norden der Nordinsel) bis Stewart Island (kleine Insel unterhalb der Suedinsel; wird als die 3. Insel Neuseelands bezeichnet) bereist und hatte dementsprechend viel zu erzaehlen.

Am Donnerstag morgen sagte ich ihnen nach einer weiteren Tasse Tee goodbye und fuhr nach Okarito, wo ich eigentlich im Maerz auf meiner Westcoast Tour schon stoppen wollte, dies aber aufgrund Zeitmangels auslies. Dort schlief ich auf einem Campingplatz, der sogar eine Dusche hatte, was ich natuerlich sofort in Anspruch nahm.

Freitag stattete ich dem Franz Josef Gletscher einen Hoeflichkeits- und Fotobesuch ab, weil ich im Herbst ja nur den Fox Gletscher besucht hatte. Danach gings weiter nach Wanaka, wo ich (durch perfektes Timing beiderseits) Claudia wiedertraf. Wir checkten im Wanaka Bakpaka ein, kochten und quatschten und fielen hundemuede in die Betten.

Am Samstag mussten wir uns schon wieder verabschieden, denn sie blieb zum Snowboarden und mich trieb es weiter nach Queenstown. Wie auch die letzten Male fuhr ich nur schnell durch und genoss die atemberaubende Landschaft. Queenstown gehoert, neben dem Milford Sound, zu den schoensten Gegenden Neuseelands, aber leider haelt man es wegen dem Tourismus kaum aus. Dort ist man leider nur am Geld des Touristen interessiert und es gibt unzaehlige Gelegenheiten, dieses auszugeben. Ich besuchte kurz die beruehmte Bungy Bruecke und verzog mich schnell wieder, denn das Marketing Spektakel wirkte abschreckend auf mich und mein Harmoniebeduerfnis. In den naechsten Monaten wird Queenstown noch genauer von mir unter die Lupe genommen, da es nicht weit vom Milford Sound entfernt ist und ich den Transport dorthin gratis nutzen kann.

Gegen Nachmittag fuhr ich mal wieder die Milford Road entlang Richtung Milford Sound, bewunderte Neuschnee auf den Bergen und konnte mich gar nicht oft genug dafuer beglueckwuenschen, hier zu arbeiten! Ich bezog mein kleines Einzelzimmer und nun beginnt ein neues Kapitel!

Momentan macht es uebrigens noch mehr Spass als sonst, durch Neuseeland zu reisen. Der Fruehling ist im Anmarsch und in der Tier- und Pflanzenwelt tut sich einiges. Wir befinden uns in der "lambing session", momentan erblicken also Tausende von Laemmern das Licht der Welt. Es ist ein Vergnuegen, die Laemmer zu beobachten, wie sie enweder mit ihren Altersgenossen spielen, toben und herumspringen, zwischendurch den Kontakt zu ihrer Mama und der 'Milchbar'suchen oder faul und erschoepft auf der Wiese liegen und ein Nickerchen machen, weil so ein Laemmerleben eben auch anstrengend sein kann. Anderen Nachwuchs (zum Beispiel Kaelber) sieht man natuerlich auch, der ist aber bei weitem nicht so suess, wie die Laemmer!

Donnerstag, September 21, 2006

Trip mit dem TranzAlpine (08.09.06)

Unzaehlig viele Leute haben mir von ihrem unvergesslichen Trip mit dem TranzAlpine erzaehlt. Nun wollte ich mir mein eigenes Bild machen und buchte die Zugfahrt fuer Claudia und mich. Abgeholt wurden wir vom gratis Shuttle Bus und erhielten einen ersten Endruck ueber das Alter der meisten Zuggaeste: ueber 60! Ganz so schlimm wars dann doch nicht und wir fanden auch einige juengere Mitfahrer, die das Durchschnittsalter drastisch senkten.

Der TranzAlpine verkehrt taeglich zwischen Christchurch und Greymouth und wir entschieden uns, bis Moana zu fahren, da Greymouth nicht wirklich viel zu bieten hat. Aber bis Moana war es noch ein weiter Weg und so lehnten wir uns zurueck und genossen die Landschaft. Durch die Fenster zu fotografieren ist keine wirklich clevere Idee, deswegen machten wir uns auf den Weg zur Viewing Plattform, einem ueberdachten Zugabteil, das an den Seiten offen ist. Dort fror man sich die Finger ab und der Wind pfiff um die Ohren, aber wie ich hier schon oft geschrieben habe, was tut man nicht alles fuer tolle Fotos! Das schliesst auch das Kaempfen um die besten Plaetze ein und manchmal haette ich am liebsten notorische “An-ihrem-Platz-Festgeklebte’ vom Zug geschubst.

Nach 3 ½ Stunden stiegen wir in Moana aus und erkundeten die Gegend. Gluecklicherweise knipst Claudia genauso viel wie ich, so dass es nicht zu Unstimmigkeiten kam, als wir fuer den eigentlich 30 Minuten Rundweg 1 ½ Stunden brauchten. Nach diesem Fotomarathon goennten wir uns ein Eis, spazierten am Lake Brunner entlang und bestiegen den Zug zurueck nach Christchurch.

Diesmal waren wir schlauer und fragten die Zugbegleiter, ob wir naeher am Aussichtsabteil sitzen koennen. Dies verhalf uns zu einem strategischen Vorteil. Die meiste Zeit der Fahrt zurueck verbrachten wir auf der Aussichtsplattform und sahen bald wie Frisch aus dem Windkanal entstiegen aus. Leider fing es ca. 1 ½ Stunden vor Christchurch an zu regnen, so dass wir auch noch ziemlich nass wurden.

Gegen 18 Uhr waren wir wieder in Christchurch und mussten sehr weit zur naechsten Bushaltestelle laufen, denn der Shuttle Bus war fuer die Rueckfahrt nicht mehr gratis (clevere Geschaeftsidee!).

Abschliessend kann ich nur sagen, dass sich die Fahrt mit dem TranzAlpine wirklich gelohnt hat. Die Aussicht war atemberaubend und abwechslungsreich mit hohen Bergen, gruenen schafbevoelkerten Wiesen sowie tiefen flussdurchzogenen Schluchten. Unsere Kameras liefen auf Hochtouren und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ich versuche, soviele Fotos wie moeglich online zu stellen, damit Ihr Euch ein Bild davon machen koennt.

Donnerstag, August 31, 2006

neue Fotos

Ich habe in den letzten Wochen auch ein paar neue Fotos zu meinem Fotoalbum hinzugefuegt. Viel Spass beim Anschauen! Es ist aber immer noch nicht alles komplett, gerade fuer Tongariro habe ich noch massenhaft schoene Fotos, die ich noch hinzufuegen werde.

Ein bewegender August


Der Monat neigt sich dem Ende und ich moechte wieder berichten, was in den letzten 4 Wochen am anderen Ende der Welt geschehen ist.
Da Claudia und ich leider zu unterschiedlichen Schichten bei Statistics New Zealand arbeiten (sie morgens bis nachmittags und ich nachmittags bis abends), sehen wir uns die Woche ueber nicht und haben dafuer am Wochenende sehr viel Gerede nachzuholen. Meist wird dabei gekocht und das artet schon fast in eine Art Kochschule aus. Inzwischen koennen sich unsere Gerichte sehen lassen: Vorspeise Kuerbissuppe, Hauptgericht selbstgemachte Spaetzle mit Sauerkraut und Geschnetzeltem und als Dessert Pancakes mit Orangenmus (mit tatkraeftiger Unterstuetzung und Anleitung von Koch Juliane!). Sushi haben wir auch schon gemacht und da haben sogar die Japaner noch was lernen koennen. Dazu jede Menge leckere Salate und japanische Gerichte, deren Namen ich mir nicht merken kann. Das werde ich wirklich vermissen, wenn Claudia Anfang September gehen wird. Dir viel Spass bei Deiner Reise!!!!

Jobmaessig hat sich auch endlich ws getan, ich wurde naemlich zu einem Vorstellungsgespraech eingeladen. Einziger Haken an der Sache - das Gespraech fand im Milford Sound statt, denn dort habe ich mich beworben. Kein Problem, bei Statistics um 2 Tage frei gebeten, gleich noch ne Superbeurteilung kassiert und Montag morgen gings 5 Uhr in der Frueh los. Geplant war die Fahrt durchs Gebirge ueber Fairlie-Lake Tekapo-Omarama-Cromwell-Queenstown-Te Anau-Milford Sound. Nach einigen Stunden Fahrt wurde ich von Schnee ueberrascht und in Omarama teilte man mir mit, dass der Lindis Pass wegen heftigem Schneefall und steckengebliebenen LKW's gesperrt ist. Blieb nur, einen riesigen Umweg zu fahren und ueber Oamaru-Dunedin-Gore-Te Anau nach Milford Sound zu fahren. Nach ingesamt 15 Stunden kam ich endlich dort an und wurde von Hugh begruesst, der mich ueberall rumfuehrte, mir die Unterkunft fuer die Nacht zeigte (das waren die Belegschaftsunterkuenfte, in denen ich auch schlafen wuerde, wenn ich den Job bekaeme) und stellte mich den Leuten vor. Wurde auch sofort zum Bingo Abend in den Pub eingeladen aber ich lehnte dankend ab. Ausser in mein Bett wuerde ich an diesem Abend nirgendwo mehr hingehen!

Am naechsten Morgen zeigte mir Hugh die Boote und fuehrte mich rum und danach fand das Gespraech mit ihm und dem grossen Boss statt. Anschliessend luden sie mich ein, den Cruise zu machen und das Unterwasser Observatorium zu besuchen. Die Zeit brannte mir im Ruecken, aber das Wetter und somit die Aussicht waren fantastisch und so nahm ich an, genoss zum 2. Mal den Milford Sound, bestaunte das Unterwasserleben im Observatorium (und fuehlte mich wieder in meinem Unbehagen beim Schwimmen im Meer bestaetigt!) und fuhr gegen 12:30 Uhr wieder heim. In Te Anau erkundigte ich mich ueber das Wetter in den Hoehenlagen, bekam gruenes Licht und fuhr nun die Strecke zurueck, die ich am Vortag hatte meiden muessen. Nach 10 Stunden war ich zurueck in Christchurch und stolz wie Oskar ueber die Leistung, die mein Wolfgang in diesen 2 Tagen vollbracht hat. 1800 km und jeweils 10 bzw. 15 Stunden fast pausenlos durchgefahren! Stolze Leistung fuer sein Alter.

Gesehen habe ich mal wieder fast alles, was Neuseeland landschaftlich zu bieten hat: weite Gras- und Weideflaechen bevoelkert von Schafen und Rind, im Hintergrund schneebedeckte Berge, dazwischen tuerkisblaue Seen und im Milford Sound stockte mir oefter mal der Atem und es zuckte in meinen Fingern. Zu gerne haette ich Fotos gemacht, aber ich hatte einfach keine Zeit.
Aber es wurde mir wieder bewusst, warum ich in Neuseeland bleiben moechte und dass es all die Mueh' und Plag' Wert ist!

Ganze 2 Wochen und schaetzungsweise 20-30 interviews spaeter erfuhr ich endlich, dass ich den Job habe! Werde ab dem 18.09. fuer die gesamte Sommersaison (knappe 7 Monate) bei Red Boat Cruises arbeiten, pro Tag 3 Bootsfahrten machen, mich um die Gaeste kuemmern und das Boot wieder auf Vordermann bringen, wenn die Touristenscharen weg sind. Fuer die Zeit werde ich ein Work Permit bekommen, das es mir erlaubt, in Neuseeland zu arbeiten. Somit bin ich erstmal am Ziel angekommen, denn ich kann in Neuseeland bleiben und an einem der schoensten Stellen des Landes leben und arbeiten. Was will man mehr?

Der Job bei Statistics New Zealand ist Ende August vorbei, so dass ich endlich mal wieder freie Tage habe. Die werde ich mit Vorbereitungen verbringen, denn ich muss u.a. den neuseelaendischen Fuehrerschein machen. Die 12 Monate, in denen mein europ. Fuehrerschein hier gueltig ist, sind schliesslich bald rum.

Am dem 18.09. bin ich nur noch sehr schlecht uebers Handy zu erreichen, weil es dafuer keinen Empfang im Milford Sound gibt. Also bitte nur noch E-Mails schreiben. Ich kann mich ueber Handy melden, wenn ich alle 10 Tage fuer 4 Tage frei habe und den Milford Sound eventuell verlasse.

Donnerstag, August 03, 2006

Geburtstag in der Ferne

Na sowas, da hat sich der August mit leisen Sohlen angeschlichen und ploetzlich stand er vor der Tuer - mein Geburtstag. Die Maedels hier im hostel haben sich grosse Muehe gegeben, mich zu ueberraschen und haben ein grosses HAPPY BIRTHDAY Schild am Kamin angebracht. Jana, die schon ausgezogen und auf dem Sprunkg war (ihre Eltern snd da und am Dienstag ging die Rundreise los), kam nochmal vorbei, holte mich aus dem Bett, sang mir ein Geburtstagsstaendchen und ueberreichte mir ihre kleinen, liebevoll ausgesuchten Geschenke. Auch Claudia ueberraschte mich mit einer gedankenvollen Kleinigkeit. Sorry Maedels, dass ich Eure Geschenkideen immer wieder zerstoert habe. So bin ich eben :-) (Zur Aufklaerung: Immer wenn ich nach Hause kam und stolz berichtete, mir dies oder jenes gekauft zu haben, schaute ich in lange Gesichter und bekam zu hoeren: "Na toll, dann brauchen wir dir das ja nicht mehr zum Geburtstag schenken!")

Als Dankeschoen bug ich dann gleich noch eine grosse Portion Muffins, die ich im hostel verteilte und die ich abends mit auf Arbeit zu statistics nahm. Langsam sprach sich herum, warum ich die Muffins mitgebracht hatte und einige hatten sogar Interesse daran, wie man HAPPY BIRTHDAY auf Deutsch sagt.
Die Arbeit macht immer noch Spass und jetzt wurde ich auch endlich einem Team zugewiesen, so dass ich immer die selben Leute sehe und man sich besser kennenlernen kann. Any, eine Kollegin, ist besonders liebenswert. Sie ist grosser Elvisfan, singt staendig vor sich hin und ich suchte ihr die deutschen Zeilen von 'wooden heart' heraus, das Elvis aufnahm, als er in Deutschland stationiert war. Nun singt jemand neben mir staendig Elvis in einem zum wegschmeissen komischen Akzent.

Da mich gerade auch zu meinem Geburtstag viele fragten, ob ich den nun bald wieder nach Hause komme, werde ich mal ein bisschen was zu meiner Situation schreiben.
Auch wenn ich meine Familie und Freunde vermisse und auch endlich wieder lange Spaziergaenge mit meinem geliebten Seppl unternehmne wuerde, moechte ich trotzdem nicht nach Hause. Gerade im Arbeitsleben ist vieles unkomplizierter und die Atmosphaere in den Bueros viel entspannter. Das moechte ich nicht fuer den Stress in Deutschland aufgeben, fuer mobbing und Chefs, die die Leistung ihrer Angestellten nicht zu schaetzen wissen. Deswegen versuche ich gerade sehr intensiv, permanente Arbeit zu finden. Was leider nicht sehr einfach ist, denn nicht jeder Arbeitsvertrag reicht der Immigrationsbehoerde aus, um ein Arbeitsvisum auszustellen. Aber ich bleibe dran und gebe nicht auf. Wenn ich nichts finde und das Land Ende Oktober verlassen muss, werde ich mir hoechstwahrscheinlich ein Working Holiday Visum fuer Australien besorgen. Dort moechte aber ich nicht unbedingt reisen (sowieso viel zu heiss), sondern sofort in einer groesseren Stadt arbeiten und Erfahrungen sammeln. Es ist noch alles offen und in den naechsten Wochen wird sich entscheiden, ob ich in Neuseeland bleiben darf oder nach Australien gehe.

Vielen lieben Dank an alle, die an meinem Geburtstag an mich gedacht haben und Karten oder EMails geschrieben haben. Habe mich wirklich sehr darueber gefreut!!! Ich werde versuchen, jedem einzeln zu antworten, aber das wird etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Liebe Schmalkaldener, ich lebe uebrigens nicht im Frauenhaus (nein, mir gehs blendend!), sondern im Frauenreisehaus. Kleiner aber feiner Unterschied :-)

Sonntag, Juli 16, 2006

Fussball, Fussball und zwischendurch mal Rugby

Und wieder ist ein ereignisreicher Monat ins Land gegangen. Die Ereignisse fasse ich mal zusammen. Auf der Suche nach Arbeit habe ich mich bei verschiedenen Zeitarbeitsfirmen beworben, habe mich bei Vorstellungsgespraechen und Computer- Eignungstests bewaehrt und einige kleinere Jobs angeboten bekommen. Seit knapp 2 Wochen arbeite ich bei Statistics New Zealand und bearbeite die Frageboegen, die am 7.3.2006 von jedem ausgefuellt werden mussten, der sich in Neuseeland aufhaelt. Der Job macht Spass, man trifft viele Leute und zwischendurch gibt es einige Gymnastikpausen, in denen die von der Computerarbeit eingeschlafenen Muskeln und Gelenke daran erinnert werden, fuer welche Bewegungen sie uspruenglich vorgesehen waren.

Mit Jana habe ich weiterhin der Fussballleidenschaft gefroehnt und wir haben uns zu ausgewaehlten Spielen in den Pub unseres Vertrauens begeben. Besonders ereignisreich war das Spiel Portugal gegen England, weswegen ich davon berichten moechte. Auf die Gefahr hin, verbale Attacken hinnehmen zu muessen, muss ich mich als Englandfan outen - der englische Fussball interessiert mich eben. In einem Pub mit groehlenden, saufenden und Schlachtliedern singenden Englandfans zu sitzen, ist allerdings alles andere als ein Vergnuegen. Mit der Zeit war es einfach nur noch widerlich und nervenaufreibend. Und meine Guete, koennen die laut sein! Das ganze Spiel hindurch wurde jeder Angriff der Englaender bejubelt, vergebene Torchancen betrauert und Angriffe der Portugiesen ausgebuht. Untermauert wurde das Gebruell von “Ingeland, Ingeland” und “Britania” Rufen. Die Stille nach dem verlorenen Elfmeterschiesen war schon fast unheimlich und nach dem Jana ihrem Jubel fuer den portugiesischen Sieg lautstark von sich gegeben hatte, machten wir uns lieber aus dem Staub.

Nach dem die WM nun leider nicht nach unseren Vorstellungen geendet hat und auch mit Italien und Frankreich zwei Teams im Finale standen, die ich beide nicht dort sehen wollte, kehrt nun endlich wieder Normalitaet und Ruhe in unser Leben ein. Rechtzeitig, um sich nun wieder dem Rugby zu widmen. Am 8.7. haben Jana und ich die langersehnte Chance genutzt und haben uns die All Blacks live im Christchurcher Jade Stadium angeschaut. Neuseeland spielte gegen Australien und wir hatten ein paar Aussies hinter uns sitzen. Sehr unterhaltsam kann ich nur sagen! Erstaunlicherweise recht musikalisch traellerten sie ihre Nationalhymne mit (kamen natuerlich nicht gegen die Stimmgewalt der Neuseelaender bei ihrer Hymne an) und sonst hatte ich das Gefuehl, dass alle australischen Spieler auf den Namen Goerge getauft wurden. Staendig wurde ‘George’ fuer sein tackling (Angriff), seinen Wurf usw. gelobt. Es nervte mit der Zeit (vorallem, weil es nichts zu loben gab!). Wir waren natuerlich auch fuer den Haka gekommen und dieser erschuetterte das Stadium. Echt beeindruckend! Die All Blacks gewannen, fast alle waren happy und beim Nachhauselaufen verfluchte ich Massenveranstaltungen dieser Art. Das kann eben nicht geordnet ablaufen, wenn 39.000 Leute gleichzeitig Strassen und Buergersteige benutzen woollen.

Im Uebrigen habe ich letztens in einem (nicht ganz Ernst zu nehmenden) Rugbybuch fuer Frauen nachgelesen, worum es beim Rugby wirklich geht. Goldene Regel: “Alles, was Dein Team tut, ist richtig. Alles, was das gegnerische Team tut, ist falsch.” Was man als Frau unbedingt vermeiden sollte, wenn man Rugby mit Maennern schaut und halbwegs Ernst genommen werden moechte, sind Aussprueche wie “Autsch!”, “Haeh?” (als Ausdruck des Nichtverstehens) oder “Der ist aber suess!”. Im schlimmsten Fall (also wenn man mal wieder nichts versteht) einfach ueber die gegnerische Mannschaft (beachte die Goldene Regel!) und vorallem den unfaehigen Schiedsrichter schimpfen, da kann man nichts falsch machen! So einfach ist das…

Dass Fussballspieler als Schwuchteln und Weicheier bezeichnet werden, moechte ich nur am Rande erwaehnen. Wenn man sich die Italiener bei dieser WM angeschaut hat, moechte man ihnen am liebsten einen Oskar fuer ihre hervorragende schauspielerische Leistung ueberreichen und insgeheim hoffen, dass sie mal eine Trainingseinheit mit einem Rugbyteam absolvieren muessen. Das wuerden sie dann allerdings wirklich nicht unbeschadet ueberleben….

Montag, Juni 12, 2006

Mal wieder Kaikoura und Fussballfieber im hostel

Am Rugbyabend in Christchurch (siehe letzter Beitrag) traf ich Stacy aus Kaikoura, die sich das Spiel live im Stadion anzusehen versuchte (war ja aufgrund des Nebels leider so gut wie unmoeglich). Sie lud mich fuer das naechste Wochenende nach Kaikoura ein und da ich erstens nichts weiter zu tun hatte und zweitens wegen dem Geburtstag der Queen ein langes Wochenende bevorstand, nahm ich die Einladung dankend an. Mit mir fuhr wieder Marianne, meine Lach- und Wandergefaehrtin aus Akaroa, die mal wieder in Christchurch verweilte.

Erste Amtshandlung in Kaikoura bestand aus einer fish&chips Bestellung bei Hine's Takeaways, die meiner Meinung nach die besten fish&chips in ganz Neuseeland anbieten! Danach versuchten wir, in der Dusky Lodge ein ruhiges Plaetzchen zu finden, um den Abend ausklingen zu lassen. Gar nicht so einfach, wenn das hostel von einer Horde studienreisender Amerikaner bevoelkert wird, die eine komplette Kueche in Beschlag nehmen und Vortraege ueber Wale und Delfine abhalten. Egal, wo man sich an diesem Abend aufhielt, es waren immer laute Amerikaner in der Naehe, die 1. sich nicht in normaler Lautstaerke unterhalten koennen 2, sowieso nur 80% geistigen Duennpfiff von sich geben und 3. zu geschlagener Stunde auch noch fast alle besoffen waren. Das soll nicht heissen, dass es nicht auch sympathische Amerikaner gibt (Stacy ist eine von ihnen!!!), aber sehr viele von dieser Sorte habe ich leider noch nicht getroffen.

Marianne hat in der Schule noch die wirklich wichtigen Dinge des Lebens gelernt und deswegen zeigte sie mir recht geduldig, wie man strickt. Die Abende in Kaikoura verbrachten wir strickend vorm Feuer und kamen uns dabei wie eine Touristenattraktion vor, da jeder der Gaeste seinen Kommentar dazu abgeben musste.

Am Samstag machte ich mich zum 4. Mal daran, den Peninsula Walk zu absolvieren und zum 1. Mal fand ich die neuseelandtypischen Paua Shells (Muscheln) am Strand. Meine Ausbeute war riesig! An den Seeloewen mussten wir auch wieder vorbei und Marianne war anfaenglich ganz begeistert ("will endlich ein Foto von denen machen!"). Nachdem wir an ihnen vorbei mussten, teilweise nur 3-5 Meter zwischen uns, und staendig angebruellt wurden, verflog ihre Begeisterung recht schnell und wich dem puren Ueberlebenswillen. Man muss schliesslich fuer ein gutes Foto nicht sein Leben riskieren.

Dem sehr empfehlenswerten Thai-Restaurant am Pool der Dusky Lodge stattete ich natuerlich auch noch einen Pflichtbesuch ab, quatschte mit Mai und Nil und genehmigte mir ein take-away-essen, dass ich in Christchurch geniesserisch zu mir nahm. Am Montag gings schon wieder zurueck nach Christchurch, natuerlich nicht ohne das Versprechen, mal wieder zurueck zu kommen.

Waehrend der folgenden Tage traf ich mehrmals Karina (die ich aus Kaikoura kenne) und lernte ihre Freundin Alex kennen. Wir gingen ins Kino und erschraken uns ueber boese Kinder (Omen 666), machten den KFC unsicher (so was aehnliches wie McDonalds), machten einen DVD Abend in einem arschkalten Haus (gut, dass es Schlafsaecke gibt) und gingen zum Screening der Filmschule, auf die Alex geht (dort wurde u.a. auch ihr Kurzfilm gezeigt, der viel Applaus erntete). Karina vielen Dank fuers geduldige Zuhoeren, Deine Ratschlaege und alles andere. Ich drueck Dich ganz fest!

Gluecklicherweise habe ich in Jana eine weitere fussballbegeisterte Mitbewohnerin und Arbeitskollegin gefunden. Zusammen standen wir Samstag 3 Uhr in der Nacht auf, um uns 1 Stunde spaeter das Eroeffnungsspiel des World Cup im Pub auf Grossleinwand anzusehen. Es waren einige Deutsche anwesend, die mit dem Ergebnis natuerlich sehr zufrieden waren. Viele andere Nationen waren unter den Zuschauern vertreten, die sich einfach ueber jedes Tor freuten. Samstag Nacht schauten wir 1 Uhr das Spiel der Englaender an und waren so muede und enttaeuscht von dem langweiligen Spiel, dass wir schon frueher nach Hause gingen. Mal sehen, wie lange wir das naechtliche Aufstehen durchhalten und wieviele Spiele wir uns noch live anschauen werden. Die Neuseelaender interessiert der World Cup leider nicht besonders und in der Zeitung gibt es auch kaum Berichte darueber, so dass wir hier auf ziemlich einsamen Posten stehen. Dass auch im Fernsehen kaum darueber berichtet wird, muss ich wohl nicht extra hervorheben.
Recht neidisch haben wir das tolle Wetter und die leicht bekleideten Menschen in Deutschland zur Kenntnis genommen, waehrend wir im dicken Pullover frierend im Pub sassen. Aber man kann eben nicht alles haben! Im Uebrigen hat es in der Nacht von Sonntag auf Montag das erste Mal in Christchurch geschneit, was wir nicht besonders toll finden...

Dienstag, Mai 30, 2006

Mechaniker und Vorhaenge, Leberkaese und Christchurch im Ausnahmezustand

Seit 2 Wochen arbeite ich nun nicht mehr als Cleaner, sondern habe mich zur Rezeption vor- bzw. hochgearbeitet. Die Arbeit macht Spass und ist abwechslungsreicher als Betten machen. Die Auslastung meiner Arbeitskraft gestaltet sich recht unterschiedlich. Manchmal wollen 6 Leute gleichzeitig einchecken und bezahlen, dann fragt jemand nach seinen im Safe eingeschlossenen Habseligkeiten und eine andere moechte Waschpulver kaufen. Zu anderen Zeiten ist man stundenlang in sein Buch vertieft und muss sich ab und zu mal aufrappeln, einen Pflichtrundgang durchs Haus machen und ggf. das Feuer checken. Grundsaetzlich ist momentan weniger los, weil der Sommer vorbei ist und weniger Touris unterwegs sind.

Die restliche freie Zeit habe ich mal wieder recht unterschiedlich verbracht.
1. Mein Wolfgang musste zum W.O.F. (neuseelaendischer TUEV). Der Mechaniker wollte mich fuer bloed verkaufen und meinte, dass es das Auto nicht mehr Wert sei, die erforderlichen 700 Dollar fuer Reparaturen hinzublaettern. Einzige Alternative: An einen Mechaniker verkaufen, der die Restteile verwertet. Bin dann zu einem anderen Mechaniker, der mir das Auto fuer 360 Dollar repariert hat und mir einen neuen W.O.F. ausgestellt hat. Wolfgang und ich sind nun wieder gluecklich!

2. Meine Arbeitskollegin Linda hat sich einen Van gekauft, mit dem sie nun durch NZ reist (sie ist vor ein paar Tagen abgereist). Ihre Freizeit verbrachte sie mit Van entruempeln, Zubehoer kaufen, Vorhaenge und Matrazenbezuege naehen und das Auto wettbewerbsfaehig fuer 'schoener wohnen' zu machen. Teilweise half ich ihr dabei und wir erlebten einige witzige Gegebenheiten. Erstmal ist es ohne das noetige Vokabular schon eine Herausforderung, Stoff fuer Vorhaenge und Ueberzuege zu kaufen und beim Bezahlen habe ich mich fuer die Geduld der Verkaeuferin bedankt. Dann ist es in NZ nicht so einfach, Bettwaesche zu kaufen. Ausgestattet mit den benoetigten Massen stuermten wir den Laden, fanden aber nur die Standardmodelle 'Kingsize' und 'Queensize' ohne genaue Masse. Auf die Frage, wie gross die denn seien, erhielten wir die selten daemliche Antwort, dass dies Standardmasse seien. Ach ne, wirklich? Haette ich nicht fuer moeglich gehalten! Der Verkaeufer packte die Bettdecke aus und musste nachmessen (und verfluchte dabei wahrscheinlich insgeheim die bloeden Auslaender mit ihren Sonderwuenschen)!
Ansonsten schlug sich die liebe Linda die Nachtstunden um die Ohren und naehte mit einer Engelsgeduld Vorhaenge. Wenn sie nicht an der Naehmaschine sass, kochten wir meistens was zusammen mit Jana, einer weiteren Arbeitskollegin. Wir haben es sogar zu selbstgemachtem Apfelmus und Kartoffelpuffern gebracht und haben Amy aus Kanada (sie arbeitet auch hier) die deutsche Kueche etwas naeher gebracht.

3. Da ich wochenends Zeit habe, schlendere ich immer auf den Arts Market mit vielen Staenden von Kuenstlern und Handwerkern. Allerdings interessieren mich die internationalen Fressbuden mehr, weil es da abwechslungsreiche Mahlzeiten aus aller Herren Laender gibt. Habe schon griechisch und tschechisch ausprobiert und natuerlich deutsch (Leberkaese+Sauerkraut; die bayrischen Wuerste ruehr ich allerdings nicht an, dafuer ist mein thueringisches Herz zu stolz und mein Magen zu verwoehnt). Naechstes Mal vielleicht libanesisch oder thai?

4. Am 27.5. fand das Rugby Finale zwischen den Crusaders (aus Christchurch) und den Hurricans (aus Wellington) im Christchurcher Stadium statt. Ich sah mir das Spiel auf der Grossleinwand in einem Pub an, erlebte ein spannendes Spiel und sah die Christchurcher Fans am Ende jubeln. Das war auch ein Match Suedinsel gegen Nordinsel, also eine Frage der Ehre! Wer den Mut aufbrachte, seine Sympathien fuer die Hurricans kundzutun, riskierte verbale Attacken. Selbst die Christchurcher Zeitung 'The Press' veroeffentlichte einen Artikel, in dem eindeutige Erkennungsmerkmale fuer versnobbte Wellingter aufgefuehrt wurden.

Moeche mich auf diesem Wege nochmal ganz herzlich fuer alle Kommentare, Briefe, Postkarten und Paeckchen (ich moechte damit niemanden unter Druck setzen ... ;-) ) bedanken, ueber die ich mich immer sehr freue. Wie sagt man so schoen hier, I really appreciate it! (Ich weiss es sehr zu schaetzen). In diesem Sinne, bis zum naechsten Mal...


Dienstag, Mai 16, 2006

Christchurch III - Rugby

Jetzt bin ich Euch noch den Bericht ueber das Rugby Spiel schuldig. Bitte erwartet keine Erklaerung ueber Spielregeln, da blicke ich naemlich selbst nicht durch. Wie komme ich eigentlich zu einem Rugby Spiel? Also ich habe irgendwann mal Rob (den ich hier kenne) gegenueber erwaehnt, dass ich mir gern mal ein Rugby Spiel anschauen wuerde und so wurde ich von seiner Familie eingeladen. Das Spiel fand abends 7:30 Uhr statt und es war arschkalt. Eingehuellt in 3 Jacken und bewaffnet mit meinen Handschuhen sass ich dort und beaeugte interessiert das Geschehen. Es spielten die Crusaders (aus Christchurch) gegen die Brumbies aus Australien (ueber das besondere Verhaeltnis von Kiwis zu Australiern habe ich ja schon mal berichtet; die Buhrufe fielen dementsprechend laut aus). Das Spiel an sich war recht unspektakulaer und eher langeweilig, weil die meisten Tore durch Strafstoesse erzielt wurden und recht haeufig 40% aller Spieler uebereinander lagen und um den Ball kaempften. Der Rest stand drum rum und wartete darauf, dass der Ball (oder eigentlich eher ein Ei) irgendwo herausgeschluepft kam. Das Spiel ist sehr koerperbetont und sieht manchmal recht brutal aus, weil man (ohne jegliche Polster oder Schutzkleidung) die Gegenspieler rammt. Unsere Fussballspieler, die bei der kleinsten Beruehrung sterbend auf dem Rasen liegen, koennen sich wirklich mal ne Scheibe von den Rugby Spielern abschneiden! Die Australier jedenfalls hatten keine Chance und verloren das Spiel 33:3, was die anwesenden Kiwis nicht wirklich gestoert hat.

Die Zuschauer haben uebrigens die Wahl zwischen Spielfeld und Videoleinwand, die man oefter mal zu Rate ziehen muss, da man bei der Balgerei nicht immer durchblickt, wer da 1. ueber wem liegt und 2. wer denn nun eigentlich den Ball hat und 3. wo der Ball eigentlich hingeworfen wurde. So blieb zumindest der Kopf in Bewegung.

Habe fuer mich beschlossen, dass ich mir gern noch mal ein live Spiel anschauen moechte, dass ich dies aber auf die Fruehlingsmonate verschieben werde.

Banks Peninsula, Akaroa (09.05.-11.05.06)

Am Dienstag machten wir (Marianne und ich) uns auf den Weg nach Akaroa. Wir verliesen Christchurch bei schoenstem Sonnenschein und fuhren ca. 2 Stunden nach Akaroa, weil wir uns natuerlich fuer den laengeren, aber sehenswerteren Touristic Scenic Drive entschieden. Gegen Nachmittag erreichten wir Akaroa, staerkten uns bei Fish&Chips und statteten Leuchtturm und Anglican Cemetry (Friedhof) einen Besuch ab. Danach fuhren wir zur Le Bons Bay, wo uns das Le Bons Bay Backpackers empfohlen wurde. Wir checkten ein, ruhten uns ein wenig aus und kamen auf die wahnwitzige Idee, noch einen Spaziergang zu machen. Wir packten uns warm und wasserfest ein, schliesslich war es bereits dunkel und nieselte und wir machten uns mit 2 kleinen Taschenlampen auf den Weg. Wir liefen auf der Strasse und obwohl kein Mond und keine Sterne zu sehen waren, war es relativ hell und wir fanden unseren Weg problemlos. Zwei kleinere Zwischenfaelle machten den Spaziergang doch noch zum Erlebnis:
1. Urploetzlich fing ein kleiner Hund an zu bellen, den wir in der Dunkelheit trotz Taschenlampen nicht ausfindig machen konnten. Aufgrund des uns eingejagten Schreckens (auf einer Skala von 1-10= 19) stuften wir ihn als gefaehrlichen Kampfhund ein.
2. Ein paar Minuten spaeter musste eine Kuh muhend kundtun, dass sie sich irgendwo in unserer Naehe befindet und da wir absolut nichts von ihr sehen konnten, und auch nicht gerade heiss auf ein Zusammentreffen mit ihr waren, kehrten wir wieder um. War ganz froh darueber, denn bisher waren wir nur bergab gegangen und nun gings steil wieder bergauf. Meine Lungen waren begeistert!

Die Nacht im 7-Personen-Schlafsaal sollte sich als Lehrstunde im Daeumchendrehen und Schaefchenzaehlen erweisen, denn die einzige Person, die fest schlief, war eine aeltere schnarchende Frau. Die anderen 6 Bewohner waren wach und schmiedeten insgeheim Racheplaene (wenn nicht noch schlimmer…)

Am naechsten Morgen genossen wir frisch gebackenes Brot und selbstgemachte Marmelade und beschlossen, dem Otepatotu Scenic Reserve einen Besuch abzustatten. Wir wanderten los, kaempften uns todesmutig durch eine Herde schlecht gelaunter Kuehe (man erklaerte uns, dass die Kuehe von ihren Kaelbern getrennt wurden) und bestiegen mal wieder nicht enden wollende Berge. Unser Optimismus und gute Laune wurden urploetzlich auf eine harte Zerreissprobe gestellt, als wir einen harmlos aussehenden Wasserlauf ueberqueren mussten und ploetzlich knoecheltief (Marianne) bzw. bis zu den Knien (natuerlich ich!) im Matsch standen. Das zusaetzliche Gewicht von Wasser und Dreck an meiner Hose machten den Aufstieg nicht gerade einfacher. Oben endlich angekommen, wollten wir beide aus Dankbarkeit und Erleichterung schon die Teerstrasse kuessen!

Damit waren unsere Abenteuer fuer diesen Tag noch nicht beendet. Fuer eine schoenere Aussicht kaempften wir uns durch matschiges und rutschiges Gebiet, nur um oben angekommen feststellen zu muessen, dass alles nebelverhangen ist. Unter Risiko unseres Lebens rutschten wir den glitschigen Weg wieder zurueck und bewunderten unten angekommen den allerschoensten Sonnenschein und sahen keine einzige Wolke.

Nach ca. 4 erlebnisreichen Stunden kamen wir saudreckig und geschafft im hostel an, machten uns frisch und fuhren an die Le Bons Bay, um den Strand zu begutachten. Danach gings wieder zurueck und fuer 12 Dollar gabs ein vom Besitzer des hostels gekochtes Festessen (Fisch, Muscheln, Kartoffeln mit Knoblauch, Gemuese, Kumara-Auflauf, Salat und zum Nachtisch einen Apfelkuchen mit Eis). Den Abend verbrachten wir quatschend mit den anderen Gaesten und ich unterhielt mich mit einem Englaender ueber ein beide Nationen brennend interessierendes Thema: Die Fussball WM in Deutschland. Ich sagte ihm, dass es schon schade sei, dass es im Heimatland stattfindet und ich sei nicht da. Seine Antwort: Sieh es mal von der Seite, Deutschland wird nicht gewinnen, England erst Recht nicht, deswegen verpassen wir beide nichts! Stattdessen sollte ich mich naeher mit dem Nationalsport der Neuseelaender beschaeftigen, dem Rugby. Gesagt getan, einen Tag spaeter sass ich im Jade Stadion in Christchurch bei einem Rugby Spiel. Dazu mehr im naechsten Eintrag.

Am Donnerstag fand dann endlich der langersehnte Bootstrip mit dem Besitzer Garry statt, der 7 Leute aufs Meer hinausschipperte. Wir bestaunten die Landschaft, Seeloewen, Voegel und – der Hauptgrund unseres Ausfluges- Hektordelfine, die kleinsten und seltendsten Delfine der Welt. Es waren nur ca. 3 oder 4, aber egal, schoen wars trotzdem. Nur leider machte mir das Geschunkel wieder arg zu schaffen und ich war heilfroh, als ich wieder festen Boden unter meinen Fuessen hatte.

Nach einem erneuten kleinen Abstecher nach Akaroa fuhren Marianne und ich wieder nach Christchurch, wo mich nun wieder der Alltag eingeholt hat. Der Regen uebrigens auch…

Christchurch II

Nachdem ich zwischenzeitlich einige Anfragen bekam, moechte ich mich mal wieder melden. Mir geht es gut und wir wurden nicht vom Tsunami weggefegt. Die Warnung wurde einige Zeit spaeter aufgehoben. Das Ganze geschah zu sehr fruehen Nacht- bzw. morgenstunden, so dass hier niemand etwas mitbekommen hat. Waeren da nicht die Anrufe einiger besorgter Angehoeriger mitten in der Nacht gewesen, die gleich ganze Gemeinschaftsschlafraeume geweckt haben.

Was habe ich in den letzten Wochen erlebt? Nun, da gibt es nicht so viel Spannendes zu berichten, deswegen war es hier in letzter Zeit auch etwas ruhig. Ich fasse mal zusammen.

Ich lerne hier sehr viele Leute kennen (Arbeitskollegen und/oder Gaeste), mit denen ich einige Zeit verbringe. Zum Beispiel Maxi, die hier mit offenen Armen empfangen wurde, weil sie dringend erforderliche Streich -und Malerarbeiten ausfuehren sollte. Sie hat das Ganze nicht gelernt, aber Sandra (die Eigentuemerin des hostels) ist der Meinung, dass alle deutschen Maedels handwerklich begabt sind. Nun gut, Maxi war von ihrer Leistung nicht immer hundertprozentig begeistert, Sandra aber schon. Habe mit Maxi viele lustige Stunden verbracht, sie hat mich Sudoku gelehrt und nun tourt sie durch Australien und bald auch Bali. Viel Spass dort!

Als ich sie eines schoenen Tages zum Flughafen brachte, blieb ich gleich noch einige Zeit laenger und holte den Michael ab, der am selben Tag von seinem Australienurlaub zurueckkam. Wir gingen spaeter noch ins Kino und schauten uns einen Film ueber einen deutschen Reisenden in Buenos Aires an und schmunzelten ueber seine Erlebnisse.

Zu einem anderen Zeitpunkt waren meine beiden Arbeitskolleginnen Maxi und Manon, Fabian, den ich bereits aus Deutschland kenne, und ich im Kino und wir haben uns Ice Age II angeschaut. Lustig wie der erste Film und empfehlenswert.

Angestachelt durch Sandras Sprachenreichtum (sie begruesst fast jeden Gast in der Landessprache und beherrscht einige Floskeln in jeder Sprache) habe ich begonnen, Franzoesisch zu lernen. Meine Lehrerin ist Manon, sie kommt aus dem franzoesisch sprechenden Teil der Schweiz. Mal sehen, wie lange ich durchhalte, Franzoesisch ist sehr schwierig!

Ausserdem bin ich umgezogen. Sandra bot mir an, an der Rezeption zu arbeiten, was ich natuerlich dankend annahm. Ich bekomme neben meiner Unterkunft noch etwas Geld und habe mein eigenes kleines Reich bekommen. Da ich bisher immer von Freitag bis Sonntag gearbeitet habe und sich dies mit dem neuen Job nun aendern wird (Montag bis Freitag), habe ich mich dazu entschlossen, noch schnell einen Abstecher nach Banks Peninsula zu machen, da ich spaeter nicht mehr so viel Zeit dafuer haben werde. Marianne, eine Deutsche, hat mich begleitet.

Samstag, April 22, 2006

Christchurch (09.04.-....)

Am Sonntag komme ich in Christchurch an und komme im Frauenreisehaus unter. Dort kann ich von freitags bis montags fuer Unterkunft arbeiten.

Die ersten Tage verlaufen auch ohne Arbeit recht hektisch. Noch am Sonntag abend treffe ich mich mit Tina und wir gehen mit ein paar ihrer Reisebekanntschaften ins Kino zu 'March of The Penguins'. Danach muessen wir ne ganze Weile suchen, bis wir eine Kneipe finden, die noch Kundschaft empfaengt. Um 10 Uhr werden eben auch in Christchurch schon einige Buergersteige hochgeklappt. Gluecklicherweise finden wir einen Irish Pub, in dem sogar Live-Musik gespielt wird - der Abend ist gerettet! Als ich kurz nach Mitternacht ins hostel komme, ist alles verriegelt; die Eigentuemerin hat vergessen, mir den Code fuers Schloss zu geben. So bleibt mir nichts anderes uebrig, als ueber den Zaun zu klettern.

Am Montag treffe ich Rob, der in Christchurch wohnt und den ich ich aus der Yahoo New Zealand Group kenne und er zeigt mir die Stadt. Danach treffe ich nochmal Tina und Frank, wir quatschen uns mal wieder fest und dann machen wir auch noch den Fehler und zeigen uns gegenseitig unsere Fotos. Draussen wirds schon dunkel und ploetzlich klopft die andere Tina an die Tuer des Wohnmobils. Sie vermacht mir ihre uebriggebliebenen Lebensmittel (wie auch Tina und Frank) und ihr Zelt und wir beschliessen, zum Abschied Pizza essen zu gehen. Am Dienstag fliegen Tina und Frank zurueck nach Deutschland und Tina nach Australien.

Am darauffolgenden Sonntag treffe ich Katja und ihre Eltern, die am Montag wieder nach Hause fliegen. Ich werde zum Essen eingeladen und wir verbringen einen schoenen Abend.

Katja und Tina - es war wirklich sehr schoen mit Euch beiden, danke fuer die tolle Zeit, die wir zusammen hatten, viel Glueck Euch beiden und ich hoffe, wir bleiben in Kontakt!

Mit Stacy aus der Dusky Lodge, ein paar Cleanern von dort und anderen mir bis dahin unbekannten Leuten gehen wir auf ein Konzert von Salmonella Dub, einer sehr guten neuseelaendischen Band, deren Musikstil ich nicht mal beim Namen nennen kann. Es ist eine Mischung aus Elektro, Reggae und Jazz.

Wenn ich nicht gerade arbeite, laufe ich viel in Christchurch herum und geniesse das Leben hier. Es ist nicht zu hektisch und es gibt unzaehlige Parks zum Entspannen. Dem Bewegungs- und Entdeckungsdrang steht die Faulheit entgegen, die durch die rekordverdaechtige Video- und DVD-Sammlung des hostels verstaerkt wird. Ich befuerchte, dass ich zur Fernseheule werde und muss mich manchmal regelrecht dazu zwingen, etwas zu machen. Und wenn man nur in irgendwelche Museen geht und fassungslos sogenannte Kunst anstarrt, die man nicht versteht. Ach ja, nebenbei studiere ich auch die Stellenanzeigen und schreibe Bewerbungen.

An alle, die eine Wackel-Kiwi-Bestellung bei mir aufgegeben haben: Das kann dauern! Habe fast alle Souvenirlaeden in Christchurch abgeklappert (und das sind unzaehlig viele!) und sie sind ueberall ausverkauft oder man kennt sie gar nicht. Ich werde meine Augen weiterhin offen halten und bei Gelegenheit sofort zuschlagen!

Montag, April 17, 2006

Frohe Ostern


Okay etwas spaet aber besser als gar nicht, wuensche ich Euch allen ein schoenes Osterfest, esst nicht zu viel und falls Ihr doch gesuendigt habt, macht zwischendurch mal einen Osterspaziergang. Geniesst die freien Tage und viel Spass beim Eiersuchen! Jana, vielen lieben Dank fuer dieses geniale Foto!!!

Mittwoch, April 12, 2006

Schon wieder Kaikoura (04.04.-09.04.06)

Am Mittwoch ueberrascht mich Krisz mit dem Vorschlag zur Kaikoura Wine Company zu gehen, wo wir eine Fuehrung ueber das preisgekroente Weingut bekommen sowie einige Weine kosten duerfen. Etwas bedudelt laufen wir anschliessend wieder nach Hause und nehmen erstmal Nahrung festen Aggregatszustands zu uns.

Donnerstag ist Krisz' grosser Tag und man merkt ihr die Aufregung deutlich an. Alle zusammen gehen wir ins Cafe' vom Dolphin Encounter, essen dort zu Mittag und stossen schon im Vorfeld mit 3 Flaschen Wein an (dazu muss ich sagen, dass man bei 6 Trinkern nur 1 Glas pro Flasche bekommt). Danach laufen wir zum Kaikoura Council (so eine Art Stadtverwaltung) wo schon der Buergermeister und Andy (der andere Kiwi in spe) auf uns warten. Die Zeremonie an sich geht sehr flott und entspannt von statten. Der Buergermeister haelt eine kurze Rede, laesst Krisz und Andy einzeln nach vorne treten und ihren Eid auf Neuseeland, die Queen und wahlweise auf Gott ablegen und schon bekommen sie ihre Staatsbuergerschaftsunterlagen. Auf einem kleinen Tisch steht ein angestaubtes und in die Jahre gekommenes Bild der Queen+Gemahl und die neuseelaendische Flagge sucht man vergebens, weil der Buergermeister sie nicht finden konnte.
Nach Beendigung der Formalitaeten gibts Kaffee und Kuchen und wir gehen wieder nach Hause.

Dort findet am Abend ein ausgiebiges BBQ statt, wobei die Menge an Essen nur noch vom Alkohol getoppt wird. Der Abend wird ziemlich verrueckt, nachdem im Buero ein paar Mal grundlos der Alarm losgeht und eine Deutsche, die aufgrund eines Sonnenstichs aus dem Bett gefallen ist darauf besteht, ins Krankenhaus gefahren zu werden. Stacy, die Schicht hat und sich um diese Dinge kuemmern muss, ist verstaendlicherweise ziemlich angefressen.

Am Freitag nutze ich das schoene Wetter und mache mit Kristin (aus Gera) den Peninsula Walk, wobei wir auf unserem geplanten Rueckweg am Strand von sehr vielen seals ueberrascht werden und uns irgendwann entschliessen, den Berg zu erklimmen, um den seals aus dem Weg zu gehen. Es sind eben doch wilde Tiere und sie koennen verdammt schnell rennen!

Am Samstag beschliessen Stacy und ich, dass wir das horse trekking machen wollen (eine Reittour) und ich freue mich schon auf diese neue Erfahrung. Erstmal kommen wir zu spaet, aber das ist bei den Kiwis ueblich. Ich beichte, noch nie auf einem Pferd gesessen zu haben und man versichert mir, dass dies kein Problem sei. Was auch absolut stimmt. Ich bekomme eine gute Einweisung und reite als erste hinter dem guide. Mein Pferd Dreamer macht fast alles allein und folgt dem Pferd vor ihr. Nur ein paar Mal ist sie stoerrisch und ich muss sie antreiben. Als sie, angestachelt von den anderen Pferden, zu traben anfaengt, wird mir doch etwas mulmig und ich stoppe Dreamer. Es geht ueber Stock und Stein, Berge hoch und runter, durchs Flussbett hindurch und vorbei an Schafen und Kuehen. Nach knapp 2 Stunden ist alles vorbei und beim Absteigen spuere ich mein Hinterteil nicht mehr (dafuer in den naechsten Tagen umso mehr).

Nachmittags bekomme ich eine SMS von Tina und Frank (aus Deutschland). Sie sind gerade in Kaikoura. Die vergangenen 2 Wochen sind sie genau die selbe Strecke wie ich gereist, waren aber immer 2-3 Tage spaeter dran als ich, so dass wir es nie geschafft haben, uns zu treffen. Nun stehen sie ploetzlich vor meiner Tuer. Wir quatschen stundenlang und beschliessen, uns auf jeden Fall noch mal in Christchurch zu treffen.

Am Sonntag ist es leider schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen. Wieder so ein verrueckter Tag. Eigentlich muss Krisz arbeiten, sie liegt aber krank im Bett. Stacy muss fuer sie einspringen, hat aber von der Party am Vorabend einen maechtigen Kater und kriegt nichts so richtig auf die Reihe. Die Cleaner finden Ueberreste der Party und putzen mit Sonnenhueten, Girlanden und Hawaischmuck. Will nicht wissen, was die Gaeste dachten!

Mittwoch, April 05, 2006

die Fahrt zurueck nach Kaikoura (03.+04.04.06)

In Oamaru haette ich nocheinmal Pinguine beobachten koennen und sie waeren wahrscheinlich nur ein paar Meter vor mir entlanggelaufen, aber dafuer bezahlt man einen recht hohen Eintrittspreis. Ich habe beide Pinguinarten in freier Wildbahn umsonst sehen koennen und das reicht mir.

Stattdessen statte ich den Moeraki Boulders einen Besuch ab und mache meine Pflichtfotos und fahre danach einen kleinen Umweg zum Lake Tekapo. Was Wasser ist tuerkisblau, die Sonne scheint und es ist unheimlich windig. In der Church of the Good Shepperd herrscht reger Touristenandrang, weshalb ich mich nicht allzu lange dort aufhalte.

Die letzten beiden Tage verbringe ich fast nur fahrend im Auto, denn ich befinde mich auf dem Weg zurueck nach Kaikoura. Mein letzter Sightseeing Stop ist in der Naehe von Methven, denn dort wurde fuer Herr der Ringe Edoras bzw. die Goldene Halle Meduseld auf dem Mt. Sunday als Kulisse erbaut. Darauf habe ich mich schon die ganzen letzten Monate gefreut. Dumm nur, dass es ausgerechnet an diesem Morgen regnen muss. Die Berge sind nebelverhangen und man sieht erstmal gar nichts. Je naeher ich dem Mt. Sunday komme, klart sich der Himmel zum Glueck auf und ich kann doch noch meine Fotos machen. Die Kuehe, die dort ueberall weiden und solch eine fruehe Stoerung nicht gewohnt sind, gucken ganz dumm aus der Waesche, blockieren den Weg und sind oftmals nur durch Hupen zum Platzmachen zu bewegen.

Ich lasse Christchurch auf meiner Fahrt links liegen, denn das wird mein naechstes Ziel nach Kaikoura sein. Dort treffe ich am fruehen Nachmittag ein, freue mich, vertraute Gesichter wiederzusehen und ich gehe mit Krisz einen Kaffee trinken. Abends gibt es leckeres Thai Essen aus dem Restaurant am Pool und ich lerne meine Cleaner-Nachfolger bei einem Glas Wein kennen.
Es ist schoen, wieder hier zu sein!


Nachwort: Beim nachtraeglichen Lesen stelle ich fest, dass ich in den Zeitformen hin und her springe, mal Gegenwart mal Vergangenheit. Da kann ich nur sagen: Ups. Bitte seht es mir nach, aber die Berichte werden manchmal in mehreren Etappen geschrieben und da passiert das eben mal.