Montag, Juni 12, 2006

Mal wieder Kaikoura und Fussballfieber im hostel

Am Rugbyabend in Christchurch (siehe letzter Beitrag) traf ich Stacy aus Kaikoura, die sich das Spiel live im Stadion anzusehen versuchte (war ja aufgrund des Nebels leider so gut wie unmoeglich). Sie lud mich fuer das naechste Wochenende nach Kaikoura ein und da ich erstens nichts weiter zu tun hatte und zweitens wegen dem Geburtstag der Queen ein langes Wochenende bevorstand, nahm ich die Einladung dankend an. Mit mir fuhr wieder Marianne, meine Lach- und Wandergefaehrtin aus Akaroa, die mal wieder in Christchurch verweilte.

Erste Amtshandlung in Kaikoura bestand aus einer fish&chips Bestellung bei Hine's Takeaways, die meiner Meinung nach die besten fish&chips in ganz Neuseeland anbieten! Danach versuchten wir, in der Dusky Lodge ein ruhiges Plaetzchen zu finden, um den Abend ausklingen zu lassen. Gar nicht so einfach, wenn das hostel von einer Horde studienreisender Amerikaner bevoelkert wird, die eine komplette Kueche in Beschlag nehmen und Vortraege ueber Wale und Delfine abhalten. Egal, wo man sich an diesem Abend aufhielt, es waren immer laute Amerikaner in der Naehe, die 1. sich nicht in normaler Lautstaerke unterhalten koennen 2, sowieso nur 80% geistigen Duennpfiff von sich geben und 3. zu geschlagener Stunde auch noch fast alle besoffen waren. Das soll nicht heissen, dass es nicht auch sympathische Amerikaner gibt (Stacy ist eine von ihnen!!!), aber sehr viele von dieser Sorte habe ich leider noch nicht getroffen.

Marianne hat in der Schule noch die wirklich wichtigen Dinge des Lebens gelernt und deswegen zeigte sie mir recht geduldig, wie man strickt. Die Abende in Kaikoura verbrachten wir strickend vorm Feuer und kamen uns dabei wie eine Touristenattraktion vor, da jeder der Gaeste seinen Kommentar dazu abgeben musste.

Am Samstag machte ich mich zum 4. Mal daran, den Peninsula Walk zu absolvieren und zum 1. Mal fand ich die neuseelandtypischen Paua Shells (Muscheln) am Strand. Meine Ausbeute war riesig! An den Seeloewen mussten wir auch wieder vorbei und Marianne war anfaenglich ganz begeistert ("will endlich ein Foto von denen machen!"). Nachdem wir an ihnen vorbei mussten, teilweise nur 3-5 Meter zwischen uns, und staendig angebruellt wurden, verflog ihre Begeisterung recht schnell und wich dem puren Ueberlebenswillen. Man muss schliesslich fuer ein gutes Foto nicht sein Leben riskieren.

Dem sehr empfehlenswerten Thai-Restaurant am Pool der Dusky Lodge stattete ich natuerlich auch noch einen Pflichtbesuch ab, quatschte mit Mai und Nil und genehmigte mir ein take-away-essen, dass ich in Christchurch geniesserisch zu mir nahm. Am Montag gings schon wieder zurueck nach Christchurch, natuerlich nicht ohne das Versprechen, mal wieder zurueck zu kommen.

Waehrend der folgenden Tage traf ich mehrmals Karina (die ich aus Kaikoura kenne) und lernte ihre Freundin Alex kennen. Wir gingen ins Kino und erschraken uns ueber boese Kinder (Omen 666), machten den KFC unsicher (so was aehnliches wie McDonalds), machten einen DVD Abend in einem arschkalten Haus (gut, dass es Schlafsaecke gibt) und gingen zum Screening der Filmschule, auf die Alex geht (dort wurde u.a. auch ihr Kurzfilm gezeigt, der viel Applaus erntete). Karina vielen Dank fuers geduldige Zuhoeren, Deine Ratschlaege und alles andere. Ich drueck Dich ganz fest!

Gluecklicherweise habe ich in Jana eine weitere fussballbegeisterte Mitbewohnerin und Arbeitskollegin gefunden. Zusammen standen wir Samstag 3 Uhr in der Nacht auf, um uns 1 Stunde spaeter das Eroeffnungsspiel des World Cup im Pub auf Grossleinwand anzusehen. Es waren einige Deutsche anwesend, die mit dem Ergebnis natuerlich sehr zufrieden waren. Viele andere Nationen waren unter den Zuschauern vertreten, die sich einfach ueber jedes Tor freuten. Samstag Nacht schauten wir 1 Uhr das Spiel der Englaender an und waren so muede und enttaeuscht von dem langweiligen Spiel, dass wir schon frueher nach Hause gingen. Mal sehen, wie lange wir das naechtliche Aufstehen durchhalten und wieviele Spiele wir uns noch live anschauen werden. Die Neuseelaender interessiert der World Cup leider nicht besonders und in der Zeitung gibt es auch kaum Berichte darueber, so dass wir hier auf ziemlich einsamen Posten stehen. Dass auch im Fernsehen kaum darueber berichtet wird, muss ich wohl nicht extra hervorheben.
Recht neidisch haben wir das tolle Wetter und die leicht bekleideten Menschen in Deutschland zur Kenntnis genommen, waehrend wir im dicken Pullover frierend im Pub sassen. Aber man kann eben nicht alles haben! Im Uebrigen hat es in der Nacht von Sonntag auf Montag das erste Mal in Christchurch geschneit, was wir nicht besonders toll finden...

Dienstag, Mai 30, 2006

Mechaniker und Vorhaenge, Leberkaese und Christchurch im Ausnahmezustand

Seit 2 Wochen arbeite ich nun nicht mehr als Cleaner, sondern habe mich zur Rezeption vor- bzw. hochgearbeitet. Die Arbeit macht Spass und ist abwechslungsreicher als Betten machen. Die Auslastung meiner Arbeitskraft gestaltet sich recht unterschiedlich. Manchmal wollen 6 Leute gleichzeitig einchecken und bezahlen, dann fragt jemand nach seinen im Safe eingeschlossenen Habseligkeiten und eine andere moechte Waschpulver kaufen. Zu anderen Zeiten ist man stundenlang in sein Buch vertieft und muss sich ab und zu mal aufrappeln, einen Pflichtrundgang durchs Haus machen und ggf. das Feuer checken. Grundsaetzlich ist momentan weniger los, weil der Sommer vorbei ist und weniger Touris unterwegs sind.

Die restliche freie Zeit habe ich mal wieder recht unterschiedlich verbracht.
1. Mein Wolfgang musste zum W.O.F. (neuseelaendischer TUEV). Der Mechaniker wollte mich fuer bloed verkaufen und meinte, dass es das Auto nicht mehr Wert sei, die erforderlichen 700 Dollar fuer Reparaturen hinzublaettern. Einzige Alternative: An einen Mechaniker verkaufen, der die Restteile verwertet. Bin dann zu einem anderen Mechaniker, der mir das Auto fuer 360 Dollar repariert hat und mir einen neuen W.O.F. ausgestellt hat. Wolfgang und ich sind nun wieder gluecklich!

2. Meine Arbeitskollegin Linda hat sich einen Van gekauft, mit dem sie nun durch NZ reist (sie ist vor ein paar Tagen abgereist). Ihre Freizeit verbrachte sie mit Van entruempeln, Zubehoer kaufen, Vorhaenge und Matrazenbezuege naehen und das Auto wettbewerbsfaehig fuer 'schoener wohnen' zu machen. Teilweise half ich ihr dabei und wir erlebten einige witzige Gegebenheiten. Erstmal ist es ohne das noetige Vokabular schon eine Herausforderung, Stoff fuer Vorhaenge und Ueberzuege zu kaufen und beim Bezahlen habe ich mich fuer die Geduld der Verkaeuferin bedankt. Dann ist es in NZ nicht so einfach, Bettwaesche zu kaufen. Ausgestattet mit den benoetigten Massen stuermten wir den Laden, fanden aber nur die Standardmodelle 'Kingsize' und 'Queensize' ohne genaue Masse. Auf die Frage, wie gross die denn seien, erhielten wir die selten daemliche Antwort, dass dies Standardmasse seien. Ach ne, wirklich? Haette ich nicht fuer moeglich gehalten! Der Verkaeufer packte die Bettdecke aus und musste nachmessen (und verfluchte dabei wahrscheinlich insgeheim die bloeden Auslaender mit ihren Sonderwuenschen)!
Ansonsten schlug sich die liebe Linda die Nachtstunden um die Ohren und naehte mit einer Engelsgeduld Vorhaenge. Wenn sie nicht an der Naehmaschine sass, kochten wir meistens was zusammen mit Jana, einer weiteren Arbeitskollegin. Wir haben es sogar zu selbstgemachtem Apfelmus und Kartoffelpuffern gebracht und haben Amy aus Kanada (sie arbeitet auch hier) die deutsche Kueche etwas naeher gebracht.

3. Da ich wochenends Zeit habe, schlendere ich immer auf den Arts Market mit vielen Staenden von Kuenstlern und Handwerkern. Allerdings interessieren mich die internationalen Fressbuden mehr, weil es da abwechslungsreiche Mahlzeiten aus aller Herren Laender gibt. Habe schon griechisch und tschechisch ausprobiert und natuerlich deutsch (Leberkaese+Sauerkraut; die bayrischen Wuerste ruehr ich allerdings nicht an, dafuer ist mein thueringisches Herz zu stolz und mein Magen zu verwoehnt). Naechstes Mal vielleicht libanesisch oder thai?

4. Am 27.5. fand das Rugby Finale zwischen den Crusaders (aus Christchurch) und den Hurricans (aus Wellington) im Christchurcher Stadium statt. Ich sah mir das Spiel auf der Grossleinwand in einem Pub an, erlebte ein spannendes Spiel und sah die Christchurcher Fans am Ende jubeln. Das war auch ein Match Suedinsel gegen Nordinsel, also eine Frage der Ehre! Wer den Mut aufbrachte, seine Sympathien fuer die Hurricans kundzutun, riskierte verbale Attacken. Selbst die Christchurcher Zeitung 'The Press' veroeffentlichte einen Artikel, in dem eindeutige Erkennungsmerkmale fuer versnobbte Wellingter aufgefuehrt wurden.

Moeche mich auf diesem Wege nochmal ganz herzlich fuer alle Kommentare, Briefe, Postkarten und Paeckchen (ich moechte damit niemanden unter Druck setzen ... ;-) ) bedanken, ueber die ich mich immer sehr freue. Wie sagt man so schoen hier, I really appreciate it! (Ich weiss es sehr zu schaetzen). In diesem Sinne, bis zum naechsten Mal...


Dienstag, Mai 16, 2006

Christchurch III - Rugby

Jetzt bin ich Euch noch den Bericht ueber das Rugby Spiel schuldig. Bitte erwartet keine Erklaerung ueber Spielregeln, da blicke ich naemlich selbst nicht durch. Wie komme ich eigentlich zu einem Rugby Spiel? Also ich habe irgendwann mal Rob (den ich hier kenne) gegenueber erwaehnt, dass ich mir gern mal ein Rugby Spiel anschauen wuerde und so wurde ich von seiner Familie eingeladen. Das Spiel fand abends 7:30 Uhr statt und es war arschkalt. Eingehuellt in 3 Jacken und bewaffnet mit meinen Handschuhen sass ich dort und beaeugte interessiert das Geschehen. Es spielten die Crusaders (aus Christchurch) gegen die Brumbies aus Australien (ueber das besondere Verhaeltnis von Kiwis zu Australiern habe ich ja schon mal berichtet; die Buhrufe fielen dementsprechend laut aus). Das Spiel an sich war recht unspektakulaer und eher langeweilig, weil die meisten Tore durch Strafstoesse erzielt wurden und recht haeufig 40% aller Spieler uebereinander lagen und um den Ball kaempften. Der Rest stand drum rum und wartete darauf, dass der Ball (oder eigentlich eher ein Ei) irgendwo herausgeschluepft kam. Das Spiel ist sehr koerperbetont und sieht manchmal recht brutal aus, weil man (ohne jegliche Polster oder Schutzkleidung) die Gegenspieler rammt. Unsere Fussballspieler, die bei der kleinsten Beruehrung sterbend auf dem Rasen liegen, koennen sich wirklich mal ne Scheibe von den Rugby Spielern abschneiden! Die Australier jedenfalls hatten keine Chance und verloren das Spiel 33:3, was die anwesenden Kiwis nicht wirklich gestoert hat.

Die Zuschauer haben uebrigens die Wahl zwischen Spielfeld und Videoleinwand, die man oefter mal zu Rate ziehen muss, da man bei der Balgerei nicht immer durchblickt, wer da 1. ueber wem liegt und 2. wer denn nun eigentlich den Ball hat und 3. wo der Ball eigentlich hingeworfen wurde. So blieb zumindest der Kopf in Bewegung.

Habe fuer mich beschlossen, dass ich mir gern noch mal ein live Spiel anschauen moechte, dass ich dies aber auf die Fruehlingsmonate verschieben werde.

Banks Peninsula, Akaroa (09.05.-11.05.06)

Am Dienstag machten wir (Marianne und ich) uns auf den Weg nach Akaroa. Wir verliesen Christchurch bei schoenstem Sonnenschein und fuhren ca. 2 Stunden nach Akaroa, weil wir uns natuerlich fuer den laengeren, aber sehenswerteren Touristic Scenic Drive entschieden. Gegen Nachmittag erreichten wir Akaroa, staerkten uns bei Fish&Chips und statteten Leuchtturm und Anglican Cemetry (Friedhof) einen Besuch ab. Danach fuhren wir zur Le Bons Bay, wo uns das Le Bons Bay Backpackers empfohlen wurde. Wir checkten ein, ruhten uns ein wenig aus und kamen auf die wahnwitzige Idee, noch einen Spaziergang zu machen. Wir packten uns warm und wasserfest ein, schliesslich war es bereits dunkel und nieselte und wir machten uns mit 2 kleinen Taschenlampen auf den Weg. Wir liefen auf der Strasse und obwohl kein Mond und keine Sterne zu sehen waren, war es relativ hell und wir fanden unseren Weg problemlos. Zwei kleinere Zwischenfaelle machten den Spaziergang doch noch zum Erlebnis:
1. Urploetzlich fing ein kleiner Hund an zu bellen, den wir in der Dunkelheit trotz Taschenlampen nicht ausfindig machen konnten. Aufgrund des uns eingejagten Schreckens (auf einer Skala von 1-10= 19) stuften wir ihn als gefaehrlichen Kampfhund ein.
2. Ein paar Minuten spaeter musste eine Kuh muhend kundtun, dass sie sich irgendwo in unserer Naehe befindet und da wir absolut nichts von ihr sehen konnten, und auch nicht gerade heiss auf ein Zusammentreffen mit ihr waren, kehrten wir wieder um. War ganz froh darueber, denn bisher waren wir nur bergab gegangen und nun gings steil wieder bergauf. Meine Lungen waren begeistert!

Die Nacht im 7-Personen-Schlafsaal sollte sich als Lehrstunde im Daeumchendrehen und Schaefchenzaehlen erweisen, denn die einzige Person, die fest schlief, war eine aeltere schnarchende Frau. Die anderen 6 Bewohner waren wach und schmiedeten insgeheim Racheplaene (wenn nicht noch schlimmer…)

Am naechsten Morgen genossen wir frisch gebackenes Brot und selbstgemachte Marmelade und beschlossen, dem Otepatotu Scenic Reserve einen Besuch abzustatten. Wir wanderten los, kaempften uns todesmutig durch eine Herde schlecht gelaunter Kuehe (man erklaerte uns, dass die Kuehe von ihren Kaelbern getrennt wurden) und bestiegen mal wieder nicht enden wollende Berge. Unser Optimismus und gute Laune wurden urploetzlich auf eine harte Zerreissprobe gestellt, als wir einen harmlos aussehenden Wasserlauf ueberqueren mussten und ploetzlich knoecheltief (Marianne) bzw. bis zu den Knien (natuerlich ich!) im Matsch standen. Das zusaetzliche Gewicht von Wasser und Dreck an meiner Hose machten den Aufstieg nicht gerade einfacher. Oben endlich angekommen, wollten wir beide aus Dankbarkeit und Erleichterung schon die Teerstrasse kuessen!

Damit waren unsere Abenteuer fuer diesen Tag noch nicht beendet. Fuer eine schoenere Aussicht kaempften wir uns durch matschiges und rutschiges Gebiet, nur um oben angekommen feststellen zu muessen, dass alles nebelverhangen ist. Unter Risiko unseres Lebens rutschten wir den glitschigen Weg wieder zurueck und bewunderten unten angekommen den allerschoensten Sonnenschein und sahen keine einzige Wolke.

Nach ca. 4 erlebnisreichen Stunden kamen wir saudreckig und geschafft im hostel an, machten uns frisch und fuhren an die Le Bons Bay, um den Strand zu begutachten. Danach gings wieder zurueck und fuer 12 Dollar gabs ein vom Besitzer des hostels gekochtes Festessen (Fisch, Muscheln, Kartoffeln mit Knoblauch, Gemuese, Kumara-Auflauf, Salat und zum Nachtisch einen Apfelkuchen mit Eis). Den Abend verbrachten wir quatschend mit den anderen Gaesten und ich unterhielt mich mit einem Englaender ueber ein beide Nationen brennend interessierendes Thema: Die Fussball WM in Deutschland. Ich sagte ihm, dass es schon schade sei, dass es im Heimatland stattfindet und ich sei nicht da. Seine Antwort: Sieh es mal von der Seite, Deutschland wird nicht gewinnen, England erst Recht nicht, deswegen verpassen wir beide nichts! Stattdessen sollte ich mich naeher mit dem Nationalsport der Neuseelaender beschaeftigen, dem Rugby. Gesagt getan, einen Tag spaeter sass ich im Jade Stadion in Christchurch bei einem Rugby Spiel. Dazu mehr im naechsten Eintrag.

Am Donnerstag fand dann endlich der langersehnte Bootstrip mit dem Besitzer Garry statt, der 7 Leute aufs Meer hinausschipperte. Wir bestaunten die Landschaft, Seeloewen, Voegel und – der Hauptgrund unseres Ausfluges- Hektordelfine, die kleinsten und seltendsten Delfine der Welt. Es waren nur ca. 3 oder 4, aber egal, schoen wars trotzdem. Nur leider machte mir das Geschunkel wieder arg zu schaffen und ich war heilfroh, als ich wieder festen Boden unter meinen Fuessen hatte.

Nach einem erneuten kleinen Abstecher nach Akaroa fuhren Marianne und ich wieder nach Christchurch, wo mich nun wieder der Alltag eingeholt hat. Der Regen uebrigens auch…

Christchurch II

Nachdem ich zwischenzeitlich einige Anfragen bekam, moechte ich mich mal wieder melden. Mir geht es gut und wir wurden nicht vom Tsunami weggefegt. Die Warnung wurde einige Zeit spaeter aufgehoben. Das Ganze geschah zu sehr fruehen Nacht- bzw. morgenstunden, so dass hier niemand etwas mitbekommen hat. Waeren da nicht die Anrufe einiger besorgter Angehoeriger mitten in der Nacht gewesen, die gleich ganze Gemeinschaftsschlafraeume geweckt haben.

Was habe ich in den letzten Wochen erlebt? Nun, da gibt es nicht so viel Spannendes zu berichten, deswegen war es hier in letzter Zeit auch etwas ruhig. Ich fasse mal zusammen.

Ich lerne hier sehr viele Leute kennen (Arbeitskollegen und/oder Gaeste), mit denen ich einige Zeit verbringe. Zum Beispiel Maxi, die hier mit offenen Armen empfangen wurde, weil sie dringend erforderliche Streich -und Malerarbeiten ausfuehren sollte. Sie hat das Ganze nicht gelernt, aber Sandra (die Eigentuemerin des hostels) ist der Meinung, dass alle deutschen Maedels handwerklich begabt sind. Nun gut, Maxi war von ihrer Leistung nicht immer hundertprozentig begeistert, Sandra aber schon. Habe mit Maxi viele lustige Stunden verbracht, sie hat mich Sudoku gelehrt und nun tourt sie durch Australien und bald auch Bali. Viel Spass dort!

Als ich sie eines schoenen Tages zum Flughafen brachte, blieb ich gleich noch einige Zeit laenger und holte den Michael ab, der am selben Tag von seinem Australienurlaub zurueckkam. Wir gingen spaeter noch ins Kino und schauten uns einen Film ueber einen deutschen Reisenden in Buenos Aires an und schmunzelten ueber seine Erlebnisse.

Zu einem anderen Zeitpunkt waren meine beiden Arbeitskolleginnen Maxi und Manon, Fabian, den ich bereits aus Deutschland kenne, und ich im Kino und wir haben uns Ice Age II angeschaut. Lustig wie der erste Film und empfehlenswert.

Angestachelt durch Sandras Sprachenreichtum (sie begruesst fast jeden Gast in der Landessprache und beherrscht einige Floskeln in jeder Sprache) habe ich begonnen, Franzoesisch zu lernen. Meine Lehrerin ist Manon, sie kommt aus dem franzoesisch sprechenden Teil der Schweiz. Mal sehen, wie lange ich durchhalte, Franzoesisch ist sehr schwierig!

Ausserdem bin ich umgezogen. Sandra bot mir an, an der Rezeption zu arbeiten, was ich natuerlich dankend annahm. Ich bekomme neben meiner Unterkunft noch etwas Geld und habe mein eigenes kleines Reich bekommen. Da ich bisher immer von Freitag bis Sonntag gearbeitet habe und sich dies mit dem neuen Job nun aendern wird (Montag bis Freitag), habe ich mich dazu entschlossen, noch schnell einen Abstecher nach Banks Peninsula zu machen, da ich spaeter nicht mehr so viel Zeit dafuer haben werde. Marianne, eine Deutsche, hat mich begleitet.

Samstag, April 22, 2006

Christchurch (09.04.-....)

Am Sonntag komme ich in Christchurch an und komme im Frauenreisehaus unter. Dort kann ich von freitags bis montags fuer Unterkunft arbeiten.

Die ersten Tage verlaufen auch ohne Arbeit recht hektisch. Noch am Sonntag abend treffe ich mich mit Tina und wir gehen mit ein paar ihrer Reisebekanntschaften ins Kino zu 'March of The Penguins'. Danach muessen wir ne ganze Weile suchen, bis wir eine Kneipe finden, die noch Kundschaft empfaengt. Um 10 Uhr werden eben auch in Christchurch schon einige Buergersteige hochgeklappt. Gluecklicherweise finden wir einen Irish Pub, in dem sogar Live-Musik gespielt wird - der Abend ist gerettet! Als ich kurz nach Mitternacht ins hostel komme, ist alles verriegelt; die Eigentuemerin hat vergessen, mir den Code fuers Schloss zu geben. So bleibt mir nichts anderes uebrig, als ueber den Zaun zu klettern.

Am Montag treffe ich Rob, der in Christchurch wohnt und den ich ich aus der Yahoo New Zealand Group kenne und er zeigt mir die Stadt. Danach treffe ich nochmal Tina und Frank, wir quatschen uns mal wieder fest und dann machen wir auch noch den Fehler und zeigen uns gegenseitig unsere Fotos. Draussen wirds schon dunkel und ploetzlich klopft die andere Tina an die Tuer des Wohnmobils. Sie vermacht mir ihre uebriggebliebenen Lebensmittel (wie auch Tina und Frank) und ihr Zelt und wir beschliessen, zum Abschied Pizza essen zu gehen. Am Dienstag fliegen Tina und Frank zurueck nach Deutschland und Tina nach Australien.

Am darauffolgenden Sonntag treffe ich Katja und ihre Eltern, die am Montag wieder nach Hause fliegen. Ich werde zum Essen eingeladen und wir verbringen einen schoenen Abend.

Katja und Tina - es war wirklich sehr schoen mit Euch beiden, danke fuer die tolle Zeit, die wir zusammen hatten, viel Glueck Euch beiden und ich hoffe, wir bleiben in Kontakt!

Mit Stacy aus der Dusky Lodge, ein paar Cleanern von dort und anderen mir bis dahin unbekannten Leuten gehen wir auf ein Konzert von Salmonella Dub, einer sehr guten neuseelaendischen Band, deren Musikstil ich nicht mal beim Namen nennen kann. Es ist eine Mischung aus Elektro, Reggae und Jazz.

Wenn ich nicht gerade arbeite, laufe ich viel in Christchurch herum und geniesse das Leben hier. Es ist nicht zu hektisch und es gibt unzaehlige Parks zum Entspannen. Dem Bewegungs- und Entdeckungsdrang steht die Faulheit entgegen, die durch die rekordverdaechtige Video- und DVD-Sammlung des hostels verstaerkt wird. Ich befuerchte, dass ich zur Fernseheule werde und muss mich manchmal regelrecht dazu zwingen, etwas zu machen. Und wenn man nur in irgendwelche Museen geht und fassungslos sogenannte Kunst anstarrt, die man nicht versteht. Ach ja, nebenbei studiere ich auch die Stellenanzeigen und schreibe Bewerbungen.

An alle, die eine Wackel-Kiwi-Bestellung bei mir aufgegeben haben: Das kann dauern! Habe fast alle Souvenirlaeden in Christchurch abgeklappert (und das sind unzaehlig viele!) und sie sind ueberall ausverkauft oder man kennt sie gar nicht. Ich werde meine Augen weiterhin offen halten und bei Gelegenheit sofort zuschlagen!

Montag, April 17, 2006

Frohe Ostern


Okay etwas spaet aber besser als gar nicht, wuensche ich Euch allen ein schoenes Osterfest, esst nicht zu viel und falls Ihr doch gesuendigt habt, macht zwischendurch mal einen Osterspaziergang. Geniesst die freien Tage und viel Spass beim Eiersuchen! Jana, vielen lieben Dank fuer dieses geniale Foto!!!

Mittwoch, April 12, 2006

Schon wieder Kaikoura (04.04.-09.04.06)

Am Mittwoch ueberrascht mich Krisz mit dem Vorschlag zur Kaikoura Wine Company zu gehen, wo wir eine Fuehrung ueber das preisgekroente Weingut bekommen sowie einige Weine kosten duerfen. Etwas bedudelt laufen wir anschliessend wieder nach Hause und nehmen erstmal Nahrung festen Aggregatszustands zu uns.

Donnerstag ist Krisz' grosser Tag und man merkt ihr die Aufregung deutlich an. Alle zusammen gehen wir ins Cafe' vom Dolphin Encounter, essen dort zu Mittag und stossen schon im Vorfeld mit 3 Flaschen Wein an (dazu muss ich sagen, dass man bei 6 Trinkern nur 1 Glas pro Flasche bekommt). Danach laufen wir zum Kaikoura Council (so eine Art Stadtverwaltung) wo schon der Buergermeister und Andy (der andere Kiwi in spe) auf uns warten. Die Zeremonie an sich geht sehr flott und entspannt von statten. Der Buergermeister haelt eine kurze Rede, laesst Krisz und Andy einzeln nach vorne treten und ihren Eid auf Neuseeland, die Queen und wahlweise auf Gott ablegen und schon bekommen sie ihre Staatsbuergerschaftsunterlagen. Auf einem kleinen Tisch steht ein angestaubtes und in die Jahre gekommenes Bild der Queen+Gemahl und die neuseelaendische Flagge sucht man vergebens, weil der Buergermeister sie nicht finden konnte.
Nach Beendigung der Formalitaeten gibts Kaffee und Kuchen und wir gehen wieder nach Hause.

Dort findet am Abend ein ausgiebiges BBQ statt, wobei die Menge an Essen nur noch vom Alkohol getoppt wird. Der Abend wird ziemlich verrueckt, nachdem im Buero ein paar Mal grundlos der Alarm losgeht und eine Deutsche, die aufgrund eines Sonnenstichs aus dem Bett gefallen ist darauf besteht, ins Krankenhaus gefahren zu werden. Stacy, die Schicht hat und sich um diese Dinge kuemmern muss, ist verstaendlicherweise ziemlich angefressen.

Am Freitag nutze ich das schoene Wetter und mache mit Kristin (aus Gera) den Peninsula Walk, wobei wir auf unserem geplanten Rueckweg am Strand von sehr vielen seals ueberrascht werden und uns irgendwann entschliessen, den Berg zu erklimmen, um den seals aus dem Weg zu gehen. Es sind eben doch wilde Tiere und sie koennen verdammt schnell rennen!

Am Samstag beschliessen Stacy und ich, dass wir das horse trekking machen wollen (eine Reittour) und ich freue mich schon auf diese neue Erfahrung. Erstmal kommen wir zu spaet, aber das ist bei den Kiwis ueblich. Ich beichte, noch nie auf einem Pferd gesessen zu haben und man versichert mir, dass dies kein Problem sei. Was auch absolut stimmt. Ich bekomme eine gute Einweisung und reite als erste hinter dem guide. Mein Pferd Dreamer macht fast alles allein und folgt dem Pferd vor ihr. Nur ein paar Mal ist sie stoerrisch und ich muss sie antreiben. Als sie, angestachelt von den anderen Pferden, zu traben anfaengt, wird mir doch etwas mulmig und ich stoppe Dreamer. Es geht ueber Stock und Stein, Berge hoch und runter, durchs Flussbett hindurch und vorbei an Schafen und Kuehen. Nach knapp 2 Stunden ist alles vorbei und beim Absteigen spuere ich mein Hinterteil nicht mehr (dafuer in den naechsten Tagen umso mehr).

Nachmittags bekomme ich eine SMS von Tina und Frank (aus Deutschland). Sie sind gerade in Kaikoura. Die vergangenen 2 Wochen sind sie genau die selbe Strecke wie ich gereist, waren aber immer 2-3 Tage spaeter dran als ich, so dass wir es nie geschafft haben, uns zu treffen. Nun stehen sie ploetzlich vor meiner Tuer. Wir quatschen stundenlang und beschliessen, uns auf jeden Fall noch mal in Christchurch zu treffen.

Am Sonntag ist es leider schon wieder Zeit, Abschied zu nehmen. Wieder so ein verrueckter Tag. Eigentlich muss Krisz arbeiten, sie liegt aber krank im Bett. Stacy muss fuer sie einspringen, hat aber von der Party am Vorabend einen maechtigen Kater und kriegt nichts so richtig auf die Reihe. Die Cleaner finden Ueberreste der Party und putzen mit Sonnenhueten, Girlanden und Hawaischmuck. Will nicht wissen, was die Gaeste dachten!

Mittwoch, April 05, 2006

die Fahrt zurueck nach Kaikoura (03.+04.04.06)

In Oamaru haette ich nocheinmal Pinguine beobachten koennen und sie waeren wahrscheinlich nur ein paar Meter vor mir entlanggelaufen, aber dafuer bezahlt man einen recht hohen Eintrittspreis. Ich habe beide Pinguinarten in freier Wildbahn umsonst sehen koennen und das reicht mir.

Stattdessen statte ich den Moeraki Boulders einen Besuch ab und mache meine Pflichtfotos und fahre danach einen kleinen Umweg zum Lake Tekapo. Was Wasser ist tuerkisblau, die Sonne scheint und es ist unheimlich windig. In der Church of the Good Shepperd herrscht reger Touristenandrang, weshalb ich mich nicht allzu lange dort aufhalte.

Die letzten beiden Tage verbringe ich fast nur fahrend im Auto, denn ich befinde mich auf dem Weg zurueck nach Kaikoura. Mein letzter Sightseeing Stop ist in der Naehe von Methven, denn dort wurde fuer Herr der Ringe Edoras bzw. die Goldene Halle Meduseld auf dem Mt. Sunday als Kulisse erbaut. Darauf habe ich mich schon die ganzen letzten Monate gefreut. Dumm nur, dass es ausgerechnet an diesem Morgen regnen muss. Die Berge sind nebelverhangen und man sieht erstmal gar nichts. Je naeher ich dem Mt. Sunday komme, klart sich der Himmel zum Glueck auf und ich kann doch noch meine Fotos machen. Die Kuehe, die dort ueberall weiden und solch eine fruehe Stoerung nicht gewohnt sind, gucken ganz dumm aus der Waesche, blockieren den Weg und sind oftmals nur durch Hupen zum Platzmachen zu bewegen.

Ich lasse Christchurch auf meiner Fahrt links liegen, denn das wird mein naechstes Ziel nach Kaikoura sein. Dort treffe ich am fruehen Nachmittag ein, freue mich, vertraute Gesichter wiederzusehen und ich gehe mit Krisz einen Kaffee trinken. Abends gibt es leckeres Thai Essen aus dem Restaurant am Pool und ich lerne meine Cleaner-Nachfolger bei einem Glas Wein kennen.
Es ist schoen, wieder hier zu sein!


Nachwort: Beim nachtraeglichen Lesen stelle ich fest, dass ich in den Zeitformen hin und her springe, mal Gegenwart mal Vergangenheit. Da kann ich nur sagen: Ups. Bitte seht es mir nach, aber die Berichte werden manchmal in mehreren Etappen geschrieben und da passiert das eben mal.

Catlins, Dunedin, Otago Peninsula (01.04.-03.04.06)

Nach dem Abschied von Te-Anau gings in den Sueden der Suedinsel, den man als Catlins bezeichnet. Dort besuche ich den suedlichsten Punkt (Slope Point) und sehe am Nugget Point yellow-eyed penguins (gelbaeuige Pinguine) in freier Wildbahn. Man muss bis zur Daemmerung warten, dann kommen sie von einem arbeitsreichen Tag auf See (Futtersuche) an Land und begeben sich in ihre Nester. Es sind leider nur 4 Pinguine, die ich zu Gesicht bekomme, aber sie sind total suess! Leider auch sehr scheu, deswegen muss man sehr leise sein und sicherstellen, dass man von den Pinguinen nicht gesehen wird.

In der Naehe vom Nugget Point schlafe ich im Auto und erlebe eine der bisher windigsten Naechte ueberhaupt. Mein Auto schaukelt heftig und ich rede mir immer wieder ein, dass es zu schwer ist, um weggeblasen zu werden. Wer sich bis dahin noch nicht erklaeren konnte, wie Baeume in einem ungewoehnlich steilem Winkel seitlich wachsen koennen, weiss es spaetestens bei diesen Windverhaeltnissen, wenn man nicht mal die die Autotuere offnen kann, ohne dass alles im Auto herumgewirbelt wird! (Ich versuche, Bilder von diesen Baeumen nachzureichen, damit es sich jeder vorstellen kann).

Nach ueberstandener Nacht gehts nach Dunedin, eine der groessten Staedte Neuseelands mit schottischem Flair. Dunedin ist schottisch und bedeutet Edinburgh und die Bauten erinnern stark an Schottland. Dort laufe ich ein bisschen in der Stadt herum, klingle meine Mum aus dem Bett, weil die Zeitverschiebung ohne mein Wissen nun 14 Stunden betraegt (SORRY!!!) und begebe mich auf die angrenzende Halbinsel Otago Peninsula. Dort befindet sich Neuseelands einziges Schloss Larnach Castle und als ich dort ankomme, ist es gerade im Nebel verschwunden, was dem Ganzen eine unheimliche Atmosphaere verschafft.

Ich erfahre, dass man bei Dunkelheit am Pilots Beach blue penguins beobachten kann und so richte ich es ein, kurz vor Dunkelwerden wieder vor Ort zu sein. Wir werden gebeten, leise zu sein, keine Taschenlampen und Kameras mit Blitz zu verwenden (weil das ihre Augen schaedigt) und im Dunkeln langsam und vorsichtig zu laufen, um sie nicht zu erschrecken. Bei diesen Pinguinen handelt es sich um die kleinsten ueberhaupt; sie sind gerade mal 25 cm gross. Die Aufregung ist gross, als sie endlich aus dem Wasser watscheln, einen angelegten Pfad Richtung Parklplatz laufen und dort in den Huegeln in ihren Nestern verschwinden. Sie laufen teilweise zwischen unseren Beinen hindurch und man hoert ihr aufgeregtes Rufen und miteinander Reden. Als schon alle gegangen sind, quatsche ich noch ein wenig mit dem netten aelteren Herren, der als Freiwilliger fuers DOC arbeitet und dafuer sorgt, dass die Zuschauer nichts tun, was die Pinguine veraengstigen koennte.

Te-Anau / Milford Sound / Te-Anau (28.-31.03.06)

In der Tourist Info von Te-Anau buche ich meine Rundfahrt auf dem Milford Sound am naechsten Morgen 9 Uhr. Das ist die beste Zeit, denn erstens bekommt ein Fruehstueck an Bord und zweitens ist das Boot noch nicht ueberfuellt, da die Touristenmassen erst gegen 11 Uhr einfallen.

Die Fahrt von Te-Anau zum Milford Sound dauert ca. 2 1/2 Stunden und um morgen nicht ganz so frueh aufstehen zu muessen, mache ich mich noch am Abend auf den Weg. Die Strecke wird zu Recht als eine der schoensten Neuseelands bezeichnet und die untergehende Sonne versinkt langsam zwischen den Bergen. Auf einem Campground lasse ich mich nieder und stelle fest, dass fast alle deutsch sprechen! Am naechsten Morgen stehe ich frueh auf, denn ich habe noch ein Stueck Weg vor mir und kann dabei die aufgehende Sonne und den Morgennebel ueber den Taelern bewundern.

Die Schiffahrt auf dem Milford Sound war nicht ganz so spektakulaer, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das schoene Wetter war daran Schuld, denn nur wenn es viel regnet, entstehen viele Wasserfaelle. So waren es nur 2 oder 3, die immer da sind. Aber ueber das Wetter will ich mich lieber nicht beschweren, denn ich hatte ausser einem kleinen Regenschauer nur Sonnenschein und das will an der Westcoast, dem regenreichsten Gebiet Neuseelands, schon was heissen!

Zurueck in Te-Anau treffe ich alte Bekannte und verbringe deshalb mehr Zeit dort, als der Durchschnittstourist, der nur auf der Durchreise ist. Ist aber auch mal ganz schoen, 2 Tage an einem Ort zu sein, denn die letzten Tage war ich immer nur unterwegs und jeden Tag woanders.

Fox Glacier nach Queenstown (26.-28.03.06)

In letzter Zeit habe ich so viele Seen gesehen, dass ich mir die Namen gar nicht mehr alle merken kann. Schoen waren sie aber alle. An einigen habe ich die Nacht verbracht und habe in diesen Naechten erhebliche Sandflies-Bisse und Mozzy-Stiche davongetragen. Ich habe aufgehoert, die Blessuren zu zaehlen.

Einige Kilometer vor Wanaka aendert sich die Landschaft schlagartig, die Berge sind nicht mehr mit Regenwald bedeckt, sondern mit Felsen und Gras. Es hat mehr Laubbaeume, die durch den kommenden Herbst bunt geschmueckt sind. Im Ganzen wirkt die Landschaft heller und dadurch einladender. Manchmal fuehlt man sich in die Welt von Herr der Ringe versetzt, glaubt sich in Rohan und moechte sich einfach nur auf einen Felsen setzen und hoffen, dass Aragorn, Legolas und Gimli auf ihrer Suche nach Merry und Pippin vorbei gerannt kommen.

In Wanaka checke ich seit Tagen mal wieder meine E-Mails und werde das 1. Mal beim campen am See freundlich aber bestimmt aufgefordert, woanders hinzufahren, weil campen nicht erwuenscht ist. Muede und etwas genervt fahre ich von dannen und versuche im Dunkeln eine Stelle zum Schlafen zu finden, werde aber mit einer Sandflies-freien Nacht fuer meine Muehen belohnt.

Bevor ich am naechten Tag weiter in die Stadt der Verrueckten Queenstown fahre (verrueckt deshalb, weil sich fast jeder bungee-jumpend von Bruecken stuerzt, aus Flugzeugen springt oder noch extremere Sachen macht) fahre ich noch ein wenig herum; besteige schwitzend, keuchend und fluchend einen Huegel nach dem anderen und werde mit einem Ausblick auf Lake Wanaka belohnt, den man mal wieder nicht auf Foto festhalten kann. Danach statte ich Puzzle World einen Besuch ab und muss kopfschuettelnd mit ansehen, wie Wasser nach oben fliesst und eine Billiardkugel an einem geneigten Billiardtisch nach oben rollt. Ausserdem kann ich die Techik bewundern, die auch in Herr der Ringe angewendet wurde und es ermoeglicht, zwei Menschen in einem Raum unterschiedlich gross wirken zu lassen.

An einem mal wieder wundernschoenen Tag fahre ich nach Queenstown, sehe kurz vor Cardrona den in jedem Reisebericht erwaehnten BH-Zaun (danke Tina fuer den Tip), was der Eigentuemer uebrigens gar nicht mehr witzig findet. In Queenstown geniesse ich endlich mal wieder die Vorzuege eines Bettes, wasche Waesche und checke am naechsten Morgen frueh aus. Ich fahre auch hier ein wenig in der Gegend rum, bestaune die Landschaft und mache mich auf den Weg nach Te-Anau, nicht ohne mal wieder einem idyllischem See einen Besuch abzustatten und die Abgeschiedenheit nutze, um meinen weissen Bauch gen Sonne zu strecken.

Fox Glacier (25.+26.03.06)

Wenn man wie ich bisher nicht viel mehr von Gletschern gesehen hat als die schokoladefutternden Murmeltiere in Oesterreich, ist man an Neuseelands Gletschern Franz Josef (nach Franz Josef von Oesterreich) und Fox (nach Sir William Fox) genau richtig. Das einzigartige an beiden Gletschern ist, dass sie im Regenwald auslaufen und so kann man spektakulaere Fotos von weidenden Schafen, Busch im Hintergrund und dazwischen einer Gletscherzunge machen.

Ich wollte unbedingt aufs Eis, hatte aber absolut keine Lust, atemraubende Kletterpartien an der Gletscherzunge vorzunehmen. Da ich die Landschaft geniessen wollte, entschied ich mich fuer einen Heli-Hike am Fox Glacier, was bedeuted, dass man mit Helikopter auf den Gletscher geflogen wird (dort wo das Eis noch schoen sauber ist), dort 2 Stunden herumlaeuft und anschliessend wieder zurueckfliegt. Guenstig wars nicht, aber ich wollte mich fuers viele Geschirrspuelen belohnen. Der Flug war spannend, wenn auch leider viel zu kurz. Ich haette nicht gedacht, dass 7 Personen in einen kleinen Hubschrauber passen, wurde aber eines besseren belehrt! Hinten sassen 4 Personen wie die Sardinen in der Dose (darunter leider auch ich), auf dem Beifahrersitz (oder heisst das jetzt Beifliegersitz???) 2 Personen und rechts der Pilot. Wenn wir abgestuerzt waeren, haette ich zusammen mit 2 aelteren Australiern ein Aussie-German-Aussie-Sandwich abgegeben (zur Erklaerung: Australien nennt man hier auch Aussie).

Die Wanderung an sich war sehr relaxt, die beiden guides erzaehlten viel und waren recht unterhaltsam. Zwischendurch schwingten sie ihre Aexte, um Stufen ins Eis zu hauen und sie taten es mit einer beneidenswerten Leichtigkeit. Wir kletterten ueber Eisspalten, stiefelten durch Eistaeler und passierten viele blauschimmernde Wasserloecher und Hoehlen. Durch einige gingen wir sogar hindurch. Je hoeher wir kamen, desto kaelter wurde es, aber unsere beiden guides waren trotzdem in shorts und T-Shirt unterwegs. Da kam ich mir mit Pullover und Fleecejacke schon fast overdressed vor - war aber wenigstens schoen warm! Am Ende erhielten wir ein Zertifikat, das wir nun jedem unter die Nase halten koennen, der gewagt hat, danach zu fragen.
Nach dem Trip gings weiter Richtung Wanaka.

Donnerstag, März 30, 2006

Von Westport nach Hokitika (24.+25.03.06)

Bevor ich Westport verliess, suchte ich erstmal eine Toilette und wurde von High-Tech ueberrascht. In dieser Toilette konnte man wirklich nichts selbermachen: die Tuer entriegelte sich automatisch nach 10 Minuten (Pech, wenn man laenger braucht), die Klospuelung funktioniert entweder nach dem Haendewaschen (im Idealfall) oder wenn der naechste auf dem Klo sitzt (im Ih-gitt-Fall) und beim Haendewaschen ein Sensor nach dem anderen(Seife, Wasser, Trockner). Haette das Klo mit mir gesprochen, waere ich nicht wirklich ueberrascht gewesen.

Danach gings zur Tauranga Bay und Cape Foulwind, wo ich mal wieder Seals beobachten wollte. Diese wollte ich unbedingt sehen, weil es eine Stelle fuer Pups (also Seal Babys) ist und ich bisher noch keine gesehen habe. Ich bin ueberwaeltigt von dem Anblick, die Kleinen sind einfach zu suess! Die Geraeuschkulisse und das Verhalten ist mit einem Kindergarten ganz gut zu vergleichen, gerade an den Wasserloechern wird geplantscht und gebadet, gestritten, miteinander gebalgt und um die Wette gequickst und gebruellt. Die Muetter laesst das kalt, sie liegen faul auf den Felsen. Ist auch kein Wunder, sie sind schliesslich fuer die Futtersuche verantwortlich und wenn die Kleinen groesser sind, kann die Futtersuche schon mal ein paar Tage in Anspruch nehmen. Die maennlichen Seals sind uebrigens schon wieder weitergezogen und suchen nach gebaehrfaehigen Weibchen und tragen somit vorbildlich zur Arterhaltung bei. Die Arbeit 'danach' liegt mal wieder bei den Frauen!

Auf dem Parkplatz zum Cape Foulwind Leuchtturm mache ich Bekanntschaft mit 2 ueberaus neugierigen und gar nicht menschenscheuen Zeitgenossen: 2 Wekas (das sind Voegel, die auch als Waldhennen bezeichnet werden) die Interesse an meinem Auto gefunden haben und an einer Spritztour interessiert sind. Haette ich sie nicht daran gehindert, waeren sie ins Auto gehuepft!

Bei schoenstem Wetter gings weiter Richtung Sueden und zur Abwechslung schaute ich mir eine alte Goldmine und einen verfallenen Friedhof an, bevor ich im Paparoa National Park aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Die wunderschoene Kueste ist fuer Autofahrer viel zu gefaehrlich, weil man bei der Schoenheit seinen Blick kaum auf der Strasse halten kann. Zum fototechnischen Showdown kam es dann an den Pancake Rocks und den Blowholes, denen kein Foto gerecht wird, das ich bisher gesehen habe. Ich war zu einer eher unguenstigen Zeit da, weil das Wasser nur bei Flut und den richtigen Windverhaeltnissen durch die Loecher in den Felsen nach oben gepeitscht wird, aber spektakulaer war es trotzdem.

In Greymouth entdecke ich seit langem mal wieder ein Warehouse und dort kaufe ich mir ein paar Kassetten, um der Langeweile ein Ende zu setzen, wenn der Akku meines i-pods seinen Geist aufgegeben hat und meine bisher einzige Kassette von Depeche Mode zum 10. Mal am Tag durchgelaufen ist.

Bis nach Hokitika war es nicht mehr weit und dort checke ich in die Blue Spur Lodge ein . Ich war die einzige in dieser abgelegenen Lodge mit Blick auf die Berge und so nutzte ich ein 8 Personen Zimmer, Bad und Kueche fuer mich allein. Und das fuer gerade mal 18 Dollar, wenn das kein Geschaeft ist! Nachdem es dunkel geworden ist, schaue ich mir Gluehwuermchen an, die von Baeumen herunterhaengen und die ihr Licht einfach ausknipsen, wenn die Menschen zu laut sind. Clevere Zeitgenossen!

Am naechsten Tag liess ich mir in der Nachbarschaft die Entstehung von Jade Schmuck erklaeren und danach war Hokitika-Landschafts-Sightseeing angesagt. Hokitikas Landschaft ist wunderschoen und es gibt, wie ueberall an der Westkueste, viele Seen. So schaute ich mir Lake Karniere und Lake Mahinapua an, fuhr zum Hokitika Gorge und war geblendet von dem tuerkisblauen Wasser (und schnell vertrieben von den Sandflies) und stattete mal wieder einem Wasserfall einen Besuch ab. In Neuseeland wimmelt es von Wasserfaellen und viele Reisende schlagen entnervt die Haende ueber dem Kopf zusammen :"Nicht schon wieder ein Wasserfall!" Ich hingegen freue mich ueber jeden Wasserfall und sehe es als Uebung fuer den Milford Sound an, wo hoffentlich zig Wasserfaelle an Felsen herunterschiessen.

In der Hokitika Tourist Information buche ich eine ganz besondere Tour fuer den folgenden Tag, von der hier noch nichts verraten wird...

Westcoast / Heaphy Track (22.-23.03.06)

Ich verlasse Kaikoura und fahre 6 Stunden nach Westport und passiere dabei wunderschoene Taeler, atemberaubende Berge und unzaehlige Fluesse. Der Heaphy Track startet in Karamea, was noch mal 1 1/2 Stunden von Westport entfernt ist.

Dummerweise haben wir vor ein paar Tagen die Uhren zurueckgestellt und es wird nun frueher dunkel, so dass man abends nicht mehr so lange im Tageslicht fahren kann (und somit auch ziemlich frueh nach einer Schlafgelegenheit suchen muss). Das letzte Stueck meiner Fahrt ist es stockdunkel und ich muss auf der kurvigen Strecke aufpassen, dass ich nichts ueberfahre, was da staendig im Affentempo ueber die Strasse huscht und im Busch verschwindet. Anhand der erblickten Hinterteile identifiziere ich Hasen, Wekas und Possums. Auf einem kleinen Wiesenstueck abseits der Strasse parke ich und lege mich schlagen.

Am naechsten Morgen stehe ich sehr zeitig auf, begebe mich zum Startpunkt des Heaphy Tracks und laufe los. Mein Weg fuehrt mich entlang traumhafter Straende und durch neuseelaendischen Busch. Ein Strand ist schoener als der andere und das herrliche Wetter traegt seinen Teil dazu bei. Einziger Wehrmutstropfen: die Sandflies, die sich sofort auf mich stuerzen, sobald ich am Strand stehenbleibe oder mich fuer ein kurzes Picknick setzen will. Nach Krisz' Auskunft laeuft man zur Heaphy Hut 4 Stunden und die Huette war eigentlich mein Ziel. Ausgeschrieben war sie aber mit 5 Stunden und bereits beim Tongariro Walk habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich die empfohlene Zeit auch brauche. Das haette also 10 Stunden Laufen bedeutet. Nach ca. 3 1/2 Stunden entschied ich mich, wieder umzukehren, weil ich mich nicht fit genug fuehlte und die Fuesse weh taten. Nach knapp 6 Stunden Walk war ich froh, wieder auf dem Parkplatz zu sein und der Muskelkater am naechsten Tag war enorm!

Eigentlich wollte ich die Nacht auf dem Parkplatz/Campingplatz verbringen, aber die Sandfliesuebermacht vertrieb mich. Ich fuhr wieder nach Westport, konnte nun die herrliche Landschaft geniessen, die ich am Vortag aufgrund der Dunkelheit nicht sehen konnte und schlief am Beach von Westport wieder im Auto.

Montag, März 27, 2006

Kaikoura V (...-22.03.06)

Vor einem Jahr war ich in Irland und habe Yvonne besucht (wie die Zeit vergeht). Das weiss ich deshalb so genau, weil ich ein paar Tage nach Irland's Nationalfeiertag, dem St. Patrick's Day, in Dublin ankam. Dieses Jahr habe ich den 17.03. mit vielen anderen an dem einzigen dafuer in Frage kommenden Ort in Kaikoura gefeiert - im Irish Pub "Strawberry Tree", der zu unserer Stammkneipe geworden ist. Es waren sogar einige Iren anwesend, denen man es an diesem Tag nachsah, dass sie nur mit fremder Hilfe ihren Weg nach Hause fanden (Iren sind ein trinkfestes Volk!).

Meine Tage vor der Abreise verbrachte ich mal wieder mit Karten- und Broschuerenstudium, um mir eine Route fuer die Weiterreise festzulegen. Ausserdem musste Wolfgang mal wieder auf Vordermann gebracht werden: putzen, saugen, volltanken, Wasser und Oel checken usw.

Es gab einige Wiedersehen mit ehemaligen Cleanern, die nach erfolgter Abreise alle wieder in Kaikoura landeten (wird mir auch so gehen, dazu spaeter mehr). Die Freude war gross und es gab viel zu erzaehlen. Die letzten Arbeitstage im Craypot zogen sich in die Laenge. Der grosse Besucheransturm in Kaikoura ist vorueber, was weniger Gaeste fuer die Gastronomie bedeutet. Fuer die Leute in den Kuechen heisst das putzen putzen und nochmal putzen und so schrubbten wir Stellen, fuer die im Sommer keine Zeit war.

Die letzten Abende arbeitete ich nicht mehr im Craypot und half im Thai-Restaurant aus, das am Dusky Lodge Swimmingpool gelegen ist. Monti und Mae sind witzig drauf und ich bekomme neben meiner Bezahlung ein super leckeres Thai Essen umsonst (ich kann das Essen dort nur empfehlen, aber Vorsicht, Mae liebt Curry ueber alles!).

An meinem letzten Abend machten wir zusammen Pizza im Steinofen, sie super lecker war und bei allen gut angekommen ist. Jack, der Hostelbesitzer, nutzt den Steinofen gewoehnlich nur fuer tiefgefrorene Pizzen - was fuer eine Verschwendung!

Mein Abreisetag fing recht chaotisch an, was alle mit meiner Abreise begruendeten (allerdings nur, um mich noch laenger in Kaikoura zu halten). Ich stand komplett eingeseift unter der Dusche und ploetzlich fiel die Wasserversorgung aus. Die Waescherei, Kueche und Bad in einem Teil des Gebaeudes mussten gesperrt werden, was zur Folge hatte, dass jeder in den anderen Gebaeudeteil marschierte, um zu duschen, zu fruehstuecken oder Geschirr zu spuelen. Das Putzen war an diesem Morgen sicherlich nicht einfach und ich war froh, meinen letzten Arbeitstag bereits absolviert zu haben.

Eigentlich wollte ich Kaikoura am Montag den 20.03. verlassen, aber sie haben mich staendig ueberzeugt/ueberredet/gelockt und so bin ich am Mittwoch mit Verspaetung und gemischten Gefuehlen von dannen gefahren. Auf der einen Seite bin ich froh, dass es weitergeht, denn ich moechte endlich wieder reisen und Neuseeland sehen. Andererseits habe ich sehr viele nette Leute hier kennengelernt und fing langsam an, mich heimisch zu fuehlen. Man erkennt Leute auf der Strasse und wird gegruesst, man hat einen festen Tagesablauf und man fuehlt sich wohl. Aber wie gesagt, ich komme wieder. Krisz, die aus Ungarn kommt, seit einigen Jahren in Neuseeland lebt und in der Dusky Lodge an der Rezeption arbeitet, wird am 06. April ihre langerwartete Zeremonie haben, in der sie die neuseelaendische Staatsbuergerschaft erhaelt. Sie hat mich gebeten, sie zu begleiten und deswegen werde ich zu diesem fuer sie wichtigen Ereignis zurueck kommen.

Freitag, März 17, 2006

Fotos

Ich habe es, dank grosszuegiger Rezeptionistinnen in der Dusky Lodge, endlich mal geschafft, ein paar Fotos in mein Fotoalbum zu laden. Schaut mal dort vorbei und geniesst das wunderschoene Neuseeland! Zu finden sind meine Fotos von meinem blog aus, dort geht Ihr auf "meine Fotos" und dort entweder auf "Alle Bilder" oder auf "Sets". Es sind noch nicht alle Bilder beschriftet und in Sets geordnet, aber anschauen koennt Ihr sie trotzdem schon.

Viel Spass!

Samstag, März 11, 2006

Kaikoura IV (08.03.06)

Mein Wecker reist mich 5 Uhr in der Frueh aus meinen Traeumen. Ich stehe auf, mache mich fertig und schnappe meine am Vortag gepackte Tasche und treffe in der Kueche auf einen Hollaender. Dass er bereits so frueh auf ist, kann nur eins bedeuten - er geht auch zum Dolphin Swim. Ich esse einen Apfel, was sich spaeter als ein Fehler herausstellen wird...

Wir fahren zusammen zum Dolphin Encounter und dort bekommen wir Anzug, Taucherbrille, Schnorkel und Gummifuesse. Komplett angezogen und schwitzend sitzen wir alle in einem Vorfuehrungsraum und schauen uns ein Einfuehrungsvideo an. Danach gehts mit dem Bus nach South Bay wo wir auf die Boote aufgeteilt werden. Nach ca. 45 Minuten sehen wir die ersten Delfine neben unserem Boot umherschwimmen und nach weiteren 5 Minuten bekommen wir die Anweisung, uns fertig zu machen. Alle gleiten vom Boot ins Wasser und paddeln drauf los. Ich bekomme Angstzustaende, denn ich habe Probleme, mich an die Atmung mit dem Schnorkel zu gewoehnen. Ausserdem ist das Schwimmen mit den Gummifuessen total ungewohnt. Nach kurzer Zeit muessen wir wieder aufs Boot, denn die Delfine schwimmen davon. Das ganze wiederholen wir 3 Mal, weil die Delfine immer wieder davon schwimmen.

Es handelt sich um wilde Tiere, die weder trainiert sind noch gefuettert werden, so dass niemand Einfluss auf ihr Verhalten hat. In der Einfuehrung wurde uns erzaehlt, dass man durch Geraeusche die Aufmerksamkeit der Tiere gewinnen kann, die Menschen also mehr zur Unterhaltung der Delfine beitragen als andersrum. Wir scheinen heute jedenfalls nicht sehr unterhaltsam zu sein.

Nach dem 4. Mal im Wasser bleibe ich auf dem Boot, weil ich mich noch immer nicht sehr wohl im Wasser fuehle. Ich fuehle mich (auch durch den engen Schwimmanzug) sehr eingeengt und kann das ganze Ereignis nicht so richtig geniessen, weil ich mit der Atmung beschaeftigt bin. Zumindest habe ich aber einige Delfine vor mir schwimmen sehen koennen und als ich einen Blick durch die Taucherbrille nach unten werfe, sehe ich ganz nahe unter mir einen Delfin schwimmen.

Ich entscheide mich also auf dem Boot zu bleiben und beobachte die Delfine von dort aus. Es sind so viele, dass ich sie gar nicht zaehlen kann. Es ist ein heilloses Durcheinander, ueberall Delfine und dazwischen Menschen, die eigenartige Geraeusche machen, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Die Delfine sind zu schnell um Fotos von ihnen zu machen, deswegen nehme ich viele kleine Videofilme auf. Nach einiger Zeit auf dem schaukelnden Boot muss ich leider feststellen, dass ich von den bereitgestellten Eimern Gebrauch machen muss und dass der am Morgen zu mir genommene Apfel nicht im Magen bleiben will. Wollte er vielleicht lieber Delfine beobachten?

Als alle wieder zurueck an Bord sind, gibt es eine kleine Erfrischung. Waehrend ich mal wieder eine Diskussion mit dem Eimer fuehre, stopfen die anderen Cookies in sich hinein und schluerfen heisse Schokolade - wie gemein! Danach gehts mir besser (der Magen ist ja auch komplett leer!) und ich kann noch ein paar Delfine beim Springen beobachten. Wir fahren zurueck an Land und dort ist dieses tolle Abenteuer beendet.

Ich muss mich beeilen und wieder zurueck zum hostel, denn ich muss gleich danach mit putzen anfangen. Und dann wartet auch die Craypot Belegschaft ab 15 Uhr auf mich, wo ich erst gegen 22 Uhr wieder rauskomme. Zum Glueck kann ich dort erstmal richtig essen, denn inzwischen sterbe ich vor Hunger!

Eigentlich fix und fertig und reif fuers Bett setze ich mich noch in die Kueche, um die noch frischen Ereignisse des Tages in mein Tagebuch zu schreiben. Eine Truppe Hollaender/Englaender/Amerikaner gesellt sich zu mir und sie nageln mir ein Gespraech ans Knie. Als sie sich dann nur noch ueber das Fuer und Wider von gezapftem Bier gegenueber Flaschenbier und den Vor- und Nachteilen des Angebots von ueber 100 Zapfbieren in Kneipen unterhalten, verabschiede ich mich und gehe ins Bett.

Sonntag, März 05, 2006

Kaikoura III

Eigentlich wollte ich mich heute mit einem tollen Bericht vom Dolphin Swim zurueck melden, aber meine gestrige Tour wurde wegen schlechten Wetters abgesagt. Das ist hier angeblich noch nie (oder schon seit langem nicht mehr) vorgekommen, dass man bereits einen Tag vorher wusste, dass das Wetter total beschissen wird. Aber naja, bei meterhohen Wellen macht das Schwimmen eben keinen Spass, nicht mal mit so bezaubernden Tieren wie Delfinen.

Habe heute eine neue Tour gebucht und versuche am Mittwoch (08.03.) erneut mein Glueck. Das Schwimmen findet uebrigens 5:30 Uhr in der Frueh statt, also nichts fuer Morgenmuffel. Man bestaetigte uns aber, dass die Wetter- und vorallem die Wasserverhaeltnisse um diese Zeit am besten sind. Leider kann Tina dem Delfinschwimmen nicht mehr beiwohnen, denn sie hat Kaikoura gestern verlassen. Das Reisefieber ist wieder ausgebrochen. Tina, ich wuensch Dir ganz viel Spass, pass auf Dich auf und vielleicht laufen wir uns ja wieder mal total unverhofft ueber den Weg. Ich liebe Ueberraschungen!

Ansonsten gibts nicht viel neues zu berichten. Karina und ich sind nun die letzten Ueberbleibsel der German Putzkolonne. Wir sind auch die einzigen, die bereits so lange in der Dusky Lodge wohnen, wir sind nun schon ueber einen Monat hier, waehrend die uebliche Verweildauer des Cleaning-Personals bei 1 Woche liegt.

Letzte Woche haben wir beim Paintball unseren Aggressionen freien Lauf gelassen, Adam (ein Cleaner aus England) hatte Geburtstag und aus diesem Grund war die halbe Putzmannschaft im "Kriegszustand". Wollte schon immer mal Paintball ausprobieren und es war total lustig. Und die gute Nachricht: Ich wurde nicht einmal abgeschossen! Bin wohl zu klein oder zu flink fuer die anderen gewesen :-). Wer sich unter Paintball nichts vorstellen kann: Man beschiest sich mit Farbkugeln und da es nie besonders toll ist, abgeschossen zu werden, sollte man dies eben unter allen Umstaenden vermeiden.

Montag, Februar 13, 2006

Kaikoura II

Seit 8. Februar arbeite ich nun im Craypot (Bar+Cafe) als 'kitchenhand' (Kuechenhilfe). Zu meinen Aufgaben gehoert das Vorspuelen des Geschirrs (bevor es im Geschirrspueler landet), Weggraeumen des sauberen Geschirrs, Zubereiten der Desserts (sieht immer sehr lecker aus!), Vorbereiten der Salate, Herstellen von Vinegretts, backen von Muffins, kurzum: ich muss dem Koch bei allem zur Hand gehen. Es gibt Zeiten, da wuenscht man sich ein zusaetzliches Paar Arme, weil man nicht alles gleichzeitig bewaeltigen kann. Das dreckige Geschirr stapelt sich, dem Koch gehen die sauberen Pfannen aus und dann muessen auch noch schnellstmoeglich 5 Desserts zubereitet werden. Hut ab an alle Leute, die in Restaurants arbeiten!

Zum Glueck schliesst das Craypot 10 Uhr, so dass ich es mir kurz nach 10 mit ziemlich mueden Beinen erstmal mit einer Tasse Tee im hostel auf dem Sofa bequem mache. Nach ein bisschen lesen gehts dann meist ins Bett.

Zu folgendem Kommentar von Tina ("Mensch Katja, Du hast ja gar nicht die 5pm-creamcakes erwaehnt, das sind die Ueberbleibsel der Baeckerei, die neben dem Hostel liegt. Ok, ich muss es einfach verraten: Katja hat sich gestern davon ZWEI genommen!!! ;-) Tschuldigung Katja, das musste einfach raus lol ") moechte ich kurz verteidigenderweise Stellung nehmen und auf das nebenstehende Foto verweisen. Diese Notiz fand ich in meinen Vorraeten und die "gierige Tina" teilt mir darauf mit, dass sie sich 2 Cookies genommen hat (spaeter muendlich zugefuegt:"oder waren es 5?"). Und was ist eigentlich aus dem Kuchen geworden, den Du eigentlich fuer Karina bei Seite gelegt hast? Ich glaube, den hat sie nie zu Gesicht bekommen...
Ihr seht, wir schlemmen was das Zeug haelt, lassen es uns also gut gehen.

Damit dies nicht allzu ernste Folgen hat, haben Tina und ich nun schon 2x unseren inneren Schweinehund ueberwunden und sind sehr frueh aufgestanden, um noch vor dem Putzen eine Stunde Fahrrad zu fahren. Die Folgen sind erstaunlich: man fuehlt sich fit, hat ein gutes Gefuehl dabei und kann deswegen auch mal 1 Cookie mehr essen. Tina greif zu!

Am Valentinstag hatte ich einen day-off, musste nicht putzen und auch nicht in der Bar arbeiten und beschloss deshalb, einen Tagestrip zu machen, um mal aus Kaikoura rauszukommen. Das einzig naheliegende ist Hanmer Springs, deswegen fuhr ich dorthin. Der Ort an sich ist unspektakulaer und ziemlich langweilig, aber die Fahrt dorthin ziemlich aufregend. Man faehrt duch die neuseelaendischen Alpen und kann einen tollen Ausblick auf die Berge geniessen. Leider wirkt das ganze auf Fotos nicht besonders, deswegen habe ich schweren Herzens nicht sehr viele Foto-Stops gemacht.